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Norddeutschland Streit um linkes Stadtteilzentrum
Nachrichten Norddeutschland Streit um linkes Stadtteilzentrum
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21:10 12.08.2015
Seit Monaten ist das Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Gehörlosenschule in Hamburg besetzt. Quelle: Bodo Marks/dpa
Hamburg

Im Streit über die Zukunft des links-alternativen Kollektiven Zentrums KoZe im Münzviertel am Hamburger Hauptbahnhof haben die Betreiber vom Senat eine faire Perspektive gefordert. Der jetzige Raum sei viel zu klein, der Bedarf für ein Kulturzentrum und aktive Stadtteilarbeit aber riesig, erklärten mehrere Gruppen und die Stadtteilinitiative Münzviertel gestern.

Die Stadt hat das 8500 Quadratmeter große Areal mit einer früheren Schule und einer Kita an den Investor Hanseatische BauKonzept HBK verkauft. Er will den Komplex weitgehend abreißen und 400 Wohnungen bauen. Die Stadt hat dem Verein „Kunstlabor naher Gegenden“ einen Teil der Räume mietfrei zur Zwischennutzung überlassen. Ende Juli war unter Polizeischutz ein Bauzaun über den Hof gezogen worden — der Finanzbehörde zufolge, um ein Gebäude von Asbest zu befreien.

Das Kulturzentrum kritisierte gestern, seither sei keine Asbestsanierung erfolgt. „Es ging nur darum, die anderen Gebäude unbewohnbar zu machen“, so ein Sprecher. Offiziell hat der Verein laut Finanzbehörde das Erdgeschoss des Gebäudes (ehemalige Kita) und eine Außenfläche gemietet. Derzeit nutze er auch Spielplatz und Hof, Keller und ersten Stock für Kurse wie Nähen, Kochen und Yoga, eine Fahrradwerkstatt und Flüchtlingsprojekte. Der Mietvertrag sei monatlich kündbar. Der Abriss des Schulgebäudes solle demnächst beginnen, sagte die Finanzbehörde. Das Kita-Gebäude könne bleiben, so lange es den Bauarbeiten nicht im Weg stehe.

Der Hamburger Verfassungsschutz hat Bedenken, dass Linksextremisten den Streit für ihre Zwecke missbrauchen. Ein von der CDU befürchtetes zweites linksautonomes Zentrum wie die „Rote Flora

sehe er derzeit aber nicht, sagte Chef Torsten Voß. Mehrere Gruppen unterstützen das KoZe. Das „Centro Sociale“ im Schanzenviertel sagte: „Eine Stadt braucht Orte, die von wirtschaftlichen Zwängen befreit sind.“ Die KoZe-Sprecher ließen offen, wie sie sich bei einer Räumung verhalten.

LN

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