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Norddeutschland Wespenalarm im August: Was wirklich vor Stichen schützt
Nachrichten Norddeutschland Wespenalarm im August: Was wirklich vor Stichen schützt
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10:00 20.08.2019
Wespenalarm: Im August schwirren die schwarz-gelben Insekten besonders häufig an unseren Esstisch. Quelle: Fotos: Patrick Pleul/dpa,
Lübeck

 Es summt und brummt im Garten: Im August ist Hochsaison für Wespen. Kaum steht der leckere Zwetschgenkuchen auf dem Tisch, sitzt auch schon die erste Wespe darauf. Dass im Spätsommer so viele der schwarz-gelben Insekten auf unser Essen scharf sind, hat zwei Gründe. Zum einen, weil nun viele Wespen in einem Staat leben, die Nahrung aber langsam zur Neige geht. Zum anderen, weil viele Königinnen in diesem Zeitraum sterben und sich der Staat auflöst. Heimatlose Arbeiterinnen und Jungköniginnen versuchen nun, auf eigene Faust Nahrung zu finden.

Treffen Mensch und Wespe aufeinander, gibt es nicht selten fiese Stiche. Das Insekt gilt als aggressiv und löst häufig Panik aus. Es sind jedoch nur zwei von acht Wespenarten, die in Deutschland Jagd auf Cola, Eis oder Grillfleisch machen und besonders angriffslustig sind. Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Mit fünf einfachen Regeln können Mensch und Wespe dennoch gut miteinander leben:

1. Regel – Keine panischen Bewegungen:Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Auch wenn es manchmal schwer fällt: Am besten nicht nach der Wespe schlagen, hektisch aufstehen oder mit den Arme wild herumschlagen. Auch den Nestern sollte man lieber nicht zu nahe kommen. Darauf reagieren die Insekten meist sehr aggressiv.

2. Regel – Wespen nicht anpusten: Still sitzen bleiben und die Wespe einfach wegpusten? Keine gute Idee. Denn in unserer ausgeatmeten Luft steckt jede Menge Kohlenstoffdioxid. Und der gilt im Wespennest als Alarmsignal.

Der Lebenszyklus einer Wespe

Oktober bis März: Nachdem die Arbeiterinnen gestorben sind, verbringt die befruchtete Königin den Winter in einem Schlupfwinkel. Sie befindet sich in einer Kältestarre.

März/April: Wärmere Temperaturen „wecken“ die Königin aus der Überwinterung. Sie stärkt sich an Pflanzensäften und beginnt mit dem Nestbau. Je nach Art kann das ein alter Mäusebau, ein Dachboden oder ein Zweig im Gebüsch sein. Dort legt sie die ersten Eier.

Ab Mai: Die Larven beginnen zu schlüpfen – und haben Hunger. Die Königin unterbricht den Nestbau, um eiweißreiche Insekten als Kraftfutter für ihren Staat zu fangen.

Ab Juni:Die Larven beginnen sich in Kokons zu spinnen. Zwei Wochen brauchen sie, um sich zu verwandeln. Die meisten werden Arbeiterinnen und sind deutlich kleiner als die Königin.

Juni bis August: Nach und nach übernehmen die Arbeiterinnen die Aufgaben der Königin und kümmern sich um Nest und Larven.

Ab September: Neue Königinnen schlüpfen aus den Eiern und werden befruchtet. Die alte Königin verlässt ihren Staat zum Sterben.

3. Regel – Ablenkungsfütterung: Der Tisch ist mit süßen Getränken und dem selbst gebackenen Kuchen gedeckt. Kaum möchte man loslegen, schwirren die ersten Wespen auf den Teller. Damit es gar nicht erst soweit kommt, vor dem Kaffeeklatsch einfach ein paar überreife Weintrauben in fünf bis zehn Metern Abstand zum Esstisch stellen. Die ungebetenen Tischgäste werden darauf fliegen und kein Interesse mehr am Obstkuchen zeigen. Außerdem mögen die Insekten den Geruch von Lavendel und Zitrusfrüchten nicht.

4. Regel – Essen abdecken: Um die Tiere erst gar nicht anzulocken, sollten Nahrungsmittel im Freien abgedeckt und Reste schnell weggeräumt werden. Bei kleinen Kindern ist es sinnvoll, den Mund nach dem Essen abzuwischen, um die Wespen auf Abstand zu halten.

5. Regel – Keine Blumenkleider und fruchtigen Deos: Wespen nutzen neben dem Geruchssinn auch ihren Sehsinn für die Nahrungssuche. Ein farbenfrohes Sommerkleid kann für die Insekten auf den ersten Blick wie eine Blüte aussehen. Bei süßlichem Parfum und Deo denkt die Wespe auch an Nahrung.

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Von sha

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