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18:42 05.08.2019
Eine Sternschnuppe fliegt am Nachthimmel von Schashagen. Am 12. und 13. August erreichen die Perseiden ihr Maximum. Quelle: Fotos: Peter Weinreich
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Neustadt

Es funkelt und glitzert am nächtlichen Himmel über Schleswig-Holstein. Milliarden Sterne leuchten als kleine Lichtflecken in der Dunkelheit. Sterngucker entdecken derzeit sogar die ein oder andere Sternschnuppe.

Denn der jährliche Meteorschauer der Perseiden zeigt sich seit Mitte Juli. Anfangs fallen die Meteore, die wir als Lichtschweif am Himmel sehen, nur vereinzelt, dann immer stärker, bis der Schauer am 12. und 13. August sein Maximum erreicht. Bis zu 100 Sternschnuppen sollen dann pro Stunde zu sehen sein.

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Sternschnuppen sind Staubkorn große Meteore

„Ich wünsche mir auch immer noch was“, sagt Peter Weinreich. Der Physiker betreibt in Neustadt die Sternwarte „Sterne für alle“. Doch eigentlich findet er Sternschnuppen ziemlich unromantisch. „Die kommen eben einfach immer wieder.“ Sternschnuppen sind nämlich nichts anderes als Staubkorn große Meteore, die in der Atmosphäre der Erde verglühen.

Rund einen Millimeter sind einige von ihnen gerade einmal groß. Bei den Perseiden handelt es sich um Auflösungsprodukte des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Manche Sternschnuppen – vor allem die größeren – knattern beim Verbrennen, sagt Weinreich. Um das zu hören, „braucht man aber viel Glück“.

Sternschnuppen am Himmel: Die Perseiden sehen

88 Sternbildergibt es am Nachthimmel zu sehen, die in nördliche und südliche Konstellationen unterteilt sind. Zwölf dieser Bilder sind als Sternzeichen oder Tierkreiszeichen bekannt.

Wer sein Sternzeichen sehen will, der muss ein halbes Jahr vor seinem Geburtstag am Nachthimmel suchen. So geht zum Beispiel der Löwe, das Tierkreiszeichen vom 24. Juli bis 23. August, ab Februar abends im Osten auf. Das hängt damit zusammen, dass die Sonne jetzt im Zeichen des Löwen strahlt. Es geht also mit der Sonne auf und ist am Tag nicht zu sehen.

Sterne beobachten funktioniert am besten in völliger Dunkelheit und bei klarem Himmel – also am besten städtisches Gebiet verlassen. Denn wegen der vielen Lichter ist es dort meist zu hell, als dass man die Sterne erkennen könnte. Den Wetterbericht sollte man auch vorher checken. Ziehen Wolken über das Himmelszelt, verdecken sie die Sterne hinter sich.

Ein kleiner Helferbeim Sterne beobachten ist die Seite www.stellarium-web.org. Das Programm greift auf den Standort des Computers zu und zeigt Konstellationen und Planeten, die vor Ort zu sehen sind.

Jupiter und Saturn am August-Himmel zu sehen

Doch gerade ist noch ein anderes Spektakel am Nachthimmel zu sehen, erzählt der Physiker. „Jetzt gibt es die Chance, die beiden ganz Großen des Sonnensystems zu sehen.“ Die Planeten Jupiter und Saturn stehen gerade „in Opposition“ zur Sonne – zeigen sich uns auf der Erde also bei Nacht.

Als funkelnde Sterne gehen die weit entfernten Planeten gegen halb zehn am südlichen Horizont auf und sind so sogar mit dem bloßen Auge zu erkennen. „Der Jupiter ist mit seinen Galileischen Monden auch ganz wundervoll mit einem Fernglas zu entdecken“, sagt der Sternen-Experte. Nur zwei Handbreit in östlicher Richtung leuchtet etwas schwächer dann der Saturn. Mit 1433 Millionen Kilometern ist der gigantische Planet mit den Ringen jedoch zu weit entfernt, als dass Details mit einem normalen Fernglas zu sehen wären.

Die Planeten Jupiter und Saturn sind im August sehr gut am südlichen Himmel zu sehen. Quelle: Peter Weinreich, Sternwarte Neustadt, www.Sterne-fuer-alle.de

Oberhalb des Jupiters haben Sterngucker freie Sicht auf das Sternbild des Adlers. Mit dem Hauptstern Atair als Kopf sind die Sterne dieses Bildes so angeordnet, als würde ein Vogel seine Schwingen ausbreiten. Auch der Stern Antares leuchtet derzeit orange am Nachthimmel. „Das ist schon ein besonderer Anblick“, sagt Weinreich. Der Antares wird auch als „Auge des Skorpions“ bezeichnet, da er der Hauptstern des Sternbildes Skorpion ist. Das schafft es allerdings nicht komplett über den Horizont, sodass nur das Vorderteil des Skorpions zu sehen ist.

Kassiopeia weist den Weg zu Perseus

„Für jeden gut sichtbar ist aber Kassiopeia im Norden“, sagt Weinreich. Dieses Sternbild ist das ganze Jahr über am Himmel auf der Nordhalbkugel zu sehen. Es sieht aus wie ein „W“ und steht fast waagerecht zum Horizont. Unter Kassiopeia liegt das Sternbild Perseus, dem die Perseiden ihren Namen zu verdanken haben. Denn regnen die Sternschnuppen vom Himmel scheint es, als würden sie direkt aus diesem Sternbild auf die Erde fallen.

Saskia Hassink