Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland UKSH in Lübeck: So sieht die neue Mega-Klinik aus
Nachrichten Norddeutschland UKSH in Lübeck: So sieht die neue Mega-Klinik aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:53 28.10.2019
Innerhalb von vier Jahren ist der Neubau mit einer Fläche von 65.000 Quadratmetern auf dem Lübecker Uni-Campus entstanden. Er wurde an das bestehende Zentralklinikum an der Ratzeburger Allee angedockt. Quelle: Foto: Timon Ruge
Lübeck

Die große gläserne Schiebetür direkt unterhalb des bereits fertigen Schriftzuges „Universitätsklinikum Schleswig-Holstein“ geht permanent auf und zu. Es herrscht ein Kommen und Gehen, allerdings nicht wahllos, sondern durchaus kontrolliert; denn Wachpersonal hat am Eingang Stellung bezogen. „Die Bauleute sind hier drinnen nun weg, sodass wir gerade dabei sind, das ganze Gebäude mit neuem Mobiliar und Medizintechnik auszustatten“, kommentiert Bauleiter Bernd Richling das Geschehen. Womit die ganz kritische Phase bis zum Einzug in vier Wochen beginnt – Achtung: Diebstahl- und Vandalismus-Gefahr!

Am 8. November wird der Neubau des UKSH in Lübeck eröffnet. Wir zeigen den Stand der Arbeiten auf der Megabaustelle.

Sogar Wasserhähne sind schon verschwunden

Denn einige Zeitgenossen seien ziemlich erfinderisch und würden selbst Wasserhähne oder Steckdosen mitgehen lassen. Deshalb habe man sich ein gutes Sicherheitskonzept unter anderem mit spontanen Personenkontrollen überlegt, erläutert der UKSH-Bauchef. Richling hat die Feuerprobe jedoch bereits erfolgreich bestanden. Denn das Neubau-Pendant – der Klinikkomplex in Kiel – wurde bereits Mitte August eröffnet. „Und von dem, was wir dort eingebracht haben, ist nichts weggekommen“, resümiert der studierte Elektroingenieur.

Bernd Richling, der das Baumanagement am UKSH leitet, ist zuversichtlich, dass hier am Haupteingang zum neuen Klinikum bis zur Einweihung am 8. November alles fertig wird. „Das wird dann ein richtig schöner Tag“, sagt er. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Bis auf die Notaufnahme wird alles rechtzeitig fertig

Bauleiter Richling kennt die Baustellen auf den beiden Campi der Universitätsmedizin im Land sprichwörtlich wie seine Westentasche. Fast zeitgleich vor rund zwei Jahrzehnten – noch vor der Zwangsfusion der Kliniken in Kiel und Lübeck 2003 – ist er zusammen mit dem amtierenden Vorstandsvorsitzenden Prof. Jens Scholz beim UKSH eingestiegen.

„Meine übergeordnete Aufgabe ist es, die Häuser in Lübeck und Kiel in enger Absprache mit dem privaten Immobilienpartner zu errichten und in Betrieb zu nehmen“, fasst er seinen Job zusammen. Und: „Bis auf den Bereich der Notaufnahme sieht hier derzeit alles so aus, dass es rechtzeitig fertig wird“, schaut er recht zufrieden aus. Die „Zeit der schlaflosen Nächte“ sei inzwischen zum Glück vorüber.

Das erwartet Sie am Freitag, 8. November

Die offizielle Feierstunde für geladene Gäste beginnt um 14 Uhr am Freitag, 8. November, in der Magistrale im Neubau des UKSH. Es wird zudem eine Außenübertragung geben. Dafür wird extra ein riesiges Festzelt vor dem Haupteingang aufgebaut. Die „Salt Peanuts“, Bigband der Lübecker Hochschulen, begleiten die Feierlichkeiten musikalisch.

Grußworte kommen anschließend von unter anderem Prof. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, Ministerpräsident Daniel Günther, Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, Lübecks Uni-Präsidentin Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach sowie Björn Engholm, ehemaliger Ministerpräsident des Landes.

