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Norddeutschland Wildschwein-Plage im Norden
Nachrichten Norddeutschland Wildschwein-Plage im Norden
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21:10 26.10.2016
Wildschweine suchen auf Feldern nach Nahrung. Quelle: von Erichsen/dpa
Rendsburg

Die rasante Vermehrung von Wildschweinen bereitet Schleswig-Holsteins Landwirten zunehmend Sorgen. Eicheln, Bucheckern und Kastanien „satt“ sowie ausbleibende Winter in Folge sorgen in Teilen des Landes für eine Wildschwein-Plage, sagte Holger Schädlich vom Bauernverband gestern. Dadurch gehen sie wohlgenährt mit viel Speck auf den Rippen in den Winter.

Auf der Suche nach Engerlingen, Käfern und Würmern verwüsten die „Schwarzkittel“ jetzt Wiesen und Felder. Mit der Schnauze drehen sie die Böden um und verwandeln grüne Grasnarben in schwarze Flächen.

Es koste viel Zeit und Geld, die zerfurchten Landstriche wieder für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, sagte der Bauernverbands-Sprecher.

Genaue Zahlen zum aktuellen Wildschweinbestand gebe es nicht, denn „Schweine kann man schwer zählen“, sagte Schädlich. „Wenn man morgens die Schäden auf der Fläche sieht, weiß man nicht, ob das eine Rotte mit 30 Stück war, oder ob ein einzelner Keiler mit zwei Adjutanten dort gewühlt hat.“ Schädlich schätzt, dass der Bestand um 20 bis 30 Prozent gestiegen sei. Im vergangenen Jagdjahr erlegten Jäger im nördlichsten Bundesland rund 13900 Tiere. Das waren knapp 4700 mehr als 2014. Die Zahl der Abschüsse gilt als Hinweis auf die tatsächliche Größe des Wildschweinbestandes in Schleswig-Holstein.

Tierschützer warnen in dem Zusammenhang vor Wildunfällen. Mit der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit am 30. Oktober steigt nach Erfahrung des Tierschutzbundes wieder die Gefahr von Wildunfällen auf den Straßen. Der Berufsverkehr falle dann weitestgehend genau in die Dämmerung und somit in die Zeit, in der viele Wildtiere unterwegs sind, teilte die Organisation gestern mit.

An der A 20 bei Wismar sorgen Wildschweine bereits seit mehr als zwei Wochen für Unruhe. Da die Rotte ein stinkendes Vergrämungsmittel ignoriert hatte, wurden inzwischen auch Jäger um Hilfe gebeten.

LN

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