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Norddeutschland Wikinger machen Werbung für den Norden auf der ITB
Nachrichten Norddeutschland Wikinger machen Werbung für den Norden auf der ITB
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16:09 09.03.2019
Die „Wikinger“ Iris und Matthias Barkmann aus Kosel machen Lust auf einen Besuch des Museums Haithabu an der Schlei. Quelle: Reinhard Zweigler
Berlin

Auf rund 200 Quadratmetern Ausstellungsfläche in der Norddeutschlandhalle 6.2. unter dem Berliner Fernsehturm gelingt spielend der Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Angeboten für quirlige Events sowie für beschaulichen Urlaub in der Natur. Sozusagen die Entschleunigungsspur werde von vielen Urlaubern gerade an den Seen, Küsten und in Wäldern des Nordens gesucht, meint Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash), die derzeit auf der weltgrößten Tourismusmesse (ITB) eine gefragte Gesprächspartnerin ist.

Werbung für Haithabu

Die „echten Wikinger“ Iris und Matthias Barkmann bieten gleich den ersten Hingucker in der luftig-weiten Schleswig-Holstein-Präsentation. Umgeben von allerlei Alltagsgegenständen, Schmuck und Waffen aus der Wikingerzeit ziseliert der bärtige Matthias Barkmann eine Messingplatte, während seine Frau Iris aus dicker grauer und grüner Schafwolle Strümpfe strickt. Zur Entspannung gibt’s eine Partie an der Hnefe-Tafel, ein Brettspiel der Nordmänner. Die aus Kosel stammenden Profi-Wikinger – vor 19 Jahren machten sie ihr Interesse an der Historie zum Beruf – rühren die Werbetrommel für das Wikinger-Museum Haithabu in der Nähe von Schleswig.

Welcher Urlaubertyp sind Sie?

Nicht zu übersehen ist auch Marius Carnhof in seinem knallig-pinkfarbenen Anzug und mit dunkelblauer Schiffermütze auf dem Kopf, der den Bogen in die digitale Zukunft schlägt. Der Kieler fungiert als „Mister Messecloud“. Über sein kleines Handy – oder einen überdimensionalen Touchscreen – offeriert er Tourismusexperten und Messebesuchern allerlei touristische Angebote aus dem Norden. Zum digitalen Service gehört auch die Bestimmung des individuellen Urlaubstypus, also ob man/frau es eher sportlich oder ruhig, eher kulturell oder naturverbunden oder von allem etwas mag.

Auch das darauf basierende Urlaubsrezept gibt es auf der ITB gratis. Allerdings wird das nicht von den Krankenkassen bezahlt. Dem Urlaubstyp „Windboe“ bietet der digitale Dienstleister etwa Kitesurfen oder Radfahren entlang der Schlei an. Und wer möchte, kann sich über die „Daten-Wolke“ auch maßgeschneiderte touristische Prospekte und Angebote für den individuellen Urlaub im Norden nach Hause schicken lassen.

34 Millionen Übernachtungen

Ziemlich glücklich und stolz schaut indes Bettina Bunge auf das Vorjahr, das dem Norden mit rund 34 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord bescherte. Sogar bundesweit spitze ist die durchschnittliche Verweildauer von vier Tagen.

Gleichzeitig schaut die Tash-Chefin nach vorn und sagt: „Es gibt noch reichlich Luft nach oben, gerade was die Übernachtungs- und Gästezahlen in der Nebensaison und im Binnenland anbelangt.“ Die Tourismusakteure arbeiteten mit Hochdruck daran, mit neuen Angeboten Anreize für Schleswig-Holstein-Reisen zu schaffen. Neben den zahlreichen Kultur-Events im Land setzt die Tourismuschefin vor allem auf das „Erlebbarmachen“ unserer tollen Natur.

Werbung in Österreich und der Schweiz

Traditionell kommen bereits viele Urlauber aus den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder Hessen. Nun wird verstärkt um Besucher aus den Südländern Baden-Württemberg und Bayern sowie aus Österreich und der Schweiz geworben. Riesige Plakate auf Fernbahnhöfen etwa machen Lust auf „Watt für die Seele“.

Vor zehn Jahren wurde das norddeutsche Wattenmeer zum Weltnaturerbe gekürt. Zum Jubiläum gibt es im Juni eine Weltnaturerbe-Radtour entlang der gesamten Wattenmeerküste. Und die im Norden kreierten „Schlaf-Strandkörbe für zwei“ können inzwischen an 17 Standorten gebucht werden, an den Stränden von Travemünde bis Büsum. Im Herzogtum Lauenburg hat man das originelle Schlafmöbel sogar in einem Wald aufgestellt, berichtet Sina Puck am ITB-Gemeinschaftstand. Der „Wikinger“ Barkmann erzählt, dass „die Sehnsucht nach Natur, nach Geschichte, nach dem gemeinsamen Lagerfeuer“ vor allem bei Leuten ausgeprägt sei, die in der IT-Branche, in der digitalen Welt arbeiteten.

Reinhard Zweigler

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