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Norddeutschland Zwölf Zentimeter Schnee: Wintereinbruch im Frühling
Nachrichten Norddeutschland Zwölf Zentimeter Schnee: Wintereinbruch im Frühling
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20:10 29.03.2018
Strandkörbe im Schnee: Mehrere Zentimeter Neuschnee verwandelten Scharbeutz in ein Winterwunderland.
Strandkörbe im Schnee: Mehrere Zentimeter Neuschnee verwandelten Scharbeutz in ein Winterwunderland. Quelle: Foto: Felix König
Lübeck

Tief „Elisabeth“ hat Schleswig-Holstein wieder unter einer Schneedecke begraben. Zwölf Zentimeter Neuschnee hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) gestern Morgen in Seedorf (Kreis Segeberg) gemessen.

Winter statt frühlingshafter Osterstimmung: Schnee und Glätte führten im Norden zu Verkehrschaos. In der Nacht zu gestern und auch noch in den frühen Morgenstunden rückten Polizei und Feuerwehr vielerorts aus. Auto- und Bahnreisende mussten Geduld mitbringen.

Und an der Ostsee wie in Scharbeutz standen die erst kürzlich herausgestellten Strandkörbe im Schnee. „Der Schnee hat ganz Schleswig-Holstein getroffen“, sagt Josef Kantuzer, Meteorologe beim DWD in Hamburg. Nur die Westküste habe weniger abbekommen.

In der Nacht und am Morgen verursachte der plötzliche Wintereinbruch auf den Straßen viele Unfälle und Staus. Auf der Autobahn 24 bei Möhnsen (Kreis Herzogtum Lauenburg) ist schon am späten Mittwochabend ein Bus in einen bereits verunglückten Transporter gekracht. Die beiden Fahrer und ein Passagier wurden verletzt in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Ein angeforderter Ersatzbus nahm die restlichen Reisenden mit. Auch in Höhe Gudow musste die Strecke gesperrt werden: Drei Fahrzeuge waren dort in einen Unfall verwickelt. Auch andernorts ereigneten sich zahlreiche Unfälle – meist blieb es zum Glück bei Blechschäden.

Bahnfahrer blieben von dem erneuten Wintereinbruch ebenfalls nicht verschont. Wegen umgekippter Bäume auf den Gleisen mussten mehrere Strecken des Regionalverkehrs gesperrt werden. Auf den Linien zwischen Kiel und Lübeck kam es zu Zugausfällen. Erst gegen Mittag normalisierte sich der Fahrplan wieder.

Im Süden Stormarns und des Herzogtums Lauenburgs fielen außerdem reihenweise Bäume auf die Straßen. Durch den aufgeweichten Boden fehlte vielen die Standfestigkeit, so dass sie unter der Schneelast abknickten. Deswegen befreiten die Feuerwehren vor Ort teilweise auch Bäume von der nassen Schneelast.

Der Hansa Park in Sierksdorf musste wegen des erneuten Wintereinbruchs sogar seinen Saisonstart verschieben. Der Eingangsbereich mit Hansekontor, Restaurant und Kiddie-Camp war dafür kostenlos geöffnet. Die Fahrgeschäfte aber blieben geschlossen. Wenn alles klappt, startet der Freizeitpark dann am heutigen Karfreitag in die neue Saison. Aufgrund des Feiertags aber erst ab 11 Uhr und ohne Musik. Auch die Parade findet heute nicht statt.

Einer jedoch hatte sichtlich Spaß im Schneetreiben: Eisbär „Vitus“. Mit Bären-Freundin „Larissa“ tollte das 600 Kilo schwere Tier durch das Weiß im Tierpark Neumünster.

Im Laufe des Tages zog Tief „Elisabeth“ über die Ostsee ab. Entwarnung gibt Meteorologe Kantuzer dennoch nicht. Am Ostersonntag könnte es ein erneutes „Schnee-Intermezzo“ geben. Erst ab Ostermontag kündigen sich Frühlingstemperaturen an.

Bald wird’s Frühling

Bis Ostersonntag bleibt es noch wechselhaft: Bei Höchsttemperaturen um vier Grad kommt es zu Schneeregen. Teilweise muss auch noch mit Glätte gerechnet werden.

Frühlingstemperaturen ab nächster Woche: Dann sind Temperaturen im zweistelligen Bereich auch im Norden drin, sagt DWD-Meteorologe Josef Kantuzer. Schon am Ostermontag kann das Thermometer auf bis zu zehn Grad klettern. „Danach haben wir auch gute Chancen auf 15 bis 16 Grad“, sagt Kantuzer.

Saskia Hassink