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Nachrichten Norddeutschland Viele Baustellen auf den Straßen im Norden
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21:10 25.05.2018
Gerade in der Urlaubszeit sorgen Baustellen für Staus, wie hier auf der Autobahn A7 am Dreieck Bordesholm.
Gerade in der Urlaubszeit sorgen Baustellen für Staus, wie hier auf der Autobahn A7 am Dreieck Bordesholm. Quelle: danfoto/dpa
Lübeck

„Betroffen sind Autobahnen, Land- und Kreisstraßen“, kündigte Amtsleiter Jens Sommerburg an. Das Investitionsvolumen betrage 96,1 Millionen Euro. „Voriges Jahr waren es 82 Millionen Euro.“ Erhöhte Steuereinnahmen würden nun in den Straßenbau investiert, dies sei auch dringend notwendig. Insgesamt stünden 25 Projekte mehr an als 2017. Sommerburg: „Wenn ich in meinem Büro einen Dartpfeil auf die Straßenkarte werfe, treffe ich garantiert irgendeine Maßnahme.“

Er hoffe auf das Verständnis der Verkehrsteilnehmer, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) zu den Bauvorhaben. „In einem Land wie Schleswig-Holstein, das so vom Tourismus lebt, ist es wichtig einzusehen, dass nur zu bestimmten Zeiten im Jahr gebaut werden kann. Es geht nicht im Januar oder Februar.“ Dennoch solle der touristische Verkehr möglichst nicht lahmgelegt werden. „Wir versuchen, entsprechend zu planen und zu takten.“

 

Der Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebes in Lübeck geht von Fehmarn bis Lauenburg. Im Kreis Stormarn sollen laut Sommerburg 26, im Kreis Ostholstein 17, im Kreis Herzogtum Lauenburg zwölf, im Kreis Segeberg sieben und in Lübeck vier Bauprojekte realisiert werden.

A 1 und A 226 als größte Projekte

Das größte Projekt sei nach wie vor die Lärmschutz- und Fahrbahnsanierung der Autobahnen 1 und 226 im Bereich des Autobahndreiecks Bad Schwartau. Noch vor der Hauptreisezeit solle bis Anfang Juli auf der A 226 die Fahrbahn von Lübeck in Richtung Travemünde wieder freigegeben werden. Gleichzeitig werde auch die B 76 bei Timmendorfer Strand wieder befahrbar sein.

Auf dem A-1-Teilstück zwischen den Abfahrten Neustadt-Mitte und Neustadt-Pelzerhaken soll von September bis November die Fahrbahn erneuert werden. Ebenso zwischen Damlos-Ost und der Abfahrt Oldenburg-Süd.

Arbeiten auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten

Um den Verkehr möglichst wenig zu behindern, würden etwa Markierungsarbeiten zwischen Barsbüttel und Stapelfeld außerhalb der Hauptverkehrszeiten und zum Teil nachts ausgeführt, erklärte Sommerburg. Auch die Fugen in der Betonfahrbahn würden überwiegend nicht tagsüber erneuert.

Der Ersatzbau einer Brücke für die Bundesstraße 76 bei Niendorf werde im Juni rechtzeitig vor den großen Ferien fertig. „Die Vollsperrung wird dann aufgehoben“, kündigte Sommerburg an.

Erst in der zweiten Jahreshälfte solle die Erneuerung der viel befahrenen Landstraße 306 zwischen Lübeck und Kiel erfolgen. Die Strecke führt über Ahrensbök und Glasau. Von September bis Dezember werde die Straße abschnittsweise voll gesperrt sein, sagte Sommerburg. Nach Abschluss der Arbeiten könnten derzeit bestehende Geschwindigkeitsbegrenzungen wegfallen, hieß es.

Auch kleinere Straßen im Blick

Den kleineren Straßen werde das Land sich ebenfalls widmen, versprach Minister Buchholz. Dies leider häufig genau in der Urlaubsperiode: So werde beispielsweise die Landstraße zwischen Nusse und Kühsen (Kreis Herzogtum Lauenburg) im Juli und August voll gesperrt und saniert. Gleiches geschehe auf der idyllisch von alten Linden gesäumten, aber sehr schlechten Landstraße zwischen Barkhorst und Schulenburg im Kreis Stormarn. Mit dem Motorrad sei diese derzeit kaum befahrbar, merkte Buchholz an, der sich als Fahrer einer BMW R 100 R Mystic zu erkennen gab. Er habe eine BMW R 1100 R, merkte Sommerburg an.

Insgesamt sei das Bau-Programm „gigantisch“, befand Buchholz. Die Verbesserung des Straßennetzes werde in den nächsten Jahren im gleichen Umfang fortgesetzt. „Wir wollen bis 2022 jährlich 90 Millionen Euro für die Straßen im Land ausgeben.“ In Kürze werde zudem der neue Landesstraßen-Zustandsbericht vorgelegt.

 Von Marcus Stöcklin