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Norddeutschland Start für neue Basis: Ryanair setzt auf Hamburg
Nachrichten Norddeutschland Start für neue Basis: Ryanair setzt auf Hamburg
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22:25 01.11.2016
Die Piloten Aissam Boubkary (l.) und Hagen Ringe halten im Cockpit eine Torte. Quelle: Bockwoldt/dpa
Hamburg

Um 15.11 Uhr setzt Flug FR 5501 aus Mailand-Bergamo auf der Landebahn in Hamburg-Fuhlsbüttel auf – mit fast 30 Minuten Verspätung. Die Flughafen-Feuerwehr begrüßt die Maschine der irischen Airline Ryanair mit einer Wasser-Fontäne. Denn die Boeing 737-800 ist eine von zwei Maschinen, die seit gestern fest auf dem Hamburger Flughafen stationiert sind. Mit Beginn des Winterflugplans 2016/2017 eröffnet die Billigairline ihre achte Basis in Deutschland. Ursprünglich sollte auch Lübeck einmal diesen Status erhalten. Noch 2010 sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary, dass das „in zwei Jahren, vielleicht auch schneller“ perfekt sein könnte. Die Pläne sahen sogar drei stationierte Flugzeuge in Blankensee und bis zu 40 Flugverbindungen vor. Doch daraus wurde bekanntlich nichts. Wegen der unsicheren Situation nach der Insolvenz des Flughafens hatte die Airline alle Verbindungen ab Lübeck gestrichen. Am 31. Juli 2014 hob die letzte Ryanair-Maschine in Blankensee ab.

 

„Wir freuen uns über die Entscheidung von Ryanair, in Hamburg zu wachsen.“ „Michael Eggenschwiler, Flughafenchef
„Aktuell ist Lübeck kein Thema für uns. Wachstum geht nur über die größeren Flughäfen.“Tim Howe Schröder, Ryanair

Und daran wird sich so schnell auch nichts mehr ändern. „Aktuell ist Lübeck kein Thema für uns“, sagt Tim Howe Schröder, „Head of Corporate Sales & Senior Marketing Manager in Deutschland“ von Ryanair gestern in Hamburg. Beim Wachstum konzentriere sich die Airline auf die größeren Flughäfen. Auch vom Hamburger Flughafenchef Michael Eggenschwiler gibt es schlechte Nachrichten für die Nachbarstadt. Einer Zusammenarbeit mit Blankensee erteilt der Vorsitzende der Geschäftsführung am Airport eine Absage. „Ich sehe das nicht als eine Option“, sagt Eggenschwiler. Der Flughafen hätte seine eigenen Pläne. „Wir schauen auf uns.“

Über mangelnde Kapazitäten kann sich der Hamburger Flughafen nicht beklagen, wie die Eröffnung der neuen Ryanair-Basis zeigt. Mit Sofia, London-Stansted, Mailand-Bergamo, Dublin, Manchester, Brüssel-Zaventem und Gran Canaria nehmen die Iren zum Winterflugplan sieben neue Strecken ab Hamburg auf. Damit verbindet die Fluggesellschaft die Hansestadt künftig mit 14 Zielen in Europa.

Insgesamt investiert Ryanair 200 Millionen Dollar (180 Millionen Euro) in Hamburg. „Wir freuen uns über die Entscheidung von Ryanair, in Hamburg zu wachsen“, sagt Eggenschwiler. „Das ist ein klares Bekenntnis zur Hansestadt und ihrer Metropolregion.“

Mit den zwei in Fuhlsbüttel stationierten Maschinen – das heißt die Flugzeuge bleiben über Nacht in Hamburg – wird die Hansestadt auch für rund 60 Crewmitglieder zur neuen Basis. Im Sommer werden die Iren das Streckennetz noch einmal erweitern und dann zwei neue Verbindungen nach Faro und Thessaloniki anbieten. Außerdem erhöht die Airline mit Beginn des Sommerflugplans die Frequenz ihrer Flüge nach Mallorca. Statt wie bisher fünf Mal pro Woche fliegt sie dann zwei Mal täglich auf die spanische Insel.

Typisch norddeutsches Schmuddelwetter mit Regen empfängt die Premieren-Gäste aus Bergamo in Hamburg. Die neue Boeing 737-800 bietet Platz für 189 Passagiere. 52 Maschinen dieses Typs haben die Iren geordert. Neu sind die Slimline-Sitze und die LED-Beleuchtung, die sich den Lichtverhältnissen draußen anpasst. Dank der neuen Ausstattung haben die Passagiere künftig 79,2 Zentimeter Beinfreiheit – früher waren es 2,5 Zentimeter weniger. Mit ihrer Kampagne „Always Getting Better“ will die Billigairline ihre Servicequalität verbessern.

Für die halbstündige Verspätung übernimmt die Airline an diesem Nachmittag nicht die Verantwortung. „In Stansted war am Morgen Nebel“, sagt Tim Howe Schröder, der selbst mit Flug FR 5501 in Hamburg landete. „Das hat die Maschine nicht mehr aufgeholt.“

 Julia Konerding

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