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Norddeutschland Große Mehrheit ist für Verlängerung der Kontakt-Beschränkungen
Nachrichten Norddeutschland Große Mehrheit ist für Verlängerung der Kontakt-Beschränkungen
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17:05 14.04.2020
Das Leben mit den Einschränkungen durch die Coronakrise war Thema der großen Umfrage bei LN-Online. Quelle: RND, Collage: Jan Dresing
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Lübeck

Eine Woche lang konnten die User von LN-Online in einer Umfrage ihre Meinung zum Umgang mit und den Folgen der Coronakrise kundtun. 1640 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten diese Gelegenheit. Natürlich ist eine solche Umfrage nicht repräsentativ – dennoch sind die Ergebnisse durchaus interessant. Das vielleicht wichtigste Ergebnis, gerade im Hinblick auf die anstehenden politischen Entscheidungen dieser Woche: 1247 User – das sind 76,6 Prozent – sind der Ansicht, dass die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen nach Ostern verlängert werden sollen. 382 User (23,4 Prozent) sagten „Nein“ zur entsprechenden Frage.

Dementsprechend wundert es auch nicht, dass 73,9 % der User die geltenden Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren für gerechtfertigt halten – und 12,2 % wünschten sich sogar noch strengere Maßnahmen. Lediglich 13,9 % der Befragten gingen die Maßnahmen zu weit.

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Entscheidend: Die Sorgen um die Gesundheit der Familie

Der Grund dafür wird klar, wenn man die Verteilung der Antworten auf die Frage „Was belastet Sie derzeit am meisten?“ sieht. „Die Situation zu Hause (Homeoffice, Kinderbetreuung u.a.)“ nannten 19 %, „Sorgen um die berufliche Existenz“ gar nur 17,8 %. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer, nämlich 70,8 % entschieden sich für „Gesundheitliche Sorgen um mich/meine Familie“. Dazu passt, dass eine deutliche Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus für richtig hält.

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Zufrieden mit der Landesregierung

Ebenfalls passt dazu die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung, die ja letztlich für die Ausformung der Maßnahmen verantwortlich ist. „Ja, die Politiker ergreifen die richtigen Maßnahmen“ gilt für 79,9%, „Nein, die Regierung müsste umfassendere Einschränkungen erlassen“ die restlichen 20,1%. Interessant auch die Verteilung der Antworten auf die Frage „Was fehlt ihnen derzeit am meisten?“:

Der persönliche Kontakt zu Freunden: 59,4%

Freizeitaktivitäten (z.B ins Kino oder Theater fahren, essen in Restaurants): 42,8%

Verreisen: 32,3%

Sport mit anderen Menschen zusammen: 19,2%

Der Alltag im Büro: 9,4%

Erstaunlich große Zustimmung zum Handytracking

Erstaunlich ist die sehr deutliche Zustimmung zu einem möglichen Corona-Handytracking seitens der Bundesregierung, was ein eindeutiger – wenn auch zielgerichteter und zeitlich begrenzter – Eingriff in Grundrechte und eine Herausforderung für den Datenschutz wäre. Dennoch: 64,8 Prozent der Teilnehmer – also fast zwei Drittel – meinten, dass das Handytracking wohl eine „gute Idee“ sei, um die Ausbreitung des Coronavirus weiter zu stoppen. 35,2 % sagten, ihnen ginge diese Maßnahme zu weit.

Die knappste Entscheidung fiel bei der Frage, ob die finanziellen Hilfen der Bundesregierung umfassend genug sind. 55,5 % der Stimmen gingen zu „Ja, die finanziellen Hilfen reichen aus, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen“. 44,5 der Teilnehmer meinten, „Nein, wir brauchen mehr Kreditmöglichkeiten und finanzielle Unterstützung“.

Von LN