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Norddeutschland Heiß und gewittrig: So wird der Sommer im Norden
Nachrichten Norddeutschland Heiß und gewittrig: So wird der Sommer im Norden
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10:44 28.06.2019
2018 war ein Sommer der Extreme: Die trockene Hitze setzte den Bauern zu und trieb einige in die Existenznot.
Lübeck/Kiel

Zu warm, zu kalt, zu feucht, zu trocken: Das Wetter ist Gesprächsthema Nummer Eins der Deutschen – vor allem nach dem Rekord-Sommer 2018 und dem verregneten Vorjahr. Doch wie steht es um 2019? Folgt man der Prognose des heutigen Siebenschläfertags, sind die Aussichten prima. Die Sommerredaktion hat sich mit dem Diplom-Meteorologe Sebastian Wache unterhalten und mit ihm einen Blick in die Zukunft gewagt

Früher gab es noch keine Smartphones und Wetter-Apps. Vielmehr bediente man sich der Bauernregeln. Heute rückt besonders eine in den Vordergrund – der Siebenschläfer. Doch was besagt sie eigentlich und wie aktuell ist diese Regel?

Die Wetterlage, die sich Ende Juni einstellt, ist nicht selten eine stabile, sodass sie in die Monate Juli und August hinein weiterhin Bestand hat. Die Siebenschläfer-Regel besagt, dass das heutige Wetter auch die kommenden sieben Wochen bleiben soll. Statistisch gesehen trifft das in 60 Prozent der Fälle zu. Durch die Klimaänderung werden die Wettersysteme jedoch immer träger – gewisse Wetterlagen sind stabiler. Dadurch zeigen sich diese Wettermuster schon in den Monaten davor und bleiben dann bis Oktober oder November stabil. Der Siebenschläfertag verliert damit langsam an Bedeutung. Vielleicht sollte man daher über die Verlegung des Tages in den April oder Mai sprechen.

Das ergibt Sinn. Denn schon im Mai wurde heiß spekuliert, was für einen Sommer wir denn erwarten können. Nun mal Butter bei die Fische – wie wird er denn nun?

Schaut man sich an, welche Wettersituation wir in den letzten Wochen bereits hatten, muss man davon ausgehen, dass es teils heiß und wechselhaft mit Unwettern weitergeht. Aber wie der gesamte Sommer 2019 aussieht, lässt sich nicht exakt sagen. Wobei es immer weniger wahrscheinlich scheint, dass wir einen nasskalten Sommer bekommen. Grund dafür ist der schwache Jetstream, ein starkes Windband in zehn Kilometern Höhe, der die Zugbahn der Druckfelder steuert.

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Es wird also heiß mit Unwettern. Hat das mit dem Klimawandel zu tun?

Das kann man schon sagen. Dadurch, dass sich die arktischen Regionen erwärmen, wird der Temperaturunterschied zwischen dem tropischen Bereich und der Arktis geringer. Der Motor des Jetstreams wird also schwächer. Das bedeutet, dass die Hochs und Tiefs länger an Ort und Stelle stehen bleiben. Normalerweise wechseln sich diese öfter ab.

Was bedeutet das für unser Wetter?

Wir werden Wetterlagen wie 2017 und 2018 häufiger beobachten, denn wir verharren länger in ein und demselben Wettersystem. Somit wird es länger trocken oder länger nass. Insgesamt nehmen die Wetterextreme aber zu.

Sie beschäftigen sich Tag ein Tag aus mit dem Wetter. Mithilfe von Satelliten und unzähligen Messstationen erheben Sie Daten, anhand derer Sie Wettervorhersagen erstellen. Wie machen Sie das genau?

Aus den Wetterdaten ergibt sich ein Gesamtbild der Erde und der Druckverteilung. Man kann also eine Bodendruckkarte mit Hochs und Tiefs zeichnen. Nun kommen komplizierte Formeln ins Spiel. Mit denen rechnen Supercomputer, um zu schauen wo die Hochs und Tiefs weiterziehen und wie stark oder schwach sie dabei werden.

Wie kommt es, dass trotz Supercomputer Wettervorhersagen von der Realität abweichen oder falsch sind?

Das liegt unter anderem daran, dass zum Beispiel Tiefs oft so viel Eigendynamik haben, dass sie mit den heutigen Vorhersage-Modellen noch immer nicht zu hundert Prozent richtig berechnet werden können. Dazu ist die Natur weiterhin zu komplex und chaotisch. Um überhaupt zeitnah an Vorhersagen zu kommen, werden die komplizierten Formeln vereinfacht. Dabei gehen Informationen verloren. Meteorologen nutzen aber diese „einfachen“ Vorhersagen und wissen genau, bei welchen Wetterlagen welches Modell am besten anzuwenden ist. Somit ist die Einschätzung der Fachleute weiterhin nicht durch den reinen Ergebnisauswurf der Computer zu ersetzen.

Das heißt, die Wetter-App auf meinem Handy taugt eigentlich nichts?

Im Prinzip bräuchte jeder, der eine Wetter-App nutzt, noch einen Meteorologen an seiner Seite, der die Vorhersagen richtig deutet und einordnet. Einzig bei stabilen Lagen treffen auch die Apps oft ins Schwarze und geben eine richtige Prognose ab. Sie sind langlebig und bringen im Sommer viel Sonnenschein. Somit kann es schon mal vorkommen, dass mit solch einer Lage eine 14-Tage-Prognose mal passt. Aber wirklich nur bei besonderen Lagen geht das. Grundsätzlich sind die Apps nicht schlecht – die Leute beschäftigen sich mehr mit dem Wetter. Jedoch empfehle ich, Apps mit Flächendarstellungen denen mit reinen Ortsvorhersagen vorzuziehen.

Das war der Sommer 2018 – und so wird er 2019. Die Bilder.

Fabian Boerger

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