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Norddeutschland Sturmflut: So verhalten Sie sich richtig
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Sturmflut: So verhalten Sie sich richtig an der Ostsee und Nordsee

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17:27 13.10.2020
2017 stand der Hafen in Heikendorf unter Wasser. Das Sturmtief Axel brachte das Hochwasser an die Ostseeküste. Quelle: Frank Peter (Archiv)
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Kiel

Sturmfluten sind für Schleswig-Holstein eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Ohne Deiche könnte etwa ein Viertel der gesamten Landesfläche überflutet werden. Auf den betroffenen 3700 Quadratkilometern leben laut Berechnungen der CAU Kiel rund 345.000 Schleswig-Holsteiner.

Wer ist in Schleswig-Holstein sturmflutgefährdet?

Als potenziell sturmflutgefährdet gelten die Gebiete an der Ostsee, die nicht höher als 3 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Obwohl an der Ostseeküste der Tidenhub kaum spürbar ist, kann es auch hier zu Hochwasser kommen. Ursache hierfür sind der Wind sowie ein Rückschwappeffekt, auch Badewanneneffekt genannt. Sehr schwere Sturmfluten sind zwar nicht so häufig wie an der Nordsee, jedoch kann hier bereits eine „schwere Sturmflut“ (Wasserstände über 2 m) ernste Folgen haben.

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An der Nordseeküste sind Gebiete bis 5 m über dem Meeresspiegel potenziell sturmflutgefährdet. Das ist der Bereich, der bei einer gedachten Extremsturmflut überflutet werden könnte, wenn die Deiche nicht da wären.

Die LN berichten zum Thema

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So verhalten Sie sich bei einer Sturmflut richtig

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Was tut das Land Schleswig-Holstein, um Bewohner vor Sturmfluten zu schützen?

Wichtigste Schutzmaßnahme vor Sturmfluten in Schleswig-Holstein ist der Bau von Deichen. In Schleswig-Holstein sichern 527 Kilometer Deiche die Küstenniederungen. Davon sind 431 km Landesschutzdeiche mit höchstem Sicherheitsstandard. Diese werden vom Land Schleswig-Holstein als öffentliche Aufgabe unterhalten. An der Nordsee liegt hinter der ersten Deichlinie noch eine so genannte Zweite Deichlinie mit einer Gesamtlänge von 590 km.

Eine hundertprozentige Sicherheit vor Sturmfluten in Schleswig-Holstein gibt es jedoch nicht. Daher müssen Maßnahmen vorgeplant werden, die die Folgen einer Überschwemmung begrenzen können, zum Beispiel die rechtzeitige Warnung der Bevölkerung.

Wie erfahre ich von einer Sturmflut an der Ostsee- und Nordsee?

Sturmflutwarnungen werden durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie herausgegeben und im Radio meistens in Verbindung mit dem Wetterbericht vorgelesen. Sturmflutwarnungen sind auch im Internet abrufbar.

Lassen Sie im Falle einer Sturmflutwarnung Ihr Radio angeschaltet. Falls eine Räumung gefährdeter Bereiche notwendig werden sollte, wird durch Rundfunk oder Fernsehen dazu aufgerufen, evtl. auch durch Lautsprecherdurchsagen der örtlichen Polizei oder Feuerwehr.

In einigen Regionen von Schleswig-Holstein erfolgt die Warnung auch durch Sirenen. Falls Sie Warnungen hören, informieren Sie bitte Ihre Nachbarn! Helfen Sie älteren Menschen. Denken Sie auch an ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Was muss ich tun, wenn eine Sturmflut droht?

Bei einer Sturmflut wird folgendes geraten:

  • Vergewissern Sie sich, wo Sie im Notfall Strom und Gas abstellen müssen (Gefahr von Stromschlägen in überfluteten Gebäuden).
  • Überlegen Sie, welche persönlichen Dinge Ihnen am wichtigsten sind und wohin Sie diese auslagern können (höhere Stockwerke). Planen Sie dies auch für empfindliche Gegenstände, z. B. wichtige Dokumente und Mobiliar.
  • Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio und eine Taschenlampe bereit. Der Strom könnte ausfallen, und über das Radio erhalten Sie wichtige Informationen und Warnungen.
  • Informieren Sie sich, auf welchem Wege Sie ggf. das gefährdete Gebiet verlassen können.
  • Legen Sie Lebensmittel- und Trinkwasservorräte an.
  • Meiden Sie die Gefahr und halten Sie sich nicht am Ufer auf.
  • Bei einer Aufforderung zur Räumung: Stellen Sie Handgepäck bereit (wichtige Dokumente, Geld, Wertsachen, warme Kleidung, Schlafsack / Decke, Medikamente, Lebensmittel f. 1-2 Tage), verständigen Sie bitte auch Ihre Nachbarn.
  • Falls Sie es nicht mehr schaffen, den Gefahrenbereich zu verlassen: Suchen Sie Schutz in höher gelegenen Stockwerken Ihres Hauses. Nehmen Sie Ihr Handgepäck sowie Trinkwasser, Mobiltelefon, batteriebetriebenes Radio und Taschenlampe mit.
  • Wenn Sie dringend Hilfe benötigen, rufen Sie den Notruf der Feuerwehr 112 oder der Polizei 110 an.

Wann gab es die letzte schwere Sturmflut in Schleswig-Holstein?

An der Ostseeküste trat im Jahre 1872 die letzte verheerende Sturmflut auf. Bei dieser Katastrophe wurden mehrere hundert Quadratkilometer Land überflutet. Insgesamt kamen 271 Menschen in der westlichen Ostsee ums Leben. Heute wären die Verluste bei einer solchen Sturmflut wesentlich höher.