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Norddeutschland Von der Leyen entscheidet: „Gorch Fock“ wird fertig gebaut
Nachrichten Norddeutschland Von der Leyen entscheidet: „Gorch Fock“ wird fertig gebaut
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16:17 25.06.2019
Die „Gorch Fock“ hat eine Zukunft. Quelle: Ingo Wagner/dpa
Berlin

Ziel sei es nun, das Schiff bis zum Herbst 2020 im Rahmen der vereinbarten Kostenvorgaben fertigzustellen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus dem Ministerium. Als Obergrenze wurden 128 Millionen Euro vereinbart, zu denen weitere 7 Millionen für Ausrüstung kommen.

Erste Tests bestanden

Der sanierte Rumpf des 61 Jahre alten Schiffes war erst am Freitag nach drei Jahren Bauzeit in Bremerhaven ins Wasser gelassen worden. Der Rumpf habe danach erste Tests bestanden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Am Dienstag seien auch Abgeordnete des Bundestages über den Sachstand informiert worden. Die Bundesmarine nutzt die „Gorch Fock“, um ihre Offiziersanwärterinnen und -anwärter seemännisch auszubilden.

Landtagspräsident Schlie zufrieden

Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Klaus Schlie hat sich erfreut über die Entscheidung zum Weiterbau des Segelschulschiffs gezeigt. „Der Weiterbau der Gorch Fock ist richtig und für die Offiziersausbildung der Marine absolut notwendig“, sagte Schlie. „Eine kluge Entscheidung der Ministerin. Ich freue mich, dass das Patenschiff des Landtags wieder auf den Weltmeeren segeln wird.“

Wert reagiert erleichtert

Der Generalauftragnehmer, die insolvente Elsflether Werft an der Unterweser, reagierte erleichtert auf den Beschluss zum Weiterbau. „Wir werden weiterhin alles daran setzen, die Instandsetzung termingerecht und im Budget auszuführen und die ,Gorch Fock’ wieder hochseetauglich zu machen“, sagte Aufsichtsratschef Pieter Wasmuth.

Obergrenze 135 Millionen Euro

Die Kosten der Generalüberholung des gut 81 Meter langen Schiffs sind völlig aus dem Ruder gelaufen. Deshalb stand auch immer wieder ein Abbruch des Projekts im Raum. Statt zehn Millionen Euro sind mehr als 70 Millionen Euro ausgegeben worden. Dann wurden Gesamtkosten von 135 Millionen Euro als Obergrenze festgelegt.

„Der Weg ist noch lang“

Der sanierte Rumpf des 61 Jahre alten Schiffes war erst am Freitag nach drei Jahren Bauzeit in Bremerhaven ins Wasser gelassen worden. Danach sprach Ministerin von der Leyen von einer „echten Chance“, das Ziel einer Fertigstellung zu erreichen. Der Weg sei aber noch lang, Rückschläge seien nicht ausgeschlossen, betonte sie. Am Dienstag wurden Abgeordnete des Bundestages über den Sachstand informiert.

Die Verantwortung liegt jetzt bei Ursula von der Leyen

Der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Tobias Lindner, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch), mit der Entscheidung zum Weiterbau sei das Problem „Gorch Fock“ zum Problem der Ministerin geworden. Er forderte, „dass sich das Ministerium den Kostenrahmen vertraglich garantieren lässt und dabei Sanktionsmechanismen einbaut“. Auch Linken-Verteidigungsexperte Matthias Höhn sagte, mit ihrer Entscheidung trage die Ministerin jetzt die alleinige Verantwortung für das Projekt.

Masten sollen gestellt werden

Die Elsflether Werft verhandele mit Subunternehmern über die nächsten Bauschritte, sagte Vorstand Axel Birk. „In den nächsten Tagen wird die „Gorch Fock“ zu einem neuen Liegeplatz geschleppt, wo unsere Schiffbauer für die kommenden drei Monate an dem Segelschulschiff arbeiten werden.“ Nächster Meilenstein werde das Stellen der Masten in voraussichtlich einem Vierteljahr sein.

Neuer Dock-Platz in Berne?

Weil der Rumpf derzeit nur einen grau-grünen Schutzanstrich hat, muss die „Gorch Fock“ wieder in ein Dock, um im traditionellen Weiß gestrichen zu werden. Dies kann nicht in Elsfleth gemacht werden. Nach regionalen Medienberichten könnte der Segler bei der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser ins Dock kommen.

Fall für die Gerichte

Die Elsflether Werft ist seit Februar insolvent. Die frühere Werftleitung hatte Geld von der Marine in dubiose Nebengeschäfte gesteckt. Die Staatsanwaltschaft untersucht das Geschäftsgebaren der zwei Ex-Vorstände. Auch mehrere Gerichte beschäftigen sich mit dem Debakel.

dpa

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