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Norddeutschland Vorerst kein ICE mehr von Lübeck nach München
Nachrichten Norddeutschland Vorerst kein ICE mehr von Lübeck nach München
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06:00 13.06.2019
Vor acht Jahren im Juni 2011: Der damalige Bürgermeister Bernd Saxe und der DB-Konzernbevollmächtigte Reiner Latsch taufen einen ICE im Lübecker Hauptbahnhof auf den Namen „Hansestadt Lübeck“. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Wer bequem und ohne umzusteigen mit der Bahn von Lübeck nach München fahren will, muss umplanen. Die beiden direkten ICE-Verbindungen von der Hansestadt in Bayerns Hauptstadt – wochentags morgens um 8.16 Uhr und mittags um 14.15 Uhr – sind erst einmal nicht mehr im Angebot. „Die beiden Zugpaare ICE 584/585 und ICE 1681/1682 zwischen Lübeck und München verkehren seit dem 11. Juni nur noch zwischen Hamburg und München“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn den LN. Grund dafür sei die Sanierung der Schnellfahrstrecke HannoverGöttingen vom 11. Juni bis zum 14. Dezember dieses Jahres. „Durch die umleitungsbedingte Fahrzeitverlängerung von bis zu 45 Minuten pro Richtung im Bauabschnitt müssen die ICE-Züge bereits in Hamburg wenden, um auf die Folgeleistung zu wechseln“, erklärte der Sprecher.

Pro Bahn „verwundert“

„Was aus unserer Sicht verwundert, ist, dass auch die Morgen-Verbindung von Lübeck aus wegfällt“, sagt Stefan Barkleit, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Schleswig-Holstein und Hamburg. „Das wäre nicht notwendig, denn der ICE müsste ohnehin nachts in Lübeck stehen.“ Und der ICE aus München, der abends in Lübeck eintreffe, sei nach seiner Erfahrung immer gut ausgelastet. Zum Vergleich: In Kiel fielen auch zwei ICE-Verbindungen aus, aber es würden alle Morgen-Verbindungen aufrecht erhalten, sagt der Pro-Bahn-Vorsitzende.

Kritik vom Bürgermeister

Außerdem seien die Informationen der Bahn nicht präzise gewesen. „Wenn man baut, helfen Pauschalinformationen, dass es auf Teilstrecken zu Ausfällen kommen kann, nicht weiter. Dann sollte man wirklich genau informieren, damit die Fahrgäste sich darauf einstellen können“, erklärt Barkleit. Auch Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) übt Kritik. „Die Kommunikation der Bahn lässt mehr als zu wünschen übrig. Mir liegt keine Information der Bahn vor“, sagt er.

Es sei immer die schlechteste Variante, wenn Verbindungen aufgrund von Bauarbeiten ausfallen. Das liege daran, dass die DB Fernverkehr zu wenig Wagen habe, sagt Barkleit. „Sie haben viel zu spät angefangen, ihren Fuhrpark auszubauen und zu modernisieren“, kritisiert der Pro-Bahn-Vorsitzende.

Auftakt der Sanierung

Die Deutsche Bahn hatte am Vortag ausführlich über die geplanten Bauarbeiten zwischen Hannover und Göttingen berichtet, aber die Zugausfälle dabei nicht detailliert aufgeführt. Für diesen Abschnitt hat die DB 175 Millionen Euro veranschlagt, 140 Kilometer Gleise, 47 Weichen, 243 000 Schwellen und 405 000 Tonnen Schotter sind dabei erforderlich. Außerdem würden neun Tunnel, acht Talbrücken und die Oberleitung saniert. Während die ICE-Strecke saniert wird, rollen die Züge über die alte Strecke im Leinetal. Die Arbeiten zwischen Hannover und Göttingen sind der Auftakt zur kompletten Sanierung der Strecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart, die 30 Jahre nach ihrer Eröffnung in Etappen bis zum Jahr 2023 vorgenommen wird.

Die ICE-Verbindung Lübeck-München gibt es seit 2008. Nach Angaben des Bahnsprechers sind die direkten Züge nur baubedingt gestrichen. Im Winterfahrplan sollen sie wieder angeboten werden. „Immerhin sind es keine grundlegenden Überlegungen der Bahn“, sagt Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau.

Christian Risch

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