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Norddeutschland Weniger Straftaten: Der Norden ist sicherer geworden
Nachrichten Norddeutschland Weniger Straftaten: Der Norden ist sicherer geworden
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22:30 15.03.2018
Quelle: fotolia
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Kiel

Schleswig-Holstein ist 2017 sicherer geworden. Das zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik ganz eindeutig“, sagt Grote. Die Zahl der Straftaten sei im Norden im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent auf insgesamt 188 979 gesunken. Rechnet man die reinen Aufenthaltsverstöße von Ausländern heraus, sind es sogar nur 182 506 Straftaten. Im Jahr 1980 lag die Zahl bei 188 701.

Die Aufklärungsquote ohne Berücksichtigung der Verstöße gegen das Aufenthalts- das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz stieg ausweislich der Statistik um 1,7 Prozentpunkte auf 52,2 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen nahm um 10 742 auf 72 741 ab, ein Rückgang um 12,9 Prozent. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag ohne ausländerrechtliche Verstöße wieder bei 22,2 Prozent. Der Anteil der Flüchtlinge an allen Tatverdächtigen dürfte laut einer kürzlich vorgelegten Studie von 9,6 Prozent im Vorjahr auf 8,5 Prozent gesunken sein, heißt es.

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5403 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei 2017. Das sind 2308 weniger als 2016. Politik und Polizei führen das vor allem auf den höheren Fahndungsdruck durch neue Strategien der Beamten gegen aus dem Ausland einreisende Diebesbanden zurück. Außerdem würden die Bürger ihre Häuser besser sichern. Auch die Zahl der Diebstähle sank um 7191 auf 76 463 Fälle. Es gab 15 Morde, 52 Fälle von Totschlag, und 2154 Sexualstraftaten, darunter 252 Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen oder andere schweren sexuellen Übergriffe. Die Zahl dieser Straftaten sei gestiegen, weil eine Gesetzesänderung jetzt schon Taten dazu zähle, die bislang noch als Nötigung galten.

Eine Steigerung gab es beim Computerbetrug. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 304 auf 2093 Fälle und damit um 17 Prozent. Die Zahl der politisch motivierten Straftaten bewegte sich 2017 mit 1189 Fällen auf Vorjahresniveau. Die Zahl der Gewaltdelikte dabei halbierte sich aber auf 79. Die links motivierten Gewaltdelikte seien von 67 auf 19 Fälle zurückgegangen, die rechts motivierten Gewaltdelikte von 66 auf 47 Fälle. Zudem wurden 27 religiös motivierte Straftaten erfasst. Zwölfmal wurde wegen des Verdachts der Bildung einer Kriminellen oder Terroristischer Vereinigungen im In- oder Ausland ermittelt. Dazu zählen auch Ausreisen oder Ausreiseversuche nach Syrien.

Die Häufigkeitszahl (die Zahl von Straftaten pro 100 000 Einwohner), liegt im Norden bei 6557. Das sind 668 Fälle weniger als 2016. Seit 2013 liege Schleswig-Holstein damit unter dem Bundesdurchschnitt, betonte Grote.

Wolfram Hammer 

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Innenminister Hans-Joachim Grote hat bei der Jahreshauptversammlung der Regionalgruppe Lauenburg-Stormarn der Gewerkschaft der Polizei (GdP) angekündigt, die Landespolizei digitalisieren zu wollen. Für eine Million Euro sollen die Beamten mit Dienst-Smartphones und Tablets ausgestattet werden. 

Der Minister ging auch noch einmal auf kleinere, aus seiner Sicht aber wichtige, Verbesserungen ein, wie beispielsweise die Pension für Diensthunde, die inzwischen eingeführt worden ist und die Anschaffung einer mobilen WC-Anlage für die Einsatzhundertschaft. Gemeinsam mit allen wichtigen Institutionen will Innenminister Grote die Polizei in Schleswig-Holstein weiter fit für die Zukunft machen.