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Norddeutschland Von Fahnenmast erschlagen: Auszubildende stirbt am ersten Arbeitstag in Kiel
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Tödlicher Unfall in Kiel: Auszubildende von Fahnenmast erschlagen

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09:44 04.08.2020
Tödlicher Unfall in Kiel: Auf dem Weg zum Fototermin wurde eine junge Frau von einem umstürzenden Flaggenmast tödlich getroffen. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Die Szenerie am Montag um etwa 10 Uhr auf dem Rathausplatz in Kiel war dramatisch: Ersthelfer eilten zum Unfallort und versuchten, die junge Frau zu retten. Andere schirmten den Blick auf das Geschehen mit Folien ab – nach wenigen Minuten fuhr der Rettungsdienst vor. Doch auch die professionellen Helfer kämpften vergebens um das Leben der 23-Jährigen, die am Montag ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beginnen wollte. Letztlich konnte nur noch ihr Tod festgestellt werden. Das berichten die Kieler Nachrichten am Montag. 

Beobachtern zufolge ist die Frau von einem Fahnenmast erschlagen worden. Ein Lastwagen, der Material für die Bauarbeiten am Rathaus liefern sollte, hatte den Mast beim Zurücksetzen umgefahren. Er brach ab und wurde zur tödlichen Falle. Er fiel auf eine Gruppe junger Menschen. Einige sprangen noch zur Seite. Eine von ihnen konnte nicht mehr ausweichen.

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Krisenteam bietet Betreuung an

Die rund 50 städtischen Auszubildenden waren gerade dabei, sich für ein Gruppenfoto auf dem Rathausplatz aufzustellen. Denn eigentlich sollte dieser Tag für sie ein Tag zum Feiern werden: Es war der erste Tag ihrer Ausbildung, sie waren gerade vereidigt worden.

Die Verwaltung sagte daraufhin alle Feierlichkeiten ab. Ein Kriseninterventionsteam bot Betreuung für die Zeugen an, zu denen auch die Rathausspitze um Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gehört.

Auszubildende sollen von Seelsorgern betreut werden

„Ich bin zutiefst erschüttert und geschockt“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. "Es gibt keine Worte für das Entsetzen über dieses tragische Geschehen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen."

Das Rathaus verfiel in Schockstarre. Auch in den kommenden Tagen sollen die Auszubildenden von Seelsorgern betreut werden. Über ihren Start in die Arbeitswelt wird am Dienstag weiter entschieden, so die Stadt. Trauerbeflaggung ist angeordnet.

Die Hilfe und der Einsatz liefen Beobachtern zufolge professionell und engagiert ab: Extrem schnell wurde versucht, der Frau zu helfen. Nach dem ersten Errichten des Sichtschutzes mit Rettungsdecken trafen Krankenwagen, Notarzt und auch mehrere Polizeiwagen binnen weniger Minuten nach dem Unglück ein. Irritierte und Schaulustige wurden so vom Geschehen abgehalten. Unterdessen liefen die ersten Zeugenbefragungen.

Von Niklas Wieczorek