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Norddeutschland Vor Kanzlerin Merkel: Habeck wichtigster Politiker Deutschlands
Nachrichten Norddeutschland Vor Kanzlerin Merkel: Habeck wichtigster Politiker Deutschlands
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17:07 28.03.2019
Schleswig-Holsteins früherer Umweltminister Robert Habeck in Heikendorf. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck/Berlin

Habeck überflügelte damit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die mit 1,3 auf Platz zwei liegt. Mit deutlichem Abstand folgen Außenminister Heiko Maas (SPD), Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, jeweils mit 0,8. Danach kommen Christian Lindner mit 0,4 (März I: 0,4), Sahra Wagenknecht, die sich deutlich verbessert auf 0,3 (März I: minus 0,1) und Markus Söder mit 0,0. Im Negativbereich bleiben Andrea Nahles, die mit minus 0,1 (März I: minus 0,4) klar zulegt, und Horst Seehofer mit minus 0,9 (März I: minus 0,9).

Bestes Marketing für Schleswig-Holstein

Während Habeck in Berlin sich selbst nicht zu der Umfrage äußern möchte, gibt es Schulterklopfen aus der Heimat Schleswig-Holstein. Finanzministerin Monika Heinold, mit der Habeck 2009 gemeinsam an der Grünen-Spitze in den Landtagswahlkampf zog, betont: „Das Ergebnis der Umfrage überrascht mich nicht: Es zeigt, dass Robert die richtigen Themen anspricht und die Menschen erreicht.“ Er sei authentisch, leidenschaftlich und nachdenklich. „Es ist das beste Marketing für unser Land, wenn wir auf der Berliner Bühne erfolgreiche Persönlichkeiten haben“, so Heinold.

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Grüne in Schleswig-Holstein sind stolz

Und die Vorsitzende der Landtagsfraktion der Grünen, Eka von Kalben, sagt: „Es macht mich unglaublich stolz, dass unser Nordlicht Robert die Spitze der Politiker in Deutschland anführt. Das gibt uns Rückenwind auch für unsere Grüne Arbeit hier im Jamaika des Nordens, auch wenn für uns Grüne der Grundsatz gilt, dass Inhalte wichtiger als Köpfe sind.“

Ralf Stegner: Habecks Abschied Verlust für grünes Profil

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag Ralf Stegner kommentiert: „Auch wenn die Wasserstände der dauernden Umfragen flüchtig sind, gilt doch, dass es immer gut ist, wenn Schleswig-Holsteiner eine gewichtige Stimme haben. Noch besser ist, wenn sie damit auch etwas erreichen.“ Er sagt aber auch: „Es zeigt sich in der Alltagspolitik der Landesregierung immer mehr, dass der Abgang Habecks vor allem ein Verlust für das grüne Profil in Kiel war.

Robert Habeck (l.) und Ralf Stegner 2012 vor den letzten Koalitionsverhandlungen in Kiel. Quelle: dpa

Deutschland scheint verloren“

Georg Pazderski, Landesvorsitzender der AfD Berlin, twitterte dagegen zu dem Umfrageergebnis: „Dieses Land ist verrückt geworden. Ein Mensch, der ,Vaterlandsliebe stets zum Kotzen fand’ und mit ,Deutschland nichts anzufangen weiss’. Deutschland scheint verloren.“ Damit spielte er auf ein Habeck-Zitat in einem von ihm vor rund zehn Jahren veröffentlichten Buch an.

Habeck ohne Twitter

Habeck selbst hatte sich Anfang des Jahres nach einem misslungen Wahlkampf-Video aus den sozialen Medien verabschiedet. Er löschte seinen Twitter- und Facebook-Account. Auch weil Hacker darüber an private Telefonnummern und Chatverläufe mit seiner Familie gekommen waren und sie im Internet veröffentlicht hatten.

Von Kiel nach Berlin

Habeck war von 2012 bis 2018 Umweltminister in Schleswig-Holstein, bis 2017 im Kabinett von SPD-Ministerpräsident Torsten Albig. Nach der Landtagswahl schmiedete er gemeinsam mit dem heutigen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) und der FDP-Fraktion eine Jamaika-Koalition. Im August 2018 schied er aus seinem Amt aus und wechselte als Bundes-Vorsitzender der Grünen nach Berlin.

Repräsentative Umfrage

Die Umfrage zum ZDF-Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden nach Angaben der Forschungsgruppe in der Zeit vom 25. bis 27. März bei 1325 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung sei repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.

Jan Wulf

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