Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Die Ostseeküste: Ein Paradies für Strandbars
Nachrichten Norddeutschland Die Ostseeküste: Ein Paradies für Strandbars
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:53 15.07.2019
Im Liegestuhl am Strand oder auf der überdachten Holzterrasse: Strandbars entlang der Ostseeküste haben einen ganz besonderen Charme. Buddelbar-Chef Christopher Röhrl hat den Traum der eigenen Strandbar wahr gemacht. Sein Arbeitsplatz befindet sich dort, wo andere Urlaub machen. Quelle: HFR
Timmendorfer Strand

Die Wellen rauschen. Der Sand kitzelt zwischen den Zehen. Die Sonne färbt die Wolken rosa. Tropische Früchte zieren die Cocktails, die in der kleinen Holzhütte am Strand gemixt werden. Ein Ausschnitt aus dem Werbevideo einer pazifischen Tropeninsel? Falsch.

Sie arbeiten da, wo andere Urlaub machen: Das Team der Buddelbar in Timmendorfer Strand verteilt Cocktails und Snacks an Gäste, die direkt an der Wasserkante der Ostsee sitzen.

Diese Momentaufnahme spielt sich an der Ostseeküste entlang der Lübecker Bucht ab. Zahlreiche Strandbars bieten dort ihren Gästen einmalige Blicke auf den Horizont. Dazu gibt’s Cocktails, Cafés und Snacks. Nach Angaben der Ostsee-Holstein-Tourismus Agentur (Talb) sind es in der Region rund elf Bars, die direkt am Stand liegen. Vor zehn Jahren waren es gerade einmal zwei. „Nun werden es immer mehr“, sagt Geschäftsführerin Katja Lauritzen. Ein regelrechter Strandbar-Trend. „In Gesprächen mit Ortsvertretern ist das Interesse für weitere Bars klar rauszuhören.“ Urlauber und Gäste nehmen dabei das Angebot dankend an.

Eine dieser Strandbars ist die Buddelbar. Wenige Meter von der Seebrücke in Timmendorfer Strand entfernt, hat sich Christopher Röhrl gemeinsam mit seinen Partnern, den Timmendorfer Gastronomen Christian Fitz und Jan Schumann, im April seinen Traum der eigenen Strandbar erfüllt.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Buddelbar in der jetzigen Form ist neu. An gleicher Stelle gab es jedoch vor zwei Jahren einen Vorgänger. Dieser wurde 2017 eröffnet. Damals war das Ganze allerdings simpler: 80 Sitzplätze und ein Container als Bar.

Die Saison der Strandbars geht von April bis Ende Oktober. Danach kann wegen des Küstenschutzes nur mit Ausnahmegenehmigung geöffnet werden.

Apropos Küstenschutz: Die Buddelbar und die Strandbars entlang der Küste sind so gebaut, dass sie in 24 Stunden abbaubar sind. Dadurch soll vermieden werden, dass Sturmfluten größere Schäden anrichten.

Einen Überblick zu weiteren Strandbars entlang der holsteinischen Küste finden Sie unter www.ostsee-schleswig-holstein.de/ostsee-lounges.

„Das hat dem Ort wirklich gefehlt“

„Mein Wunsch ist es, dass Gäste die Buddelbar als Teil ihres Urlaubs sehen“, sagt der junge Buddelbar-Chef. Mit diesem Anspruch steht Christopher Röhrl in Timmendorfer Strand und an der gesamten Lübecker Bucht nicht allein da. Die Konkurrenz ist groß. Einige Bars, die nah am Wasser liegen und viele Restaurants entlang der Küste haben sich über die Jahre etabliert. Christopher Röhrl und die Buddelbar sind die Neulinge vor Ort.

Der junge Gastronom ist jedoch zuversichtlich – und erntet Bestätigung von seinen Gästen: „Das hat dem Ort wirklich gefehlt“, sagt Jürgen Grünwald aus Hamburg. Wie ein kleines Stück Kalifornien fühle es sich hier an. „Der Ausblick und das Ambiente sind toll – entspannt und gemütlich“, sagt Helga Grünwald.

Auch abseits der Konkurrenz ist es nicht einfach, eine Strandbar zu leiten. „Es ist zäh“, sagt Röhrl. Die Launen des Wetters rauben ihm manchmal den Nerv. Er erinnert sich an die Zeit vor der Buddelbar, in der er in Grömitz arbeitete: „Du kannst Ostern aufmachen und es schneit. Morgens haben wird noch Schnee geschippt und nachmittags ist T-Shirt-Wetter.“ Manchmal regne es für Wochen. Und dann habe man drei Wochen Temperaturen um die 30 Grad.

