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Norddeutschland Tausende nehmen Abschied von Jan Fedder
Nachrichten Norddeutschland Tausende nehmen Abschied von Jan Fedder
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14:09 15.01.2020
Ein Fan von Jan Fedder hält bei der Trauerfeier für den Schauspieler im Michel ein Plakat hoch. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Hamburg

Zahlreiche prominente und nicht-prominente Besucher sind zur Trauerfeier in den Hamburger Michel gekommen. Vor der Kirche war es bereits lange vor Beginn der Andacht brechend voll. Polizisten hatten alle Hände voll zu tun, trauernde Fans von der Straße fernzuhalten. Der NDR übertrug die Trauerfeier auf den Platz vor der Kirche. Der Michel selbst war ausschließlich den 2000 geladenen Gästen vorbehalten (hier geht es zum Live-Ticker).

Viele prominente Trauergäste

Zu den Trauergästen zählten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), TV-Koch Tim Mälzer, die Sänger Klaus Meine und H.P. Baxxter, die Schauspieler Heinz Hoenig, Claude-Oliver Rudolph, Ben Becker und Axel Milberg. Auch die Kollegen der Fernsehserien „Großstadtrevier“, „Neues aus Büttenwarder“ und aus dem Film „Das Boot“ erwiesen dem einstigen Weggefährten ihre Ehre. Der Altarraum war mit roten Rosen geschmückt, seine Lieblingsblumen.

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Hier lesen Sie, was die Fans über Jan Fedder sagen.

Tausende Fans sind zum Michel gekommen

Die Elbschiffe flaggten an diesem Tag halbmast und schwarz. Zudem ließen sie ihre Schiffshörner erklingen, Taxi-Zentralen ließen schwarze Fahnen wehen. Fedder, der auf St. Pauli aufgewachsen ist, hatte sich eine Trauerfeier im Michel gewünscht. Hier war er getauft und konfirmiert worden und hatte 2000 seine Frau Marion geheiratet.

Zigaretten in der Michel-Sakristei

Jahrelang habe Jan Fedder im Hamburger Michel an Heiligabend die Weihnachtsgeschichte gelesen, sagte Hauptpastor Alexander Röder in seiner Trauerrede für den Schauspieler. „Vorher war er so nervös, dass er in der Sakristei eine Zigarette nach der anderen geraucht hat.“ Keiner habe versucht, es ihm zu verbieten: „Es wäre wohl auch kaum gelungen.“ Röder, der den Trauergottesdienst leitete, lobte Fedders „großes Herz und seinen Sinn für Gerechtigkeit“. „Jan Fedder war in seinen Rollen gerade darum ein Sympathieträger, weil er nicht makellos war und nicht glatt und geschliffen redete“, sagte Röder.

„Er ist nicht zu ersetzen“

Nach Ansicht seines Schauspielerkollegen Claude-Oliver Rudolph war Jan Fedder einmalig. „Der große Albers und der Jan als kleiner Albers, die sind nicht zu ersetzen in Hamburg. Da wird immer eine Lücke bleiben“, sagte Rudolph kurz vor Beginn der Trauerfeier im Hamburger Michel für Fedder. „Der Jan ist ein ganz lieber feiner Mensch. Und deshalb glaube ich auch, der kommt in den Himmel, was ich bei vielen anderen nicht glaube.“

Ein Herzensmensch, der alle in seinen Bahn zog

Fedder sei für den NDR wie Uwe Seeler für den HSV, sagte der frühere NDR-Intendant Lutz Marmor. „Jan war für viele wie ein guter Freund“, beschrieb Marmor die Verbundenheit der Menschen mit dem Schauspieler. Fedder sei kein Diplomat gewesen, auch nicht immer einfach. Er sei ein Herzensmensch gewesen, der einen von ersten Moment an in seinen Bann gezogen habe. „Jan konnte alles spielen“, sagte Marmor – und fügte an: „Danke, danke für alles.“

Bewegende Worte der Ehefrau

Jan Fedders Frau Marion nahm mit bewegenden Worten Abschied von ihrem Mann. „Mein geliebter Jan, das ist der schwerste Gang, den ich je machen musste. Du warst meine Familien, mein Mann, mein Fels, mein engster Vertrauter, mein alles“, sagte Marion Fedder. „Es wird nie wieder jemanden geben so wie dich. (...) Hier im Michel habe wir vor 20 Jahren geheiratet. Dass ich dich hier heute beerdigen muss, tut mir unendlich weh.“ Sein Platz in ihrem Herzen werde auf ewig mit Liebe gefüllt sein. „Nun muss ich dich auf deine letzte Reise schicken, einmal noch über die Reeperbahn – das hast Du dir gewünscht.“ Zum Abschluss der Rede im Michel gab es Applaus.

Letzte Runde über die Reeperbahn

Zum Schluss tragen sechs Polizisten den Sarg nach draußen. In einer schwarzen Limousine, angeführt von zwei Polizisten auf Motorrädern, dreht Jan Fedder seine letzte Runde über die Reeperbahn. Vorbei an der berühmten Davidwache, wo ein Kondolenzbuch ausliegt.

Jan-Fedder-Platz auf St. Pauli?

Die Hamburger CDU will Jan Fedder unterdessen eine besondere Ehre erweisen. Die Hansestadt solle so schnell wie möglich einen Jan-Fedder-Platz bekommen. Das sieht ein Antrag vor, den die Fraktion am Montagabend auf den Weg gebracht hat.

Als Ort schlägt CDU-Fraktionschef André Trepoll den Spielbudenplatz direkt vor der Davidwache vor. Das würde dem Ehrenkommissar der Hamburger Polizei und dem eingefleischten „Sankt Paulianer“ Jan Fedder gerecht werden. Auch der St. Pauli Bürgerverein hatte diesen Platz bereits vorgeschlagen. Der CDU-Antrag soll Ende Januar in der Bürgerschaft behandelt werden.

Kult-Schauspieler aus „Großstadtrevier

Am Dienstag hätte der am 30. Dezember tot in seiner Wohnung aufgefundene Schauspieler seinen 65. Geburtstag gefeiert.

So liebten ihn die Fans: Schauspieler Jan Fedder in der Serie „Großstadtrevier“. Quelle: Fabian Bimmer/dpa

Der beliebte Schauspieler spielte 28 Jahre in der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Mit unverwechselbarer Stimme und Akzent machte Fedder norddeutsche Charaktere zu seinem Markenzeichen. Neben dem „Großstadtrevier“ drückte er auch der Serie „Neues aus Büttenwarder“ als Bauer Brakelmann seinen Stempel auf. Auch für vier Siegfried-Lenz-Verfilmungen stand er vor der Kamera.

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Von LN/dpa

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