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Norddeutschland Strandkörbe in Haffkrug: So hat sich der Urlaub an der Ostseeküste verändert
Nachrichten Norddeutschland Strandkörbe in Haffkrug: So hat sich der Urlaub an der Ostseeküste verändert
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11:00 22.06.2019
Henner Hinz ist Strandkorbvermieter in Haffkrug.  Quelle: Fabian Boerger
Haffkrug

Wie sie arbeiten, möchten andere Urlaub machen – mit Sand unter den Füßen und der Seebrise im Gesicht. Die Rede ist von Strandkorbvermietern an der Lübecker Bucht. Ob in Travemünde, Scharbeutz, Kellenhusen oder Großenbrode: Wie an einer Perlenkette reihen sich die kleinen Hütten entlang der ostholsteinischen Küste. Von Anfang April bis Ende Oktober bieten die Kultobjekte des Strandes den Gästen Schutz vor Wind, Sonne und juckendem Sand.

Einer von ihnen ist Henner Hinz. Bereits sein Großvater vermietete Strandkörbe in Haffkrug. Mit gerade einmal zwei Körben startete dieser das Geschäft. Der Preis für ein Tagesticket betrug anfangs, im Jahr 1951, noch zwei Mark. Doch war zu der Zeit von Tourismus, wie wir ihn heute kennen, keine Rede. Im Gegensatz zu anderen Strandbädern ist das ehemalige Fischerdorf auch nach den 70er Jahren, in denen der Tourismus zunahm, ein ruhiger Ort geblieben. Heute hat Henner Hinz das Geschäft übernommen und kräftig aufgestockt – 80 Körbe sind es nun, die er am Strand von Haffkrug vermietet.

Der Urlaub am Strand hat sich verändert

Die meisten seiner Kunden sind Urlauber aus Nordrhein-Westfalen. Das sei auch schon von Beginn an so gewesen, erinnert sich Hinz. Doch hat sich in den Jahren so einiges geändert: „Heute bauen die Gäste aus NRW weniger Sandburgen als früher“, sagt Hinz und schmunzelt. Anders ist auch die Dauer des Aufenthalts: „Früher sind die Gäste nur im Sommer für zwei bis drei Wochen geblieben.“ Da es in vielen Ferienwohnungen noch keine Heizungen gab, war es im Frühling und im Herbst schlichtweg zu kalt für den Urlaub am Strand. Die Saison war für die Strandkorbvermieter entsprechend kürzer als heute.

Henner Hinz aus Haffkrug vermietet die kultigen Strandsessel schon seit Jahren. Gäste kommen, Gäste gehen – doch er bleibt und weiß, wie sich der Strand-Urlaub im Korb über die Jahre verändert hat.

„Hier stehen noch die Vermieter an der Hütte“

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, weshalb die Saison für Hinz länger geworden ist. Neben den Strandkörben vermietet der gebürtige Haffkruger auch Fahrräder – elektrische Bikes sind auch dabei. Mit dem Rad auf der glatt asphaltierten Küstenstraße entlang der zahlreichen Seebäder zu radeln, geht von Frühjahr bis Herbst. Damit könne man die Urlauber für sich gewinnen, auch wenn es mal kein Strandwetter sei und die Strandkorbmieter mal fernbleiben sollten.

Wann und für wie viel Sie Körbe mieten können

Wann und wo die Strandkörbe aufgestellt werden dürfen ist nicht willkürlich. Es gibt bestimmte Regeln, die durch die Gemeinden festgelegt werden. Demnach dürfen die Strandkorbvermieter vom 1. April bis zum 31. Oktober ihre Körbe an den Strand stellen. Wie teuer die Tageskarte ist, entscheiden die Vermieter selber.

Laut dem Vorsitzenden des Landesverbandes Strandkorbvermietung Schleswig-Holstein, Hans-Jörg Borgwardt, pendeln die Preise für ein Tagesticket entlang der Küste zwischen neun Euro in Niendorf bis zu zwölf Euro in Timmendorfer Strand. „Jeder Vermieter kalkuliert eigenständig seine Preise“, sagt Borgwardt.

Zu seinen Gästen gesellen sich auch Besucher aus den umliegenden Seebädern wie Timmendorfer Strand und Scharbeutz. Der Grund: „Hier ist es ruhiger und es stehen noch die Vermieter selbst an der Hütte.“ Das wüssten viele seiner langjährigen Gäste zu schätzen.

Strandkorbvermieter: Ein echter Fulltime-Job

Mit den vielen Besuchern einhergehend gibt es für Henner Hinz eine Menge zu tun: Körbe waschen, streichen, reparieren, in das Winterlager bringen, ausrichten, verrücken und ganz wichtig – vermieten. „Das ist eine Menge Arbeit. Während der Saison arbeite ich etwa zehn bis zwölf Stunden am Tag.“ Im letzten Jahr habe er 220 Tage am Stück gearbeitet – ohne einen freien Tag. Für diesen Job müsse man schon geboren sein, sagt Hinz.

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