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Norddeutschland Wegen Corona: Saison-Aus im Amateurfußball in Schleswig-Holstein
Nachrichten Norddeutschland Wegen Corona: Saison-Aus im Amateurfußball in Schleswig-Holstein
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12:46 28.04.2020
Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband hat entschieden, die Saison in Amateurligen vorzeitig zu beenden. Das gilt für alle Teams im Männer-, Frauen- und Jugendbereich von der Oberliga an abwärts.
Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband hat entschieden, die Saison in Amateurligen vorzeitig zu beenden. Das gilt für alle Teams im Männer-, Frauen- und Jugendbereich von der Oberliga an abwärts. Quelle: www.imago-images.de
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Lübeck

Paukenschlag im Amateurfußball in Schleswig-Holstein: Auf Fußballplätzen im Norden wird auf nicht absehbare Zeit kein Ball mehr rollen. Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) hat am Montagabend entschieden, die Saison vorzeitig wegen des Coronavirus zu beenden. „Aus sportlicher Sicht tut uns und sicher auch unseren Vereinen, die in der laufenden Saison Ziele verfolgt haben, diese Entscheidung weh“, sagt Sabine Mammitzsch, SHFV-Vizepräsidentin Spielbetrieb.

Entscheidung zu Saisonabbruch im Norden fast einstimmig

Auch wenn es weh tut, die Entscheidung der Landesfußballfunktionäre war fast einstimmig. „Wir müssen akzeptieren, dass eine Fortsetzung der Saison zu einem aktuell noch nicht absehbaren Zeitpunkt mit zu großen Unsicherheiten verknüpft wäre. Wir wollen unsere Vereine nicht auf Dauer in einem Schwebezustand verharren lassen“, sagt Mammitzsch weiter.

Mit 114 von 115 Ja-Stimmen entschieden die Präsidiumsmitglieder, die Saison vorzeitig enden zu lassen. „Vor allem unter den Kreisvorsitzenden, die die Interessen ihrer jeweiligen Vereine im SHFV-Präsidium vertreten, hat sich ein einstimmiges Votum für eine Beendigung der Saison am 30.06. ergeben“, sagt SHFV-Präsident Uwe Döring. „ Wir hatten zwar stets den Wunsch geäußert, dass wir eine Fortführung der Saison 2019/20 anstreben, aber unter Berücksichtigung der aktuellen Gesamtlage verschafft die Entscheidung unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit.“

Die Entscheidung gilt für alle Teams im Männer-, Frauen- und Jugendbereich von der Oberliga an abwärts. Die Regionalligafußballer des VfB Lübeck betrifft dies nicht, sie warten weiter auf eine Entscheidung ihres Verbandes, dem Norddeutschen Fußballverband.

Auch Alternativen zu Saisonabbruch im Norden wurden geprüft

Der SHFV hat auch Alternativen zum Saisonabbruch geprüft – sich im Endeffekt aber dagegen entschieden. „Zur Diskussion standen die Möglichkeit, die Spielzeit 2019/20 zu einem späteren Zeitpunkt mit den aktuellen Tabellenständen fortzuführen, sowie die Möglichkeit, die Saison turnusgemäß am 30.06.2020 auslaufen zu lassen“, heißt es in einer Mitteilung des SHFV. Doch die Ideen fanden bei den Präsidiumsmitgliedern wenig Anklang. Die neue Spielzeit 2020/21 soll nach Möglichkeit am 1. September beginnen.

Über 600 Vereine mit insgesamt fast 160 000 Fußballerinnen und Fußballern sind im SHFV organisiert. Insgesamt gehören dem SHFV und seinen Kreisfußballverbänden 5000 Mannschaften an, die im aktiven Spielbetrieb stehen und jedes Wochenende 2500 Fußballspiele austragen. Um diesen Spielbetrieb zu organisieren und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sind 25 000 ehrenamtliche Mitarbeiter in den Vereinen, den Kreisfußballverbänden und dem SHFV im Einsatz.

Wer wird Meister? Wer steigt ab? – Noch keine Klarheit!

Wie die aktuelle Saison gewertet wird, steht hingegen noch nicht fest. Das Präsidium des SHFV wird auf der nächsten ordentlichen Sitzung am 9. Mai eine Entscheidung über die Auf- und Abstiegsregelung in der Saison 2019/20 sowie die Rahmenbedingungen für die Spielserie 2020/21 entscheiden. „Wir haben nun zunächst Planbarkeit für den Spielbetrieb der aktuellen Serie, müssen aber auch für die kommende Saison 2020/21 ein Modell vorbereiten für den Fall, dass wir zum 01. September nicht wie gewünscht mit dem Spielbetrieb starten können“, so Mammitzsch.

Die Reaktionen auf die Entscheidung des SHFV waren bisher meist positiv. „Der überwiegende Teil der Rückmeldung war sehr verständnisvoll“, sagt SHFV-Pressesprecher Karsten Tolle. „Die Meisten haben verstanden, dass es in dieser Situation keine andere Lösung gibt – auch wenn es uns wirklich weh tut, nicht mehr spielen zu können.“

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Von Hannes Lintschnig