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Welche Postbank-Filialen schließen in Schleswig-Holstein?

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20:07 28.10.2021
Die Deutsche Bank streicht das Filialnetz ihrer Marke Postbank deutlich stärker zusammen als bisher geplant.
Die Deutsche Bank streicht das Filialnetz ihrer Marke Postbank deutlich stärker zusammen als bisher geplant. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Bonn/Frankfurt

Corona hat den Trend noch verstärkt: Immer mehr Menschen erledigen ihre Bankgeschäfte online, von zu Hause oder unterwegs. Auch beraten wird im gesamten Banksektor immer häufiger per Telefon oder Video. Die Deutsche Bank streicht daher das Filialnetz ihrer Marke Postbank noch drastischer zusammen als ursprünglich geplant: Bis Ende 2023 soll die Zahl der Geschäftsstellen laut Vertriebschef des deutschen Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank, Philipp Gossow, von aktuell rund 750 auf etwa 550 sinken.

Wirtschaftliche Gründe für Schließungen

Postbank-Sprecher Oliver Rittmaier sagte: „Es gibt gute wirtschaftliche Gründe für die Schließungen, gleichzeitig wollen wir natürlich unsere Kunden nicht verlieren. Wir stellen jedoch fest, dass unsere Online-Angebote zunehmend stärker genutzt werden und zwar über alle Altersgruppen hinweg.“ Stationäre Angebote in den Filialen würden dagegen weniger stark nachgefragt.

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Auch Standorte in Schleswig-Holstein betroffen?

Wie viele Standorte das in Schleswig-Holstein betrifft, dazu wollte sich die Postbank nicht äußern. Derzeit betreibt sie zwei Filialen in Lübeck sowie je eine in Bad Segeberg, Mölln, Ratzeburg, Bad Oldesloe, Neustadt/Holstein, Plön und Trittau. „Wir schließen ganz überwiegend Filialen in Städten, sodass unsere Kunden immer noch eine Postbank-Filiale in der Nähe haben“, sagte Philipp Gossow. Für die 550 Geschäftsstellen, die Ende 2023 noch verbleiben, gebe es eine Standortgarantie bis Ende 2024.

Schließungen bereits in Lübeck und Bad Schwartau

Obwohl laut Bankaussagen die Kunden ihre Bankgeschäfte mehr und mehr online tätigen, gab es erst im Mai in Lübeck viel Ärger um die Filialschließung in der Schwartauer Allee. Auch die Filiale in Lübeck Buntekuh ist seit ein paar Jahren dicht. In Bad Schwartau machte die Geschäftsstelle im Juni zu, die Postbankkunden müssen jetzt nach Lübeck fahren.

Arbeitsplätze fallen weg

Mit den Kürzungen fallen weitere Arbeitsplätze weg. Dies betreffe vor allem die Beschäftigten am Schalter, so Gossow. Zum Umfang der Stellenstreichungen wollte er sich nicht äußern. Der Abbau werde sozialverträglich umgesetzt. Zudem seien die Wertpapierberatung und die Vermittlung von Ratenkrediten für die Postbank Wachstumsfelder. „Dort bauen wir weiter Personal auf.“

Auch die Hauptmarke schließt zahlreiche Standorte. Von zuvor rund 500 Filialen mit dem Deutsche-Bank-Logo sollen Ende dieses Jahres rund 400 übrig sein. Die Commerzbank hatte im Frühjahr bereits angekündigt, bis 2024 die Zahl ihrer Filialen bundesweit von 790 auf 450 abbauen zu wollen. In Schleswig-Holstein sollen nur 18 von 35 Geschäftsstellen übrig bleiben.

Gewerkschaft: Entwicklung begleiten

Laut der Bankengewerkschaft DBV ist die Entwicklung im Bankensektor nicht aufzuhalten, müsse jedoch ordentlich begleitet werden. „Der offizielle Rahmen stimmt, es gibt betriebliche und tarifliche Regelungen zum Beispiel für Umschulungen oder Aufhebungsverträge“, sagte DBV-Pressesprecher Oliver Popp. Sie seien aber jedes Jahr mehr gefordert, „Feuerwehr zu sein und das unfaire Gebaren einzelner Chefs gegenüber ihren Mitarbeitern zu unterbinden“.

Flächendeckendes Filialnetz bleibt wichtig

Die Existenzberechtigung von Bankfilialen bleibe laut Gossow aber unangetastet. „Für beratungsintensive Finanzentscheidungen, wie den Kauf eines Eigenheims oder die Anlage großer Geldbeträge, suchen die Kunden nach wie vor das persönliche Gespräch mit dem Bankberater oder der Bankberaterin.“ Daher bleibe ein flächendeckendes Filialnetz weiter wichtig.

Kunden werden rechtzeitig informiert

Die Kunden sollen laut Postbank rechtzeitig per Aushang, Handzettel und persönlichem Anschreiben über die Schließung informiert werden. „Außerdem stellen wir gemeinsam mit dem Kooperationspartner Deutsche Post sicher, dass an den betroffenen Standorten die Grundversorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen weiterhin gegeben ist“, sagte Rittmaier.

Von Nina Gottschalk