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Norddeutschland Tiere im heimischen Wald: Wer hat sich denn da versteckt?
Nachrichten Norddeutschland Tiere im heimischen Wald: Wer hat sich denn da versteckt?
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06:00 21.08.2019
In den heimischen Wäldern ist so einiges los: Wer ganz aufmerksam ist, findet Spuren der zahlreichen Waldbewohner. Quelle: HFR
Lübeck

Es knistert, Blätter rascheln, Äste knacken: Im Wald ist ordentlich was los. Wenngleich wir in den Wäldern Schleswig-Holsteins nicht damit rechnen müssen, einem Elch über den Weg zu laufen – auch die heimischen Wälder, die rund zehn Prozent unserer Landfläche ausmachen, sind voller tierischer Bewohner. Wer ganz aufmerksam hinschaut und sich ein bisschen Zeit nimmt, entdeckt sicherlich Spuren des ein oder anderen Waldbewohners.

Der BaummarderDer Baummarder, auch Edelmarder genannt, ist in Europa und Westasien ein altbekannter Waldbewohner, der jedoch vermehrt auch Felslandschaften aufsucht. In Schleswig-Holstein findet man den Baummarder, der sich vom Steinmarder durch seine goldgelbe Kehle und das dunklere Fell unterscheidet, beinahe überall. Lediglich auf Fehmarn und den Nordseeinseln wurde er bisher noch nicht gesichtet. Das „Goldkehlchen“, wie er auch genannt wird, erreicht eine Länge von knapp einem halben Meter. Sein buschiger Schwanz ist nochmals rund 30 Zentimeter lang. Zu Gesicht bekommt man die geschickten Kletterer ab der Dämmerung, tagsüber hingegen verstecken sich die Tiere in Baumhöhlen oder verlassenen Eichhörnchenkobeln.

Der WaschbärDer ursprünglich aus Nordamerika stammende Waschbär fühlt sich insbesondere in Misch- und Laubwäldern in der Nähe von Gewässern pudelwohl. Er kommt allerdings auch in Gärten, Parks und Städten vor. Wie der Baummarder hält sich auch der Waschbär bei Tageslicht meist in Baumhöhlen, aber auch auf Dachböden oder in Schuppen auf.

Der Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika. Bei uns fühlt er sich aber auch ausgesprochen wohl. Quelle: dpa

Der bis zu 70 Zentimeter große Kleinbär, der von vielen Menschen kritisch beäugt wird, hat sich entgegen der Vorurteile gut in unsere Natur integriert und schädigt auch keine anderen Arten nachhaltig. Antreffen kann man den scheuen Waschbären mit dem gestreiften Schwanz, sobald es zu dämmern beginnt.

Der FuchsIn Schleswig-Holstein ist der Rotfuchs das größte Landraubtier. Nur der Wolf macht ihm diesen Rang an einigen Orten streitig. Da der Fuchs ein Nahrungsopportunist ist, stellt er an seinen Lebensraum keine besonderen Anforderungen. Er fühlt sich in Wäldern, Graslandschaften und auf Äckern zuhause. Immer häufiger ist er aber auch in Siedlungsgebieten zu finden. Als Allesfresser freut er sich über Feldmäuse, Kaninchen, Vögel, Äpfel, Pflaumen und Brombeeren.

In Schleswig-Holstein ist der Rotfuchs das größte Landraubtier. Quelle: dpa

Aber auch Aas und Regenwürmer spielen eine wichtige Rolle in der Ernährung des Fuchses, der versucht, mit möglichst wenig Aufwand an seine Nahrung zu gelangen. Sein Geruchssinn, der 400 mal besser ist als der des Menschen, ist ihm dabei eine große Hilfe. Der Fuchs ist hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv.

Das RehDas Reh ist die Kleinste und am häufigsten vorkommende heimische Hirschart in Schleswig-Holstein. Es besiedelt dichte Wälder bis hin zu weiten Agrarlandschaften. Da es eine abwechslungsreiche Ernährung aus Kräutern, Gräsern und Hülsenfrüchten bevorzugt, findet man das Reh vor allem in Landschaften, in welchen sich Wälder und Äcker abwechseln. Von November bis Juni sind Rehe vorwiegend tagaktiv. Nach der Brunft sind sie eher zu Dämmerungszeiten, insbesondere am frühen Morgen aktiv.

Neugierig blickt ein Reh am frühen Morgen aus einem Getreidefeld. Am liebsten besiedelt sie dichte Wälder und Agrarlandschaften. Quelle: dpa

Da der Disney-Film Bambi allgemeinhin für Verwirrung zwischen den Unterschieden von Rehen und Hirschen sorgt: Das Reh ist keineswegs die weibliche Gefährtin des Hirsches. Zwar gehören beide Tiere zur Familie der Hirsche, ihre Lebensweise unterscheidet sich jedoch voneinander. Während das Reh zusammen mit Rentieren und Elchen zu den sogenannten Trughirschen zählt, ist mit dem Hirsch hierzulande in der Regel der Rot- oder Damhirsch gemeint. Aber auch der Hirsch kommt in Schleswig-Holstein in kleinen Gebieten vor, die vom Herzogtum Lauenburg über Duvenstedt bis südlich des Nord-Ostsee-Kanals reichen.

Die WaldfledermausBeinahe alle der in Schleswig-Holstein vorkommenden 15 Fledermausarten leben zeitweise im Wald. Einige von ihnen wie beispielsweise die Bechstein- oder Wasserfledermäuse, sind eng an Wälder gebunden. Sie jagen dort Insekten und ziehen ihre Jungen auf. Waldfledermäuse nutzen den Wald, wie ihr Name schon sagt, als einzigen Lebensraum. Sie bevorzugen ältere Laub- und Laubmischwälder. Manche Fledermäuse überwintern in hohlen Bäumen, die im Wald, in Parkanlagen oder in Alleen stehen. Da Fledermäuse nachtaktiv sind, muss man sich gedulden, bis es dunkel wird, um einen Blick auf die flinken Tiere zu erhaschen.

Manche Fledermäuse leben in hohlen Bäumen, die im Wald, in Parkanlagen oder Alleen stehen. Einige bevorzugen Höhlen – wie etwa dieses Exemplar, das in der Segeberger Kalkhöhle lebt. Quelle: Noctalis Fledermaus-Zentrum

Von Josephine Andreoli

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