Weitere Beiträge aus der Sommerredaktion

Eine Auswahl an Beiträgen aus der Sommerredaktion, die Ihnen gefallen könnten.

Clever Urlaub machen:Per App die Lübecker Bucht erkunden

Es geht hoch hinaus: Mit dem Segelflugzeug über Aukrug bei Neumünster

Städte neu erleben: Mit Hein Lüth durch Lütjenburg

Quallenplage: Milder Winter begünstigt Quallen in der Ostsee

Der Norden per Rad: Der „Wilde Osten“ Fehmarns

Ostsee besonders attraktiv für Familienurlaube

Die schleswig-holsteinische Küste ist zwar nicht unbedingt für ihr tropisches Klima bekannt, doch eigne sie sich gut für Strandbars, sagt Talb-Chefin Lauritzen. „Wir haben deutlich mildere Gezeiten im Vergleich zur Nordsee.“ Dadurch entstehe eine unmittelbare Strandsituation – das Wasser ist näher an den Gästen und besonders flach. Das sei attraktiv für Familien, sagt auch Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein. „Die Ostseeküste bietet schöne Strände, auf denen sich die Kinder austoben können, während die Erwachsenen etwas trinken und ihre Kinder dabei im Blick behalten.“

Nichtsdestotrotz: Der Regen bleibt – und damit ein Problem für die Strandbarbesitzer. „Beachbars werden etwa bei Regen oder bei Sturm weniger frequentiert als Restaurants und Cafés, die ihren Gästen geschützte Räume bieten können“, sagt Bunge.

Deshalb müssen sie sich einiges einfallen lassen. Damit der Buddelbar zum Beispiel nicht die Saison verregnet wird, haben die drei Gastronomen beim Bau der Bar darauf geachtet, dass sie rund 150 Quadratmeter der Fläche komplett mit Schirmen überdachen und mit Heizstrahlern aufwärmen können. Dadurch könnten sie bei jedem Wetter die Terrasse mit 160 von insgesamt 280 Plätzen öffnen. „Die Gäste brauchen die Sicherheit, dass sie zu jeder Zeit zu uns kommen können“, sagt der 26-jährige Barchef. Bleibt es trocken, kommen zur Terrasse noch einmal 120 Strandliegestühle hinzu, die bis zur Wasserkante aufgestellt sind. „Die Stühle sind so angeordnet, dass jeder Gast von jedem Platz aus ungestört auf das Wasser gucken kann.“

Das Konzept der Bar ist dem der Tiki-Bars aus Hawaii nachempfunden. „Der Tiki-Style steht für Cocktails mit frischen Zutaten, hochwertigen Spirituosen und aufwendigen Dekorationen“, sagt Gillian Picker, Barkeeper und Mann hinter dem Tresen. Diese Details umzusetzen, lägen dem jungen Barchef am Herzen: „Wir sind nicht die Strandkneipe von nebenan, in der man Piña Colada und Sex on the Beach serviert. Vielmehr gibt es Drinks, die man in Norddeutschland nur hier kriegt.“

Den Urlaub an der Ostsee ein Stück schöner machen

Ob ihn der Strand auch manchmal nerve? Er lacht: „Der Strand ist in jeder Ritze. Mein ganzes Auto ist voll damit.“ Dann wird er ernst, denn tatsächlich bringt der Sand Ärger mit sich. In Kombination mit der Sonne leidet das Material unter den Bedingungen. Seine Mitarbeiter bräuchten zum Teil vier Paar Schuhe pro Saison.

Doch all das nimmt er gern in Kauf: „Ich habe lieber den Strand unter den Füßen als irgendetwas anderes. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man mit seinem Angebot die Gäste glücklich macht.“

Fabian Boerger

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weniger Fälle, weniger Schaden: Datendiebe haben an Geldautomaten seltener Erfolg. Wir zeigen, wo es nach wie vor Datenklau an Geldautomaten gibt.

13.07.2019

Ein mit 35 000 Litern Benzin und Diesel beladener Tanklastzug rutscht rund 15 Meter einen Abhang hinab. Der Fahrer wird schwer verletzt. Die A 23 in Höhe Schafstedt bleibt stundenlang gesperrt.

12.07.2019
Norddeutschland Sommerferien in 14 Ländern - Jetzt wird’s eng an der Küste

An diesem Wochenende ist es so weit: Die Nordrhein-Westfalen kommen! Der ADAC rechnet mit viel Verkehr und Staus auf den Autobahnen. Viele Hotels und Zeltplätze sind bereits ausgebucht.

12.07.2019