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Panorama 88.000-Euro-Trip zur Feier des Sohnes – Präsidentengattin reist auf Staatskosten
Nachrichten Panorama 88.000-Euro-Trip zur Feier des Sohnes – Präsidentengattin reist auf Staatskosten
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18:17 31.07.2019
Zwei First Ladys unter sich: Melania Trump zu Besuch bei Gertrude Mutharika in Malawi. Quelle: Andrea Hanks/picture alliance/Newscom
Lilongwe

Die Menschen leben teilweise von nicht einmal einem US-Dollar am Tag, das Durchschnittseinkommen liegt bei jährlich 250 US-Dollar pro Person: Während in Malawi ein Großteil der Bevölkerung unter extremer Armut leidet, jettet die Präsidentengattin um die Welt – und das auf Staatskosten, meldet die britische „Daily Mail“.

Rund 80.000 britische Pfund, umgerechnet 88.000 Euro, hat die First Lady von Malawi, Gertrude Mutharika, ausgegeben, um der Abschlusszeremonie ihres Sohnes in London am vergangenen Donnerstag beizuwohnen. An der Greenwhich Universität studierte Tadikira Mafubza, der Stiefsohn des Präsidenten. Standesgemäß wurde im Fünf-Sterne-Luxushotel Dorchester übernachtet, ein Zimmer kostet hier bis zu 900 Pfund pro Nacht. Und sieben Assistenten und Berater hatte die Präsidentengattin im Schlepptau.

„Es war die beste Zeit meines Lebens, weil für alles bezahlt wurde“

Auch die Gattin des Vize-Präsidenten, Judith Chimulirenji, soll bei der zehntägigen Reise dabei gewesen sein – mit einer eigenen Entourage. „Daily Mail“ zitiert einen Assistenten mit der Aussage: „Das war die beste Zeit meines Leben, weil für alles bezahlt wurde.“ Die Reise wurde von der Hohen Kommission, dem Äquivalent einer Botschaft, in London organisiert.

HRDC condemns First Lady, Gertrude Mutharika, for allegedly using public funds to fly to the UK for a son's graduation,...

Gepostet von Zodiak Online am Montag, 29. Juli 2019

Und der rein private Ausflug erfolgte nicht etwa auf rein private Kosten – sondern auf Staatskosten. Also Geld, das für sinnvollere Dinge gedacht sind, etwa Armutsbekämpfung. Alleine Deutschland zahlt 41 Millionen Euro jährlich an Entwicklungshilfe nach Malawi, Großbritannien 71 Millionen Euro.

Proteste in Malawi

Ein Mitarbeiter der Botschaft wird von „Daily Mail“ zitiert: „Die First Lady und ihr Sohn vergeuden hier Steuergeld, während die normalen Bürger unnötigerweise sterben, weil es keine Medizin gibt. Das sollte nicht erlaubt sein, ein solches Vorgehen ist gleichbedeutend mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Auch in Malawi fand der Ausflug nicht viel Anklang: In der Hauptstadt Lilongwe gab es Proteste. „Wie kannst du solch eine Summe ausgeben, wenn zu Hause manch ein Schüler nicht einmal 12 Euro für die Schulgebühren hat?“, fragte eine Malawierin auf Facebook. „Wir werden demonstrieren, bis sie das Geld zurück gibt. Unser Steuergeld ist nicht für ihr Privatvergnügen da“, schreibt ein anderer.

Menschenrechtsorganisation fordert Rückzahlung

Die „Human Rights Defenders Coalition“ gab der Gattin eine Woche Zeit, um die Ausgaben zu begleichen. Der Präsident und seine Frau verstehen die Aufregung indes nicht: Da der Trip durch die Hohe Kommission organisiert gewesen ist, sei sie in ihrem Amt als Präsidentengattin gereist, sagte ein Sprecher der malawischen Zeitung „Malawi 24“. Es sei ohnehin eine kleine Delegation gewesen – sonst reise Mutharika mit zwölf Personen im Schlepptau. Außerdem seien keine Hilfsgelder für den Trip missbraucht worden.

Erst im Mai war Peter Mutharika in seinem Amt als Präsident bestätigt worden. Er trat 2014 die Nachfolge von Joyyce Banda an, unter deren Amtszeit sich korrupte Politiker und Beamte Massen an Entwicklungsgeldern abzweigten.

Von RND/msk

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