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Norddeutschland Wer wird die neue CSU im Norden?
Nachrichten Norddeutschland Wer wird die neue CSU im Norden?
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20:10 26.06.2018
Berlin/KIel

Noch halte er eine bundesweite Ausweitung der CSU für unwahrscheinlich, sagt Schleswig-Holsteins LKR-Landeschef Jürgen Joost. Komme es aber doch dazu, würde sich die gesamte Parteienlandschaft neu sortieren. Und natürlich „wäre in diesem Fall eine Zusammenarbeit beziehungsweise ein Zusammengehen eine Option“. In wesentlichen politischen Grundfragen stimmten LKR und CSU ja überein, „in der Asyl- und Flüchtlingspolitik sind die Positionen weitestgehend deckungsgleich“. Und: Die LKR könne Strukturen vorweisen, die die CSU erst mühsam aufbauen müsste. Allerdings sind auch die bescheiden.

In Neumünster schaffte Joost mit zwei Prozent zwar den Sprung in die Stadtvertretung, bei der Landtagswahl kam die LKR aber gerademal auf 0,2 Prozent.

Joost selber startete seine Polit-Karriere in der AfD, verließ die Partei dann zusammen mit dem von noch rechteren Kräften abservierten Gründer Bernd Lucke, folgte ihm zur ALFA, die nach einem Namensrechtsstreit in „Liberal- Konservative Reformer“ umbenannt werden musste. Auch die „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV)“ sind eine Abspaltung der AfD. Vor einem Jahr kam es in Schwerin zum Bruch. Vier Landtagsabgeordnete der AfD wechselten gleich mit zur BMV.

Eine bundesweite CSU würde ein weiteres Erstarken der AfD verhindern, argumentiert der BMV- Fraktionsvorsitzende im Landtag, Bernhard Wildt, jetzt und sagt: „Wir wären bereit.“ Es sei in seiner 40-Mitglieder-Partei bereits besprochen, dass die BMV in der CSU aufgehen könnte. Ähnlich wie Joost in Schleswig-Holstein findet auch Wildt, dass man ja jetzt schon sehr stark CSU-Positionen vertrete. So wolle die BMV ebenso wie die CSU-Führung Asylbewerber zurückweisen, die bereits in anderen EU-Ländern registriert wurden. „Die CSU ist unser Vorbild in konservativen Positionen und Bürgernähe“, sagt Wildt. Schon vor Monaten hatte er erklärt, seine Partei wolle „die CSU des Nordens werden“.

Jürgen Joost setzt da noch einen drauf, sagt: „Wir sind die CSU des Nordens.“ Dass sich jetzt so viele Menschen auch im Norden von deren Positionen angesprochen fühlen, wolle man nutzen, auch wenn es nicht zum Bruch der Union kommt – und sie dann eben als Wähler und Mitglieder der LKR werben.

W.Hammer/F.Pubanz