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Norddeutschland UKSH-Mitarbeiter legen Arbeit nieder
Nachrichten Norddeutschland UKSH-Mitarbeiter legen Arbeit nieder
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10:41 19.02.2019
Bereits am 25. Januar hatten Beschäftigte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) demonstriert – hier vor dem Kieler Gewerkschaftshaus. Quelle: Markus Scholz/dpa
Lübeck

Die Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst der Länder spitzt sich zu: Beschäftigte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein(UKSH) in Kiel und Lübeck sind am Dienstag in einen eintägigen Warnstreik getreten. Sie wollen damit im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts der Länder den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und in den Zentren für Integrative Psychiatrie (ZIP) kommt es am Dienstag, 19. Februar, zu ganztägigen Streiks in Lübeck und Kiel. Die Gewerkschaften verlangen Einkommenssteigerungen von sechs Prozent – mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) lehnt dies ab, hatte bei der zweiten Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche aber noch kein eigenes Angebot vorgelegt.

„Massive Verärgerung“

„Vor allem bei den Tarifbeschäftigten am UKSH stößt dies auf massive Verärgerung, denn schon jetzt verdient eine Krankenschwester im städtischen Krankenhaus für die gleiche Arbeit rund 300 Euro mehr im Monat als ihre Kollegin im UKSH“, erklärte Magda Tattermusch von der Gewerkschaft Verdi. „Diese Ungerechtigkeit ist hausgemacht, denn bereits 2014 verweigerten der damalige UKSH-Vorstand und die Landesregierung den Tarifbeschäftigten des nichtwissenschaftlichen Personals die branchenübliche Tarifbindung und flüchteten stattdessen in die Tarifgemeinschaft der Länder und das, obwohl die Personalkosten refinanziert werden. Gerecht geht anders“, erklärte dazu die Verdi-Geschäftsführerin im Bezirk Lübeck/Ostholstein, Berith Jordan.

Verdi fordert: Schere schließen

Schon jetzt sei das UKSH finanziell deutlich weniger attraktiv und damit nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber anderen Kliniken. Deshalb fordere Verdi die Arbeitgeber auf, schnellstmöglich ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten und die Schere zwischen den Tarifbereichen Bund/Kommune auf der einen Seite und Ländern auf der anderen Seite wieder zu schließen. Anderenfalls sehe man keine Chance im Wettbewerb um die besten Kräfte. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Geld, zumindest aber 200 Euro mehr pro Monat. Auszubildende sollen mindestens 100 Euro im Monat mehr bekommen.

Am Dienstagmorgen versammeln sich die Streikenden zunächst am Gewerkschaftshaus am Holstentor, um 9 Uhr starten sie zu einem Demonstrationszug durch die Lübecker Innenstadt. Auch in Kiel versammeln sich Mitarbeiter von UKSH und ZIP zu einem Warnstreik, weil die Arbeitgeber bisher kein Angebot vorgelegt haben. „Diese Verweigerung empfinden viele Beschäftigte als unerträglich“, sagte Gewerkschaftssekretär Christian Godau. Immer wieder hörten sie aus der Politik, wie wichtig eine Aufwertung der Pflege sei. „Doch hier, wo jetzt konkret etwas getan werden könnte, ist es angeblich wieder zu teuer.“

Bezirksämter legten Arbeit nieder

Knapp 1000 Mitarbeiter der Hamburger Bezirksämter legten nach Angaben von Verdi am Montag die Arbeit nieder. Mit dem ganztägigen Warnstreik wollte die Gewerkschaft den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Diensts der Länder erhöhen. Nach Angaben der für die Bezirke zuständigen Finanzbehörde kam es vielerorts zu Einschränkungen. Besonders angespannt war die Lage in den Kundenzentren in Wandsbek und Bergedorf. Die Bürger wurden aufgerufen, geplante Besuche zu verschieben. Bei einer Kundgebung vor dem Bezirksamt Wandsbek verwies Verdi-Tarifkoordinatorin Sieglinde Frieß auf Steuermehreinnahmen der Stadt in Milliardenhöhe. „Eine so reiche Stadt wie Hamburg muss auch für euch das Geld rausrücken – und zwar sofort und zwar genug“, sagte sie vor Hunderten Beschäftigten, die der Forderung durch Trillerpfeifen Nachdruck verliehen. „Wer seine Beschäftigten auspresst, erhält einen Saftladen“ stand auf einem Transparent. Erst in der vergangenen Woche hatten mehr als 2000 der insgesamt rund 6500 Beschäftigten der Bezirksämter bei einer gemeinsamen Personalversammlung über hohe Arbeitsbelastung, mangelnde Personalausstattung und geringe Vergütung geklagt. Für die kommenden Tage hat Verdi weitere Warnstreiks in Hamburg angekündigt – am Mittwoch im Schul- und am Freitag in den sozialen Bereichen.

Kommende Woche flächendeckende Streiks

Kurz vor Beginn der nächsten Verhandlungsrunde am 28. Februar in Potsdam soll es bundesweit ganztägige Arbeitsniederlegungen flächendeckend in allen Bereichen des öffentlichen Diensts der Länder geben – auch in der Hansestadt. In der vergangenen Woche hatte bereits der Beamtenbund in Hamburg Beschäftigte unter anderem von Polizei, Verwaltung, Finanzämtern und sozialer Arbeit zu Warnstreiks aufgerufen.

„Am kommenden Montag, 25. Februar, ist Großkampftag“, erklärte Berith Jordan von Verdi Lübeck/Ostholstein. Dann plant die Gewerkschaft flächendeckende ganztägige Warnstreiks in Schleswig-Holstein, am 27. Februar auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Christian Risch

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