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Norddeutschland Vorstoß für ein Ostsee-Munitionskataster
Nachrichten Norddeutschland Vorstoß für ein Ostsee-Munitionskataster
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20:10 01.09.2015
Auf dem Grund der Ostsee liegt noch viel Kriegsmunition — hier die Sprengung einer Wasserbombe. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock

Die Problematik ist altbekannt, wird aber immer wieder verdrängt: Allein in deutschen Hoheitsgewässern rosten auf dem Grund der Ostsee 300 000 Tonnen konventionelle Munition aus dem Zweiten Weltkrieg vor sich hin, dazu 5000 Tonnen chemische Munition. Die Zahlen für die gesamte Ostsee liegen noch um ein Vielfaches höher. Eine genaue Bestandsanalyse fehlt — und damit will sich der Kieler CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Stritzl nicht abfinden.

Stritzl machte die Munition im Meer jetzt erneut zum Thema der Ostseeparlamentarier-Konferenz, einem regelmäßigen Treffen von Parlamentariern aus den Ostseeanrainer-Staaten. Die dreitägige Konferenz fand in diesem Jahr in Rostock statt. Als Vize-Vorsitzender der deutschen Delegation warb Stritzl bei den Kollegen für die Entwicklung und Fortschreibung eines länderübergreifenden Munitionskatasters Ostsee. Nach wie vor sei nur ein geringer Teil der durch Kampfmittel belasteten Flächen überhaupt bekannt. Notwendig sei aber, die gefährlichen Altlasten nach Ort, Art, Menge und Zustand genau zu erfassen. „Nur wenn man das weiß, kann man auch entscheiden, was zu tun ist“, sagte der CDU-Politiker den LN.

Nach eigenen Angaben erhielt er auf der Konferenz breite Zustimmung für seinen Vorstoß, auch von russischer Seite. Das hat zwar keine unmittelbaren Folgen, die Konferenz ist kein administratives Gremium. „Mir ging es darum, dass der Gedanke weitergetragen, dass der politische Prozess neu angeschoben wird“, erläuterte Stritzl. „Wenn wir die Ostsee zu Recht auf Rückstände aus Landwirtschaft und Pharmazie scannen, dann sollten wir dies erst recht bei der Kriegsmunition umfassend leisten.“ Das positive Echo habe gezeigt, dass es ein gemeinsames Grundverständnis gebe.

„Man muss immer am Ball bleiben“, sagte ebenso der SPD-Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes, Vorsitzender der deutschen Parlamentarier-Delegation. Das Thema sei zumindest bei den Ostseeparlamentariern nun wieder auf der Tagesordnung. Im Herbst werde sich der ständige Ausschuss damit beschäftigen, die Helcom-Kommission zum Schutz der Ostsee solle einen Statusbericht vorlegen, erläuterte Thönnes.

Der Kostenaufwand für eine Kartierung sei zwar enorm. Aber geprüft werden sollte diese, meinte der SPD-Politiker aus Ammersbek. Stritzl will bei dem Thema nicht locker lassen. „Aus den Augen, aus dem Sinn — lange wurde nach diesem Motto verfahren. Aber das kann schief gehen“, warnt er.

Arnold Petersen

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