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Norddeutschland Bildungs-Ranking: Der Norden braucht mehr Lehrer und Professoren
Nachrichten Norddeutschland Bildungs-Ranking: Der Norden braucht mehr Lehrer und Professoren
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15:09 15.08.2019
2017 kamen in Schleswig-Holstein 15 Schüler einer Sekundarstufe II auf einen Lehrer, schreibt der Bildungsmonitor. Quelle: dpa
Kiel

Trotz leichter Verbesserungen im Bildungswesen ist Schleswig-Holstein im Ländervergleich um einen Platz auf Rang 11 zurückgefallen. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2019 hervor, der am Donnerstag vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) vorgestellt wurde. „Schleswig-Holstein behauptet sich im Mittelfeld und wir arbeiten daran, uns weiter zu verbessern“, kommentierte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) den Bericht.

Pluspunkt: Weniger Sitzenbleiber

Eine Stärke in Schleswig-Holstein ist laut der Studie der Punkt Zeiteffizienz – wie auch schon im vergangenen Jahr. Das bedeutet: Im Land werden nur wenige Kinder verspätet eingeschult oder müssen eine Klasse wiederholen. Gleichzeitig haben 2017 die meisten Studienanfänger im Norden einen Bachelorstudiengang begonnen.

Weiterhin düster sieht es im Bereich Förderinfrastruktur aus, hier liegt Schleswig-Holstein auf dem letzten Platz im Ranking. Der Grund: Nur 20,9 Prozent der Grundschüler besuchen eine Ganztagsschule. Im Bundesdurchschnitt sind es doppelt so viele. „Gerade bei den gebundenen Ganztagsschulen hat Schleswig-Holstein Nachholbedarf“, sagt Bernd Schauer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Beim offenen Ganztag sei das Angebot größer, was für Eltern und Kinder eine gute Nachricht sei.

„Wir holen Rückstand nur schwer auf“

Verbesserungspotenzial bestehe auch bei den Betreuungsbedingungen, heißt es in der Studie: Auf 15 Schüler in der Sekundarstufe II kommt ein Lehrer. Das ist die schlechteste Betreuungsquote in ganz Deutschland. „Leider Gottes findet man Schleswig-Holstein bei solchen Umfragen immer auf den hinteren Plätzen“, klagt Schauer. Für ihn ist klar: Das Land investiert zu wenig in die Bildung. Allerdings erkenne die Gewerkschaft schon an, dass die Regierung mehr Lehrerstellen zur Verfügung gestellt hat. „Aber es ist nicht genug, wir holen den Rückstand nur schwer auf.“

Der Ausbau der Ganztags- und Betreuungsangebote sei ein Schwerpunkt des Bildungsministeriums, betont Prien. Mit rund 13 Millionen Euro wird der Ausbau in diesem Schuljahr gefördert. Diese und andere Maßnahmen werden in dem Bildungsmonitor noch nicht berücksichtigt, kritisiert die Bildungsministerin. Die Studie beruft sich auf Zahlen aus den Jahren 2016 und 2017 – aktuellere Statistiken liegen noch nicht vor.

Nachholbedarf bei den Hochschulen

Auch die Hochschulen im Norden müssen Nachsitzen, wenn es nach der Studie geht: weniger Promotionen, weniger ausländische Studierende, eine schlechte Betreuungsquote im Vergleich mit den anderen Bundesländern. 22 Studierende werden im Norden von einem Professor oder Dozenten betreut, im Bundesdurchschnitt sind es nur 18. „Die Anzahl der Professoren in Schleswig-Holstein hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich erhöht“, sagt Udo Rempe, emeritierter Professor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Landesvorsitzender des Verbandes Hochschule und Wissenschaft. Und zudem werde immer häufiger die Lehre denen übertragen, die eine geringere Qualifizierung haben. Gerade an der CAU Kiel gebe es offene Stellen, die man dauerhaft besetzen könnte. Auch wenn das in der Verantwortung der Universitäten liegt: „Es ist gut, wenn mal jemand von außen drauf schaut.“

Der Bildungsmonitor bewertet anhand von 93 teils sehr verschiedenen Kennzahlen in zwölf Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut verringert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Dabei bezieht die Studie alle Einrichtungen von der Kindertagesstätte bis zur Hochschule mit ein. Schleswig-Holstein ist mit 47,3 Punkten auf Platz 11. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Land um einen Platz zurückgefallen – obwohl es um 1,7 Zähler zugelegt hat.

Von Annabell Brockhues

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