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Norddeutschland Welterbe durch Sendemasten in Gefahr?
Nachrichten Norddeutschland Welterbe durch Sendemasten in Gefahr?
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00:24 13.08.2014
Auf Hallig Langeneß soll mit einer Höhe von etwa 15 Metern der höchste von fünf Sendemasten aufgestellt werden. Quelle: Kathrin Heidemann
Bredstedt

Die Bewohner der nordfriesischen Halligen sollen einen schnelleren Zugang zum Internet bekommen. Für die Datenübertragung will ein Unternehmen trotz der strengen Auflagen mitten im Weltnaturerbe bis zu 15 Meter hohe Sendemasten errichten.

Das Bauen auf den Halligen ist streng reglementiert. Windräder sind auf den kleinen Eilanden in der Nordsee zum Beispiel tabu. Doch es gibt Ausnahmen. Weil sie der öffentlichen Versorgung mit Telekommunikationsdienstleistungen dienen, laufen derzeit die Planungen für die Errichtung mehrerer Funkmasten. Nach Angaben der Kreisverwaltung in Husum gelten die Vorhaben als „planungsrechtlich privilegiert“. Derzeit werden unter anderem Bundesnetzagentur, Untere Naturschutzbehörde, Denkmalschutz, Luftfahrtbehörde, Prüfstatiker, Bundeswehr, Landesbetrieb für Küstenschutz sowie der Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein angehört. Die Kreisverwaltung rechnet damit, dass die Genehmigungen im September vorliegen. Ein Unternehmen aus Lüneburg will für eine Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung im Auftrag der Hallig-Gemeinden insgesamt fünf Kunststoff-Sendemasten mit einem Durchmesser von bis zu 60 Zentimeter vor der Küste aufstellen, drei auf Hallig Langeneß und jeweils einen auf den Halligen Gröde und Oland. Auf Langeneß muss einer der Masten mindestens 15 Meter hoch werden, damit das Richtfunksignal nicht durch die Fähre nach Amrum unterbrochen wird. Die übrigen Masten haben Höhen zwischen sieben und zehn Metern. Kritiker befürchten, dass die Silhouette der Halligen nachhaltig verändert werden könnte und der Status des Wattenmeeres als Weltnaturerbe in Gefahr ist.

Die Sorge scheint jedoch unbegründet. Wie Hendrik Brunckhorst, Sprecher beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, erklärt, liegen die Standorte der geplanten Masten ausnahmslos auf den ständig bewohnten Halligen. Und diese gehören offiziell nicht zum Naturpark und damit auch nicht zum Weltnaturerbe. „Nach dem, was wir von der Unesco über die Aberkennung von Weltnaturerbetiteln wissen, ist der Titel nur gefährdet, wenn der außergewöhnliche, universelle Wert des gesamten Weltnaturerbes, also von Dänemark bis zu den Niederlanden, gefährdet ist. Das wäre hier wohl nicht der Fall“, sagte Brunckhorst.

Paul Wagner

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