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Norddeutschland Debatte über Tote bei Polizeieinsätzen
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06:35 04.12.2019
Ahrensburg: Ermittler der Spurensicherung arbeiten hinter einer Sichtsperre. Ein Mann ist dort bei einem Polizeieinsatz gestorben. Quelle: Paul Weidenbaum/dpa
Kiel

Der Tod von zwei Männern im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen in Schleswig-Holstein beschäftigt den Landtag. Innenstaatssekretär Torsten Geerdts (CDU) will am Mittwoch ab 14.00 Uhr die Fragen des Innen- und Rechtsausschusses beantworten.

«Wir erwarten eine Aufklärung der Sachverhalte und wollen Informationen, die über die Berichterstattung hinausgehen», sagte der SPD-Innenpolitiker Thomas Rother der Deutschen Presse-Agentur. «Es soll transparent und nachvollziehbar dargelegt werden, was dort passiert ist.»

Mann stirbt in Ahrensburg

Nach einem Polizeieinsatz am 1. November in Ahrensburg (Kreis Stormarn) war ein 55 Jahre alter Mann aus bislang ungeklärten Umständen gestorben. «Wir haben weitere rechtsmedizinische Untersuchungen in Auftrag gegeben, die zeitaufwendig sind», sagte die Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst, der dpa. Deren Ergebnisse seien eher in Monaten als in wenigen Wochen zu erwarten.

An der Leiche des Mannes waren Druckverletzungen gefunden worden. Außerdem erlitt er laut Staatsanwaltschaft bei der Fixierung durch die Polizei einen Kreislaufstillstand. Der 55-Jährige soll sich nach einer Verfolgungsfahrt durch die Polizei heftig gegen seine Festnahme gewehrt haben, so dass die Beamten ihn fixiert hätten.

Tödliche Schüsse in Lübeck

Thema sind im Ausschuss auch tödliche Schüsse eines Polizeibeamten auf einen bewaffneten Mann am 2. November in Lübeck. Laut Polizei hatte es zunächst einen Schusswechsel im Stadtpark gegeben, bei dem der Mann getroffen worden sein soll. Danach sei der 52-Jährige zu einer Villa in einer angrenzenden Straße gelaufen und habe versucht, durch eine eingeschlagene Scheibe in das bewohnte Gebäude einzudringen. Bei einem weiteren Schusswechsel an der Villa sei der Mann dann tödlich getroffen worden.

Laut Obduktionsergebnis wurde er durch zwei Schüsse am Oberkörper getroffen. Zusätzlich wurde ein Streifschuss am Bein festgestellt. Ein Vater hatte die Polizei alarmiert, nachdem er und seine Tochter in dem Park von einem bedrohlich wirkenden Mann angesprochen worden waren. Später soll dieser das Feuer auf die Beamten eröffnet haben. Im Park fanden Ermittler nur eine Schreckschusswaffe. Laut Staatsanwaltschaft war der 52-Jährige 1989 und 1997 zu langjährigen Haftstrafen wegen räuberischer Erpressung und Raubes verurteilt worden. Die Ermittlungen in dem Fall seien noch nicht abgeschlossen, sagte Hingst.

Thema im Ausschuss ist auch die Durchsuchung der Landesgeschäftsstelle der Deutschen Polizeigewerkschaft. Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Polizeigewerkschafter Thomas Nommensen wegen des Verdachts des Durchstechens von Polizeiinterna.

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Von RND/dpa

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