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Norddeutschland Rechtsextremistische Vereinigung gebildet? Durchsuchungen auch in SH
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Verdacht auf rechtsextremistische Vereinigung: Durchsuchungen auch in SH

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16:49 20.10.2021
Wegen des Verdachts auf Bildung einer rechtsextremistischen Vereinigung ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt in Berlin gegen 15 Menschen. Auch in SH gab es Durchsuchungen.
Wegen des Verdachts auf Bildung einer rechtsextremistischen Vereinigung ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt in Berlin gegen 15 Menschen. Auch in SH gab es Durchsuchungen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Stuttgart/Berlin

Die Polizei ist am Mittwoch in mehreren Bundesländern gegen eine bundesweit agierende rechtsextreme Gruppierung vorgegangen, die einen bewaffneten Aufstand geplant haben soll. Durchsuchungen gab es unter anderem in Berlin, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen, wie die Behörden mitteilten. 

An 14 Orten seien Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Munition, Hieb- und Stichwaffen, Datenträger, Devotionalien der Vereinigung sowie Betäubungs- und Dopingmittel beschlagnahmt worden, hieß es. Insgesamt seien etwa 130 Polizeibeamte und ein Staatsanwalt an der Aktion beteiligt gewesen. Wegen des Verdachts auf Bildung einer rechtsextremistischen Vereinigung ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt in Berlin gegen 15 Menschen.

„Berserker Clan“: Mehrere Beschuldigte aus Schleswig-Holstein stehen im Visier der Ermittler

Den 15 Beschuldigten wird die Rädelsführerschaft oder Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, hieß es von den Behörden. Der Hauptbeschuldigte lebe in Berlin. Unter seiner Führung sollen sich die Verdächtigen in einer rechtsextremistischen Vereinigung mit dem Namen „Berserker Clan“ zusammengeschlossen haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin hatten die Ermittler in Schleswig-Holstein mehrere Beschuldigte im Visier. Durchsuchungen habe es in den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg gegeben. „Es sind Anschriften in den Gemeinden Brunsbüttel, Windbergen, Marne, Elmshorn, Barmstedt sowie Hadenfeld durchsucht worden“, sagte Henning Baller, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin.

Laut Generalstaatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen seit einem Jahr. Grundlage sei der Hinweis eines Zeugen gewesen, teilte der Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. „Die durchgeführten Überwachungsmaßnahmen basierten auf richterlichem Beschluss“, hieß es weiter.

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Nach Angaben der Behörden spielte in der Kommunikation zwischen den Verdächtigen (im Alter zwischen 26 bis 55 Jahren) insbesondere die Vorbereitung auf einen „Tag X“ immer wieder eine Rolle. Damit solle ein bewaffneter Aufstand gegen die bestehenden Strukturen in Deutschland gemeint sein. Auch war teilweise von Schusswaffen die Rede.

Von Florian Sötje / mit dpa