Um 15.30 Uhr beginnt dann der „Tag der offenen Tür“. Besucher erhalten auf dem Rundgang durch den Neubau Einblicke in zum Beispiel die Hightech-OPs, die Intensivstationen sowie die Interdisziplinäre Notaufnahme. Und die Expertinnen und Experten des UKSH stellen ihre Arbeit vor.

Wer mit dem Pkw anreist, sollte das UKSH-Parkhaus an der Ratzeburger Allee benutzen. Die Gebühren betragen 1,50 Euro je angefangene Stunde.

Rechter Hand vom zukünftigen Haupteingangsportal – das ist übrigens die Gebäudeseite des Zentralklinikums, wo sich momentan noch der Nebeneingang befindet – ist es schon schwarz auf weiß zu lesen: „Eröffnung 8. November“ steht auf dem noch verklebten Schaufenster der „Bäckerei Junge“.

Für diesen 8. November, ein Freitag, ist die Eröffnungsfeier samt „Tag der offenen Tür“ geplant. Zweieinhalb Wochen später, am Montag, 25. November, soll die Lübecker Uniklinik in voller Gänze ans „Netz der Patientenversorgung“ gehen.

Der Schriftzug ist bereits fertig. Schräg gegenüber vom neuen Parkhaus befindet sich der zukünftige Haupteingang des Lübecker Uniklinikums. Bisher ist auf dieser Gebäudeseite der Nebeneingang zum bereits bestehenden Zentralklinikum. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Der Empfangstresen: Das Erste, was die Patienten sehen werden

Die Schiebetür öffnet sich wieder und gewährt einen ersten Blick in die zukünftige Eingangshalle. Ein Empfangstresen – derzeit noch bestückt mit Hinweisschildern wie „Das Betreten des Gebäudes ist nur durch autorisierte Personen gestattet“ und „Kaffeebecher verboten“ – ist das Erste, was Patientin und Patient des neuen Uniklinikums sehen werden.

Links schließen sich die gläsernen Kabäuschen der „Patientenaufnahme“ an; jeweils zwei Stühle laden schon jetzt zum Platz nehmen ein. In direkter Nachbarschaft werden auch die sogenannten Self-Check-in-Terminals aufgestellt, für „Wiederkehrer im Abrechnungsquartal“.

Zahlen und Fakten zum Neubau

Das neue UKSH-Gebäude verfügt über eine Fläche von 65 000 Quadratmetern – das sind neun Fußballfelder.

Im neuen erweiterten Uni-Zentralklinikum werden 14 Kliniken Unterschlupf finden – von der Augenheilkunde bis zur Urologie.

7000 Tonnen Stahl wurden verbaut. Das entspricht ungefähr dem Gewicht des Pariser Eiffelturms.

Es wurden 67 000 Kubikmeter Erde ausgehoben. Damit könnten etwa 2500 Container gefüllt werden.

Am Campus werden 15 000 Kubikmeter Beton verbaut. Das entspricht 1650 Betonmischer-Ladungen.

Die Gesamthöhe aller am Projekt beteiligten Kräne beträgt 227 Meter. Das ist fast doppelt so hoch wie die Türme von Lübecks St. Marien.

Der neue Zentral-OP umfasst 20 Säle; hier werden stationär aufgenommene Patienten operiert.

Rund 250 Millionen Euro werden in den Lübecker Neubau investiert.

Das UKSH selbst muss für die Sanierung und Modernisierung in Lübeck und Kiel einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro zurückzahlen.

1,4 Milliarden Euro bis zum Jahr 2045 bekommt zudem das private Betreiber-Konsortium Vamed/BAM, das die Klinik-Gebäude betreibt und instand hält, im Zuge des ÖPP-Projekts zurück.

Über die zentrale, lichtdurchflutete Magistrale, die zahlreiche Sitzecken bekommt, soll dann der Zugang zu allen medizinischen Ambulanzen sowie Funktionsbereichen erfolgen. Die seitlichen Treppenhäuser führen schließlich zu den oberen Stockwerken mit Intensivbereichen, zentraler OP-Einheit mit 20 Sälen sowie Normalstationen und ganz oben mit der Wahlleistungsstation.

