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Norddeutschland Streit um Abtreibungen: Verband appelliert an Klinikum in Flensburg
Nachrichten Norddeutschland Streit um Abtreibungen: Verband appelliert an Klinikum in Flensburg
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13:41 01.11.2019
Mit Plakaten wie diesem demonstrierten in Hamburg Frauen gegen die zunehmenden Probleme, einen Arzt für einen Schwangerschaftsabbruch zu finden. Auch in Flensburg sorgt das Thema für Streit, weil das neue Klinikum dort keine Abbrüche mehr vornehmen will. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Flensburg

Der Streit um Schwangerschaftsabbrüche am neuen Klinikum in Flensburg geht weiter. Jetzt hat sich der Paritätische Wohlfahrtsverband zu Wort gemeldet und an das Klinikum appelliert. Der Verband nannte die Entscheidung, keine Schwangerschaftsabbrüche vornehmen zu wollen, am Freitag einen „Angriff auf das Grundrecht der Selbstbestimmung der Frau“.

Und weiter: „Weder gehört dieses tradierte Weltbild in das Jahr 2019 noch darf es sein, dass eine Klinik, in die Steuergelder investiert werden, aus einer sehr einseitigen Weltanschauung heraus Frauen diskriminiert.“ Der Verband rief das Malteser-Diako-Klinikum auf, seine Pläne zu überdenken.

„Position nicht verhandelbar“

Die kirchlichen Träger hatten vereinbart, Abtreibungen nur in medizinischen Notfällen vorzunehmen. „Das ist eine ethisch-moralische, grundsätzliche Position der katholischen Kirche und war daher nicht verhandelbar“, hatte der Geschäftsführer des katholischen St. Franziskus-Hospitals in Flensburg, Klaus Deitmaring, laut Medienberichten gesagt.

Sozialminister Heiner Garg (FDP) hatte die Entscheidung bedauert. Vom Land anordnen ließen sich Schwangerschaftsabbrüche nicht. Wichtig sei, dass Praxen die Möglichkeit dazu weiterhin sicherstellten. Ein Großteil der Abbrüche werde ambulant vorgenommen. Laut Ministerium können weder das Land noch die Kassenärztliche Vereinigung einen Arzt oder eine Klinik zu bestimmten medizinischen Maßnahmen verpflichten.

SPD verlangt Regierungsbericht

Am Donnerstag befasst sich der Landtags-Sozialausschuss mit der Angelegenheit. Die SPD hat einen Regierungsbericht verlangt. Nach ihrer Ansicht dürfen sich Klinikbetreiber nicht aus bestimmten Bereichen zurückziehen. Das Selbstbestimmungsrecht der Frauen müsse gewahrt bleiben.

Auch vom SSW kam scharfe Kritik: Religiöse Ansichten dürften nicht über dem Wohl der Patientinnen stehen, erklärte der Landtagsabgeordnete Flemming Meyer.

Von dpa/RND

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