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Norddeutschland Supermärkte in Schleswig-Holstein suchen nach Plastik-Alternative
Nachrichten Norddeutschland Supermärkte in Schleswig-Holstein suchen nach Plastik-Alternative
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09:26 12.06.2019
Die Zeiten von Plastikverpackungen sind in diesem Supermarkt in Bad Schwartau fast vorbei: Hier dürfen Kunden ihre eigenen Behälter mit an die Käsetheke bringen. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

 Der kleine Preis von einem Cent für Knotenbeutel ist bei Aldi Teil einer größeren Strategie, um Plastik zu vermeiden. Ab Sommer sollen die kleinen Beutel aus Bioplastik gefertigt werden. Und ab Herbst will das Unternehmen als Alternative wiederverwendbare Netze für Obst und Gemüse anbieten. Auch Verpackungen von Eigenmarken sollen bis 2025 mit 30 Prozent weniger Plastik auskommen. Bereits zum Jahresbeginn hat die Kette Plastikgeschirr, -Strohhalme und -Becher aus dem Sortiment verbannt, seit April verzichtet Aldi auf Plastikfolien für Salatgurken.

Kaum Verzicht auf kleine Plastiktüten

Seitdem Plastiktragetaschen nur noch gegen eine Gebühr verkauft werden, verzichten Kunden an der Kasse deutlich häufiger auf die dickeren Plastiktüten. Der Gebrauch der sogenannten Hemdchenbeutel sinkt dagegen kaum: Laut Bundesumweltministerium nutzte jeder Verbraucher im vergangenen Jahr 37 der kleinen Plastikbeutel, insgesamt etwas mehr als drei Milliarden Stück.

Bei Edeka Martens in Bad Schwartau werden neben den kleinen Plastiktüten auch Papiertüten und wiederverwendbare Einkaufsnetze für Obst und Gemüse angeboten. Die Nachfrage nach der Papier-Alternative sei groß, sagt der stellvertretende Marktleiter Kim Jacobsen. So groß, dass die Tüten oft vergriffen seien und es Lieferprobleme gebe.

Papiertüten keine richtige Alternative

Allerdings ist fraglich, ob die Papiertüte wirklich eine Alternative ist. Der Naturschutzbund (Nabu) kritisiert, Papierverpackungen seien nicht unbedingt umweltfreundlicher, sie hätten nur ein besseres Image. Für Tüten aus Bioplastik gilt ähnliches: Laut BUND brauchen sie zu lange für die Verrottung im Kompostwerk. Im Bioabfall werden sie wie andere Plastiktüten behandelt und aussortiert.

Auch andere Supermärkte bieten deswegen bereits Mehrwegnetze für Obst und Gemüse an. Der Discounter Netto ist gerade dabei, sein Sortiment an losem Obst und Gemüse auszubauen. Wo Lebensmittel noch abgepackt verkauft werden, testen Netto und Real alternative Graspapierschalen. Grundsätzlich sind alle angefragten Handelsketten auf der Suche nach alternativen, umweltfreundlicheren Verpackungen für Eigenprodukte. Aus einigen Märkten sind bereits Einwegprodukte wie Plastikgeschirr, Strohhalme und Wattestäbchen verschwunden. Sie wurden ersetzt durch Edelstahlstrohhalme oder Wattestäbchen mit Papierschaft.

Eigene Frischeboxen teilweise erlaubt

Bei leicht verderblichen Waren wie Fleisch, Fisch oder Käse- und Milchprodukten fällt den Händlern die Umstellung nach wie vor schwer. Dass Kunden ihre eigenen Plastikdosen oder Glasbehälter zur Aufbewahrung mitbringen, war lange aus Hygienegründen nicht möglich. Bei Edeka Martens in Bad Schwartau geht das aber mittlerweile: Kunden müssen ihre mitgebrachten Boxen mit offenem Deckel auf ein Tablett stellen, der Verkäufer legt Wurst, Käse oder Fleisch hinein. Wichtig ist, dass der Behälter immer auf dem Tablett bleibt, auch hinter der Theke.

Auch Real bietet seinen Kunden diese Möglichkeit. Bis jetzt geht das aber nur in zwei Dritteln der Märkte: Das Konzept muss nach Angaben des Unternehmens in jeder Filiale einzeln freigegeben werden. Auch Rewe prüft derzeit noch praktikable Möglichkeiten, damit Kunden eigene Mehrwegbehälter mitbringen können.

Ganz ohne Plastik geht es nicht

Obwohl Supermärkte mittlerweile einige plastikärmere Alternativen anbieten, greift die Mehrheit der Kunden doch noch zu Plastikprodukten. Das beobachtet zumindest Kim Jacobsen in Bad Schwartau. Plastiktüten ganz abzuschaffen kommt für ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Frage: „Ohne geht es momentan nicht.“

Annabell Brockhues und Myra O’Hagen

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