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Norddeutschland Kiel will mehr Bäume haben
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18:54 30.11.2018
Buchenwald am Nücheler See Quelle: Eckhard Meier
Rade

Mit Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hat am Freitag in Rade bei Rendsburg eine Pflanzaktion für 5000 neue Bäume begonnen. Auf einer Fläche von 1,3 Hektar soll in der Gemeinde ein neuer Wald entstehen. Vor allem Eichen und Buchen, aber auch 100 Baum-Hasel werden nach Angaben der Landwirtschaftskammer gepflanzt.

Schleswig-Holstein ist mit einer Waldfläche von elf Prozent nach wie vor das waldärmste Bundesland. Das Ziel der Landesregierung sind zwölf Prozent. Derzeit existieren laut Landwirtschaftskammer, die zwei Drittel der Waldfläche im Land forstwirtschaftlich betreut, aber keine Anreize oder politischen Instrumente, um neuen Wald zu bilden. Es blieben nur freiwillige Maßnahmen wie die Pflanzung in Rade. Private und kommunale Waldbesitzer bewirtschaften in Schleswig-Holstein mit rund 10 000 Betrieben gut 100 000 Hektar Wald. Das entspricht zwei Dritteln der Waldfläche im Land.

Mehr Wald sei das erklärte Ziel der Landesregierung, verdeutlichte Isa-Maria Kuhn, die Sprecherin der Landwirtschaftskammer. Gefördert werde aber in erster Linie die Anpflanzung von Laub- und Mischwald. Die Industrie dagegen benötige vor allem Nadelholz, was Waldbesitzer monieren würden.

Bei Kosten von gut 10 000 Euro pro Hektar für eine Neuanpflanzung gehöre viel Idealismus zu einer Investition in die Schaffung neuer Waldflächen, sagte Jens- Fickendey-Engels, der Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbandes in Kiel. In den ersten 30 Jahren werde allenfalls Feuerholz geerntet. „Das Ziel ist Bauholz.“ Nadelhölzer bräuchten aber 80, Laubhölzer 150 Jahre, bis sie geerntet werden könnten. Hinzu komme das Problem, das aufgrund des Klimawandels widerstandsfähigere Baumarten gesucht würden. „Wir müssen die Wälder fit machen für die Zukunft.“

Flächen für neue Waldpflanzungen seien im übrigen schwer zu bekommen. „Landwirtschaftlich genutzte Flächen sind knapp.“ Die landwirtschaftliche Nutzung verspreche auch mehr Gewinn, da sie eine jährliche Ernte verspreche.

Pflanzungen wie in Rade sind daher die Ausnahme. Die neue Waldfläche sei kommunaler Besitz, erklärte Isa-Maria Kuhn. Es handele sich um eine ehemalige Rinderweide, die nun auf Beschluss der Gemeinde neu genutzt und von der Landwirtschaftskammer bewirtschaftet werde.

Das Kieler Umweltministerium sieht Schleswig-Holstein „von Natur aus“ als „ein Land des Laubwaldes“, teilte Ministeriumssprecher Joschka Touré mit. Das Ziel des Landes, den Waldanteil zu erhöhen, könne „angesichts der gegebenen Flächenkonkurrenz“ zurzeit „nur als Langfristziel“ verfolgt werden. „Wichtig ist, dass unsere Wälder alle Funktionen, also die Nutzfunktion (Rohstoff Holz), die Schutzfunktionen (Naturschutz, Wasser-, Bodenschutz) und die Erholungsfunktion nachhaltig erfüllen.“ Voraussetzung sei „ein hinreichender Anteil standortheimischer Baumarten“. Das seien in Schleswig-Holstein überwiegend Laubbaumarten.

Der Holzmarkt sei im übrigen kein regionaler, also kein auf Schleswig-Holstein beschränkter, Markt. In anderen Regionen Deutschlands, beispielsweise in den Mittelgebirgen, und auch in Nachbarländern seien Nadelbäume weit verbreitet und auch standortgerecht.

Marcus Stöcklin

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