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Norddeutschland Erste Taxifirmen bieten Fahrgästen schnelles Internet
Nachrichten Norddeutschland Erste Taxifirmen bieten Fahrgästen schnelles Internet
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17:26 23.05.2019
Taxis vor dem Lübecker Hauptbahnhof. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck/Kiel

„Es lohnt sich, wir haben viele junge Kunden. Diese freuen sich, dass sie bei uns während der Fahrt im Internet surfen können“, sagt „Inseltaxi“-Mitarbeiter Detlev Timm, der die Idee hatte. Das Datenvolumen der Taxi-Nutzer werde so geschont. (Mehr über den Fehmaraner Trendsetter lesen Sie hier.)

Anderswo könnte das Beispiel aus Fehmarn Schule machen. „Wir haben bisher zwar keine Nachfrage“, sagt etwa Taxiunternehmer Markus Seiffert aus Bad Segeberg, der zum Vorstand des Landesverbandes für das Taxi- und Mietwagengewerbe gehört. „Aber wenn es angeboten werden kann, sollte man es haben. Die neuen Autos bieten diese Technik.“ Seiffert, der 16 Taxen betreibt, will die Einführung in seinem Unternehmen nun prüfen. Er denkt an Aufkleber mit dem Hinweis „Wifi im Auto“. Fahrer könnten über WLan Aufträge entgegennehmen, überlegt er. „Und wir haben viele Kunden, auch aus dem Ausland, für die wir Flughafentransfers machen und auch Krankentransporte ins Lübecker Uniklinikum.“ Im Schnitt dauere so eine Fahrt 15 Minuten oder länger. Das sei Zeit genug für die Kunden, sich einzuloggen.

Netzzugang noch die Ausnahme

Bislang sind es landesweit nur einzelne Taxiunternehmen, die mit eigenem WLan werben. So „Taxi Liebetanz“ mit 18 Taxen in Ahrensburg und Großhansdorf. „Wir haben es“, bestätigt Inhaber Ibrahim Jüksek. Auch in Oldenburg (Holstein) und Heiligenhafen fahren erste Taxis mit Netzzugang.

In Lübeck, Kiel oder Hamburg sind Taxis mit WLan hingegen noch die Ausnahme. Vielerorts wird kein Bedarf gesehen. In den Städten dauerten die Fahrten oft nur wenige Minuten, meint ein Taxifahrer. „Da macht es keinen Sinn, sich einzuloggen.“ Er bevorzuge ohnehin ein Gespräch mit dem Fahrgast. „Das gehört doch dazu. Aber die Leute werden immer unkommunikativer.“

Nachrüstbare Technik

Viele Autohersteller bieten bei ihren Neufahrzeugen einen WLan-Hotspot als Extra mit an. Die Fahrer werden über ihr Tablet, Notebook oder Smartphone automatisch mit dem Internet verbunden und können im Internet surfen. Dies kann dann auch den Fahrgästen ermöglicht werden. Ältere Fahrzeuge lassen sich nachrüsten. Diverse Hersteller, beispielsweise Huawei, bieten dazu mobile WLan Router an. Die Deutsche Telekom bietet den CarConnect Service, der über einen Adapter funktioniert.

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Busse und Bahn sind Vorreiter

Anders als Taxiunternehmer haben Busse und Bahn das Internet bereits überwiegend für sich erschlossen. „Schon seit Oktober 2015 bieten wir WLan im Bus an“, sagt Gerlinde Zielke, Pressesprecherin des Stadtverkehrs Lübeck. 70 Prozent der 200 Stadt-Busse seien inzwischen mit der Technik ausgestattet. „Man kann sich im Bus einloggen. Wie steht auf im Innenraum angebrachten Schildern.“

Auch auf den Bahnstrecken von Lübeck nach Hamburg, Lüneburg oder Kiel und Puttgarden haben inzwischen fast alle Züge Internetzugang, versichert Dennis Fiedel, Sprecher des Nahverkehrsverbundes Nah.SH. Die Verbindung indes lässt im Zug oft zu wünschen übrig. Bahnfahrer wissen aus Erfahrung, dass es oft sehr lange dauert, bis sie Netzanschluss haben. Die Bahn selbst aber könne diesmal nichts dafür, führt Karl-Peter Naumann, Ehrenpräsident des Fahrgastverbandes Pro-Bahn aus. „Das Problem ist das Netz außerhalb des Zuges. Wenn da nichts ist, können sie so viel verstärken wie sie wollen.“ Für die Netzbetreiber lohne sich das offenbar nicht. Die Politik müsse daher mehr Druck machen, damit auf der Schiene auch außerhalb der Städte kontinuierlicher Internetempfang möglich sei.

Sebastian Musolf und Marcus Stöcklin

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