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Norddeutschland 10.475 Schleswig-Holsteinern wurde zwangsweise der Strom abgestellt
Nachrichten Norddeutschland 10.475 Schleswig-Holsteinern wurde zwangsweise der Strom abgestellt
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11:28 25.10.2019
Tausende Schleswig-Holsteiner saßen im vergangenen Jahr im Dunkeln, weil ihnen zwangsweise der Strom abgestellt wurde. Quelle: LN-Archiv
Lübeck

Die aktuellen Zahlen hat die Bundestagsabgeordnete und frühere schleswig-holsteinische Staatssekretärin im Umweltministerium, Ingrid Nestle (Grüne), mitgeteilt. Sie beruft sich dabei auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Schriftliche Anfrage der Grünen-Fraktion. Im Jahr 2017 waren noch gut 12. 400 Personen betroffen.

Schulden von mehr als 100 Euro

Laut Umweltministerium Schleswig-Holstein ist eine Stromsperre das letzte Mittel in einem Interessenskonflikt zwischen Energieversorger und Kunden. Die Sperrung des Anschlusses steht demnach am Ende eines mehrstufigen Mahnverfahrens. „Nach einem erfolglosen Mahnverfahren unter Androhung der Sperrung des Anschlusses könne diese nach Ablauf der letzten Frist zur Zahlung der Ausstände eingeleitet werden. Um überhaupt einen rechtssicheren Sperrvorgang auslösen zu können, muss die Schuldenhöhe die Grenze von 100 Euro überschreiten“, heißt es in dem Leitfaden „Stromsperre verhindern“.

Frühwarnsystem gefordert

„Wer keinen Strom hat, bleibt abends und morgens im Dunkeln, kann sich keine warme Mahlzeit zubereiten, keine Lebensmittel im Kühlschrank lagern und in manchen Fällen noch nicht einmal heizen, wenn es draußen kalt wird. Betroffen von solchen Sperren sind erwartungsgemäß vor allem Menschen mit geringem Einkommen oder in der Grundsicherung“, sagt Nestle. Ihre Partei fordert daher, dass die Bundesregierung einen Frühwarnmechanismus zwischen Energieversorgern, Jobcentern und Sozialämtern einrichtet, damit Energieschulden rechtzeitig erkannt werden. Bundesweit solle die Energiespar- und Schuldnerberatungen für Menschen mit geringem Einkommen zudem verbessert und die Folgekosten, also steigende Mahngebühren bei Stromsperren gedeckelt werden, um einer Verschuldungsspirale vorzubeugen.

Strompreise steigen

„Seit der Einführung von Hartz IV sind die Stromkosten stärker gestiegen als der Stromkostenanteil im Regelsatz. Für Menschen in der Grundsicherung braucht es daher eine separate Stromkostenpauschale, welche jährlich an die Strompreisentwicklung angepasst wird und ein Ende der Praxis, dass Ämter bei der Unterstützungsleistungen für Unterkunft und Heizung kürzen dürfen“, sagt Nestle.

Von Jan Wulf

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