„Alles wird klar übersichtlich gegliedert und unter einem Dach sein“, verspricht UKSH-Change-Managerin Ulrike Schrabback. Denn bisher sind beispielsweise noch Augenheilkunde, Herzchirurgie, Plastische Chirurgie und Urologie über den Uni-Campus verteilt und teils in alten Lazarett-Baracken untergebracht.

Zahlreiche Disziplinen unter einem Dach

Nun sollen im neuen Großklinikum kurze Wege für Patienten, Ärzte und Pfleger ermöglicht werden; unter dem neuen Dach würden daher 14 unterschiedliche medizinische Disziplinen vereint, so Schrabback. Damit würden auch neue Prozesse ermöglicht, betont sie.

Lesen Sie auch das LN-Interview:
Uniklinik Lübeck ist „ein Leuchtturm im Land“

„Denn wir, die rund 5500 Mitarbeiter in Lübeck, wachsen mehr zusammen und nutzen Ressourcen wie zum Beispiel Räumlichkeiten besser gemeinsam.“ Sie bringt es auf die lautmalerische Formel „Das bisherige ,Ich & Du’ wird zu einem ,Wir’“.

Dabei verschweigt sie aber keineswegs, dass nicht nur alles eitel Sonnenschein ist. „Natürlich gibt es auch Ängste unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie in jedem Change-Prozess“, sagt sie. So werden unter anderem die Stationen in Teilen auch größer.

Seit Anfang des Jahres steht der Ablauf für den Umzug fest

„Wir haben nachher 40 Betten-Stationen in der Normalpflege. Aber gerade in den alten Klinik-Baracken hier auf dem Campus haben wir zurzeit noch kleinere Bereiche, sodass sich die Teams teilweise neu zusammensetzen werden“, erläutert Ulrike Schrabback. Seit Anfang des Jahres stehe auch schon der detaillierte Ablauf der vier Umzugstage im November fest.

Ein Wochenende, auf das sich Urologiechef Prof. Axel Merseburger schon sehr freut. „Das ist eine tolle Sache, dass wir jetzt aus den alten Hamburger Häusern ausziehen dürfen“, kommentiert der Mediziner. Denn Patienten hätten sich aufgrund des baulichen Zustands immer mal wieder nach der Hygiene erkundigt – „dabei konnten wir bei den regelmäßigen Hygieneprüfungen immer Bestnoten erzielen“, sagt er.

Privates Betreiber-Konsortium

Alles passierte von der Grundsteinlegung bis heute in nur vier Jahren. Der gesamte Prozess reicht jedoch zurück bis ins Jahr 2009. Damals entstand ein Strukturkonzept, dessen Leitgedanke die Krankenversorgung der Zukunft in Schleswig-Holstein definierte. Mit dem Landtagsbeschluss 2011 zum Baulichen Masterplan sprach der UKSH-Vorstandsvorsitzende dann von einer „historischen Entscheidung“.

Damit war auch das Finanzierungsmodell für eins der größten Klinikneubau-Projekte in Europa abgesegnet, in Öffentlich-Privater-Partnerschaft, kurz ÖPP. Das heißt: Da das Land nicht genug Geld hat, baut ein privates Betreiber-Konsortium und bekommt seine verzinste Investition über viele Jahre gestreckt zurückgezahlt. „Alles refinanziert sich über die Effizienzrendite; das ist also nichts anderes als ein Einsparmodell“, folgert UKSH-Bauleiter Bernd Richling.

UKSH: Was bisher passiert ist

Alles zum Richtfest im September 2017

Sorgen um zukünftige Finanzierung

So begann das ÖPP

Der Mega-Bau beginnt

Mit dem Parkhaus hat es angefangen

Von Michael Hollinde

Patrick Reimund, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, sagt im LN-Interview, dass der Neubau der Uniklinik Lübeck ein „Leuchtturm“ für das Land sei.

28.10.2019

Sollten Einzelhändler ihre Produkte in Web-Shops anbieten – oder ist die persönliche Beratung und Individualität wichtiger? Lübecker Kaufleute erklären ihre Taktik.

28.10.2019

Das Chaos blieb aus und am Ende, wurde die Autobahn sogar früher als geplant freigegeben. Am Freitag wurde die A7 bei Hamburg gesperrt - am Montagmorgen war sie wieder frei.

28.10.2019