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Norddeutschland Wildschweinzaun: Dänemark lehnt Trassenänderung ab
Nachrichten Norddeutschland Wildschweinzaun: Dänemark lehnt Trassenänderung ab
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12:30 23.10.2019
Arbeiter montieren im Januar ein Zaunelement auf der Baustelle des Wildschweinzaunes. Quelle: dpa
Flensbug/Lübeck

„Der dänische Umweltminister Mogens Jensen hat uns schriftlich mitgeteilt, dass keine Möglichkeit gesehen wird, die Trasse durch den Kollunder Wald zu ändern“, teilte Flensburgs Sprecher Clemens Teschendorf mit. Die Stadt wollte den rund 600 Meter langen Abschnitt durch den Forst, der bis Anfang der 2000er Jahre noch zu Flensburg gehörte, verhindern. Sie sieht darin ein Symbol der Trennung – und glaubt nicht, dass der Zaun eine Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern kann. Die Stadt hat ihrer Meinung nach ein vertraglich geregeltes Mitspracherecht bei Bauprojekten. Dänemark sieht das in dem Fall des Wildschweinzauns aber anders.

Staatsministerin lehnt Einladung ab

Auch einen Besuch von Staatsministerin Mette Frederiksen in Flensburg wird es nach einer Einladung nach Flensburg nicht geben, dafür wird laut Teschendorf aus Dänemark darauf hingewiesen, dass der Zaun kein Symbolgehalt habe sondern lediglich das Königreich vor der Schweinepest schützen solle. „Wir haben das Schreiben zur Kenntnis genommen und den Hauptausschuss informiert. Nun werden wir dort eine Vorlage einbringen, wie wir den Zaun möglichst schnell überflüssig machen können“, sagt Teschendorf.

Der Zaun

Der Zaun wird am Ende 70 Kilometer lang sein, 1,50 Meter hoch und reicht 50 Zentimeter tief in die Erde. Er soll Wildschweine daran hindern, von Schleswig-Holstein nach Dänemark zu wandern. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) soll so nicht ins Land gelangen. Für Kleintiere werden Löcher gelassen. Der Zaun soll im November 2019 fertig sein. Kosten: rund vier Millionen Euro.

Rund zwölf Millionen Schweine (ohne Ferkel) werden in Dänemark in mehr als 3000 Betrieben gehalten. Sollte der Schweinepest-Erreger auf dänische Bestände übertragen werden, müssten alle Ausfuhren in Nicht-EU-Länder gestoppt werden. Exporteinnahmen im Wert von rund vier Milliarden Euro (davon 1,5 Milliarden außerhalb der EU) pro Jahr drohten dann wegzufallen, warnt das dänische Umwelt- und Lebensmittelministerium. Im Ranking der wichtigsten Exportgüter liegen Schweinefleisch und der Export von Schweinen (Ferkel) auf Platz zwei der Statistik. Dänemark exportiert 14 Millionen Ferkel in EU-Länder (Deutschland, Polen und Niederlande).

Die Übertragung der Schweinepest geschieht laut Friedrich-Löffler-Institut nicht nur durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, sondern auch durch Speiseabfälle oder Schweinefleischerzeugnisse sowie andere indirekte Übertragungswege (Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände einschließlich Jagdausrüstung, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen, Kleidung). Die stark infizierten Gebiete liegen in Osteuropa. Deutschland ist bislang schweinepestfrei, die Ausbreitung gilt jedoch als wahrscheinlich. Für den Menschen ist die ASP ungefährlich.

Ziel: Zaun soll zurückgebaut werden

Denn laut dänischem Staatsministerium soll der Zaun wieder zurückgebaut werden, wenn die Gefahr der Schweinepest gebannt ist. „Wir wollen auf deutscher Seite jetzt die Initiative ergreifen, um ein Ausbreiten der Schweinepest zu verhindern“, sagt Teschendorf. Alle mögliche Maßnahmen könnten bei einem Runden Tisch auf Landesebene besprochen und dann ergriffen werden. Teschendorf: „Unser Ziel ist jetzt kein Rechtsgehakel mit dem dänischen Staat, sondern dem Zaun, der ein falsches Symbol ist, eine möglichst kurze Halbwertszeit zu verschaffen.“

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