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Norddeutschland Weniger Funklöcher in Schleswig-Holstein: Mobilfunkanbieter planen neue Masten
Nachrichten Norddeutschland Weniger Funklöcher in Schleswig-Holstein: Mobilfunkanbieter planen neue Masten
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08:26 29.05.2019
Neue Mobilfunkmasten für Schleswig-Holstein. Wie hier an der A 61 bei Mönchengladbach plant zum Beispiel Telekommunikationskonzern Vodafone im Norden 65 komplett neue Stationen. Quelle: Valery Kloubert/Vodafone/DPA
Lübeck

Die A 20 zwischen Lübeck und Bad Segeberg ist ein klassischer Fall: Mitten in einem Telefonat über die Freisprecheinrichtung reißt das Gespräch plötzlich ab. Ein paar Kilometer weiter funktioniert wieder alles bestens – bis die Leitung erneut tot ist. Funklöcher. In Schleswig-Holstein sollen sie jetzt aber weniger werden. „Grundsätzlich sind die Ausbauaktivitäten der Netzbetreiber zu begrüßen, die zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung führen. Vor allem dann, wenn sie über das hinausgehen, was die Netzbetreiber ohnehin im Rahmen von Versorgungsauflagen der Bundesnetzagentur leisten müssen“, sagt Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP).

Telekom baut „unwirtschaftliche Masten“

So plant die Deutsche Telekom zu ihren bisherigen 800 Stationen im Norden weitere 210 Masten. 150 davon sollen die Kapazität von bereits bestehenden Anlagen erweitern, 60 davon sollen sogenannte „weiße Flecken“ abdecken. Kosten pro Mast: rund 200 000 Euro. „Wir bauen die Masten jetzt auch an Stellen, wo es bisher unwirtschaftlich war“, sagte ein Telekom-Sprecher. Dies sei eine unternehmerische Entscheidung, die Telekom fühle sich dazu verpflichtet. Wo die Masten genau stehen werden und welche Funklöcher geschlossen werden, wollte das Unternehmen aber noch nicht mitteilen. Der Ausbau ist auf die nächsten vier Jahre angelegt. Gleichzeitig betonte die Telekom, dass aber auch in Zukunft „weiße Flecke“ nicht ausgeschlossen werden könnten. „Mobilfunk hat physikalische Grenzen“, sagte der Sprecher. In topographisch schwierigem Gelände sei die Versorgung grundsätzlich schwierig.

Vodafone plant neue LTE-Stationen

Konkurrent Vodafone will innerhalb der nächsten zwölf Monate 100 Bauvorhaben in Schleswig-Holstein realisieren. Dazu wird der Telekommunikationskonzern nach eigenen Angaben an 65 Standorten im Norden komplett neue Mobilfunk-Stationen bauen und vorhandene Mobilfunk-Stationen erstmals mit LTE-Technik aufrüsten. Zusätzlich will Vodafone an 35 bestehenden LTE-Standorten weitere LTE-Antennen anbringen. „Von dem aktuellen Ausbauprogramm profitieren alle elf Kreise und vier kreisfreien Städte. Dabei wird auch das LTE-Netz entlang von Autobahnen und Zugstrecken in Schleswig-Holstein ausgebaut“, teilte das Unternehmen mit. „Im nächsten Schritt werden die genauen Standorte vor Ort ermittelt und dann in Abstimmung mit den Verantwortlichen vor Ort die konkreten Bauvorhaben realisiert“, erklärt Konzernsprecher Volker Petendorf. Insgesamt investiert Vodafone, das im Land 700 Mobilstationen betreibt, 13 Millionen Euro für den Ausbau im Norden.

Telefónica setzt auf Ausbau

Auch Telefónica Deutschland, mit seinen Marken O2 und E-Plus, verspricht, dass sich die Mobilfunkversorgung in Schleswig-Holstein deutlich verbessern wird. Das Unternehmen setzt dabei allerdings mehr auf den Ausbau vorhandener Standorte. „Allein im ersten Quartal 2019 wurden bundesweit bisher weitere mehr als 2200 LTE-Aufrüstungen vorgenommen, viele davon auch in Schleswig-Holstein“, teilte Telefónica auf Anfrage mit.

Hohe Verfügbarkeit

Mit 97,0 Prozent hat Schleswig-Holstein laut Breitbandatlas des Bundes knapp hinter Nordrhein-Westfalen die zweitbeste LTE-Verfügbarkeit (derzeit leistungsfähigster Mobilfunkstandard) aller Flächenländer in Deutschland. Allerdings: Die Zahl bezieht sich auf die versorgten Haushalte – und nicht auf die Fläche. In kaum oder gar nicht besiedelten Gegenden kommt es daher immer wieder zu Funklöchern. Vor allem die Westküste im Land hat darunter zu leiden. Und der Wert sagt laut Kieler Wirtschaftsministerium auch nichts über die jeweils verfügbare oder maximal erreichbare Bandbreite aus. Denn alle Nutzer einer Funkzelle teilen sich die insgesamt verfügbare Bandbreite. Im Klartext: Je mehr Nutzer, desto weniger verfügbare Bandbreite für den Einzelnen.

Unterstützung aus dem Wirtschaftsministerium

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Buchholz will das Thema in Kürze mit den Netzbetreibern weiter erörtern. Dabei geht es unter anderem auch darum, welche Beiträge das Land leisten kann, um die Anbieter beim Ausbau zu unterstützen. Möglichkeiten wären nach Auskunft des Ministeriums zum Beispiel die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen sowie die Bereitstellung von Liegenschaften des Landes oder die Bereitstellung von Informationen über nutzbare Glasfaserleitungen zum Anschluss der Mobilfunkmasten.

Jan Wulf

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