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19:36 14.06.2019
Die Saison geht langsam zu Ende. Wiebke Beeck will noch bis zum nächsten Wochenende Spargel verkaufen. Quelle: FOTOS: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Die Spargel-Saison steht vor dem Abschluss. Wer das Königsgemüse von heimischen Feldern noch mal essen will, muss sich beeilen.

„Die Mengen gehen langsam zurück, erste Flächen werden aus der Ernte genommen“, berichtet Friederike Mougin vom gleichnamigen Hof in Grömitz (Kreis Ostholstein). „Doch solange der Vorrat reicht, gibt es täglich frisch gestochenen Spargel in unserem Hofladen.“ Die Spargelzeit endet traditionell am Johannistag, dem 24. Juni, von manchen auch „Spargelsilvester“ genannt.

Denn von da bis zum ersten Frost sind es mindestens 100 Tage. Diese Zeit braucht der Spargel, um genügend Kraft für das kommende Jahr zu sammeln. Dazu lässt man aus der Spargelstange einen Busch mit fein verzweigten Blättern wachsen. Über dieses Spargelkraut sammelt die Pflanze Kraft und Energie, die in den Wurzeln eingelagert werden, damit sie im nächsten Jahr wieder austreiben kann.

Matthias Beeck lässt den Spargel auswachsen. Über das Spargelkraut sammeln die Pflanzen Kraft für das nächste Jahr. Quelle: Wolfgang Maxwitat

„Wir hoffen, dass wir uns noch bis zum nächsten Wochenende durchhangeln können“, sagt Wiebke Beeck vom Spargelhof Beeck in Hamberge (Kreis Stormarn), wo das edle Gemüse auf 23 Hektar Fläche angebaut wird. Die Saison habe recht früh im April begonnen. Und so komme inzwischen deutlich weniger vom Feld. Sie meint, dass auch die Trockenheit im vergangenen Jahr eine Rolle spielt. „Die Pflanze ist erschöpft“, sagt Wiebke Beeck.

Erntehelferin Aneta Ruszel (21) sticht den letzten Spargel, im Hintergrund Matthias Beeck vom gleichnamigen Spargelhof in Hamberge. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Auf dem Liensfelder Landhof (Kreis Ostholstein) ist heute schon Schluss. „Die Verbraucher wollen immer früher im Jahr schon Spargel essen, daher hören wir früher auf“, erklärt Jan-Henning Wülfken, der den Betrieb zusammen mit seiner Frau Inga führt. Ursprünglich sei Spargel nur in den Monaten Mai und Juni auf den Tisch gekommen. Die Pflanzen müssten sich erholen. „Und unser Akku ist auch leer“, erzählt der 39-Jährige. Nun stünden noch rund 14 Tage Nacharbeit an: Lohnabrechnungen müssten gemacht, Folien aufgewickelt, Kulturen unkrautfrei gehalten werden.

Paul Hay vom Spargelhof Hay in Gremersdorf (Kreis Ostholstein) will bis zum 24. Juni Spargel vermarkten. „Das muss man ein bisschen steuern, mit frühen und späten Sorten.“ Die Saison sei durchwachsen gewesen, bilanziert er. Gerade zu Beginn sei es zu kalt und zu trocken gewesen. Nach einem außergewöhnlich frühen Start hatten kühle Tage im April und Mai das Wachstum gebremst.

Andreas Löding von Lödings Bauernhof am See in Buchholz (Kreis Herzogtum Lauenburg) nennt die Saison „sehr ausgewogen“. „Es gab keine Höchsttemperaturen, dadurch auch keine Spitzenerträge. Das hat uns stabile Preise gebracht“, sagt er. Auf seinen Flächen soll das Gemüse noch bis zum 23./24. Juni gestochen werden. „Heutzutage ernten wir etwa drei Wochen länger als in den 80er Jahren“, berichtet er. Dadurch sei der Selbstversorgungsgrad in Deutschland auf 85 Prozent gestiegen.

Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer zeigen sich die meisten Spargelbauern aber mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden – sowohl was die Preise als auch die verkauften Mengen angeht. Die Arbeitskräftesituation sei wie im vergangenen Jahr schon angespannt gewesen, die meisten Betriebe hätten Engpässe jedoch durch betriebliche Verbesserungen in der Arbeitsorganisation abfangen können, berichtet Sprecherin Daniela Rixen.

Anbau auf 450 Hektar Fläche

Spargel wird in Schleswig-Holstein von 50 Betrieben auf knapp 500 Hektar Fläche angebaut. Besonders begünstigte Regionen sind nach Angaben der Landwirtschaftskammer Lauenburg, Lübeck, Neumünster und der nördliche Umkreis von Hamburg. Mit verschiedenen Bedeckungssystemen wie Folien und Tunneln können gute Erträge erzielt werden. Insgesamt werden pro Saison rund 1600 Tonnen Spargel gestochen. Am liebsten werden die weißen Stangen gegessen – der Pro-Kopf-Verbrauch liegt im Schnitt bei 1,5 Kilogramm im Jahr.

Julia Paulat

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