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Norddeutschland Weniger Betriebsgründungen in Schleswig-Holstein
Nachrichten Norddeutschland Weniger Betriebsgründungen in Schleswig-Holstein
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22:10 12.03.2019
Die Zahl der Gewerbeanmeldungen ging im Jahr 2018 in Schleswig-Holstein zurück. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

„Schon länger sind die Zahlen der Existenzgründungen in Deutschland rückläufig. Dies ist nicht zuletzt auf die gute Arbeitsmarktsituation zurückzuführen: Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Tief, zugleich wächst der Mangel an Fachkräften“, sagt der Kieler Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Die meisten Menschen wählten in Zeiten, wo es leichter ist, einen Job zu finden, den Weg des abhängigen Beschäftigungsverhältnis. „Die Zahl der Notgründungen nimmt ab.“

Schleswig-Holstein trotzdem über Bundesdurchschnitt

Dennoch sieht Buchholz den Norden im Bundesvergleich gut dabei: „Schleswig-Holstein hat bei den gewerblichen Existenzgründungen im ,Ranking der Länder’ eine gute Position. 2017 lagen wir bei den Flächenländern hinter Hessen und Nordrhein-Westfalen mit 55,0 Gründungen je 10 000 Erwerbstätige an dritter Stelle bei der Gründungsintensität – und damit über dem Bundesdurchschnitt von 54,1.“

LN-Existenzgründerpreis

Zum neunten Mal loben die Lübecker Nachrichten einen Preis für mutige Firmengründer aus. Für die Verleihung des LN-Existenzgründerpreises am 8. Mai 2019 können Sie sich jetzt bewerben. Teilnahmeberechtigt sind volljährige Existenzgründer mit Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2015 gegründet wurden und ihren Sitz im Raum Lübeck haben.

5000 Euro gibt es für den Existenzgründerpreis, gestiftet von Juwelier Mahlberg, 3000 Euro für den LN-Innovations- und Mutpreis für eine ungewöhnliche Geschäftsidee sowie einen mit 3000 Euro dotierten Nachfolgepreis (gestiftet von der Bockholdt KG). Einsendeschluss ist der 29. März 2019.

Die Entscheidung über die Gewinner der Preise wird von einer Jury getroffen. Die Jury setzt sich zusammen aus Persönlichkeiten der Wirtschaft, der IHK und der Handwerkskammer sowie Vertretern der Preisstifter Juwelier Mahlberg, Bockholdt KG und Lübecker Nachrichten.

Mehr Infos unter www.LN-existenzgruenderpreis.de.

IHK verspürt reges Interesse an Selbstständigkeit

„Die gute konjunkturelle Lage und der stärker werdende Fachkräftemangel lassen viele potenzielle Gründer Abstand von einer Gründung zugunsten eines Angestelltenjobs nehmen“, ist auch Martin Ehleben, Referent Existenzgründung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck, sicher. Erfreulicherweise stelle die IHK aber aktuell fest, dass Existenzgründungs-Veranstaltungen so gut besucht seien wie in den vergangenen beiden Jahren nicht. „Wir gehen auch vermehrt in Schulen, um schon früh für die Selbstständigkeit als Option zu werben“, sagt Ehleben.

Handwerkskammer mit leichtem Zugewinn

Bei der Handwerkskammer Lübeck hat sich die Zahl der Betriebe von 20 448 auf insgesamt 20 620 leicht erhöht. „Die Neugründungen im Handwerk haben im letzten Jahr wieder leicht zugenommen, wenngleich auch wir in der Vergangenheit eher einen Rückgang der Gründungen verzeichnet haben“, sagt Sprecherin Anja Schomakers. „Obwohl der Zeitpunkt einer Gründung nicht besser sein könnte, ziehen viele potenzielle Gründer eine attraktive Beschäftigung vor. Hier gilt es, den jungen Meisterinnen und Meistern den Weg in die Selbstständigkeit attraktiver zu gestalten.“

Meistergründungsprämie vor dem Start

Ein gutes und von der Kammer lange gefordertes Instrument sei dabei unter anderem die Ende vergangenen Jahres von der Landesregierung beschlossene Meistergründungsprämie. Laut Kieler Wirtschaftsministerium soll die Prämie, die insgesamt 10 000 Euro betragen kann, noch in der ersten Jahreshälfte 2019 an den Start gehen.

Das plant Schleswig-Holstein

Neben der Meistergründungsprämie setzt das Land nach eigenen Angaben zwei weitere Schwerpunkte. „Wir wollen mehr Frauen für das Thema Unternehmensgründung begeistern. Frauen sind beim Thema Gründungen deutlich unterrepräsentiert“, sagt Wirtschaftsminister Buchholz. Hier gelte es, mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen und Frauen gezielter anzusprechen.

5400 Unternehmen zur Übergabe

Auch Unternehmensnachfolge ist ein wichtiger Punkt für das Wirtschaftsministerium. Das Institut für Mittelstandforschung (IFM) schätzt für Schleswig-Holstein, dass im Zeitraum 2018 bis 2022 insgesamt 5400 Unternehmen zur Übergabe anstehen. „Zugleich nimmt die Übergabe innerhalb der Familie immer weiter ab. Ziel ist es daher, dass die zu übergebenden Unternehmen geordnet an geeignete Nachfolger übergeben werden“, so Buchholz.

Tausende neue Kleinunternehmen

Insgesamt waren im vergangenen Jahr bei den Gewerbeämtern Schleswig-Holsteins laut Statistikamt 24 752 Gewerbe­anmeldungen eingegangen (minus drei Prozent). Der größte Anteil mit 15 592 Fällen waren Neugründungen von Kleinunternehmen oder Gründungen als Nebenerwerb. 1855 Anmeldungen waren durch Rechtsform­wechsel, Gesellschaftereintritt, Erb­folge oder ähnliches begründet. 3484 Fälle erfolgten aufgrund von Verlegung des Unternehmenssitzes aus anderen Gemeinden.

Jan Wulf

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