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Panorama Niels Högel: Die Geschichte einer Krankenhausmordserie
Nachrichten Panorama Niels Högel: Die Geschichte einer Krankenhausmordserie
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09:16 16.05.2019
Die Staatsanwaltschaft hat den Ex-Krankenpfleger wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg angeklagt. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Oldenburg

Mehr als 100 Patienten soll der Ex-Krankenpfleger Niels Högel getötet haben, indem er ihnen eigenmächtig Medikamente spritzte. Seine Taten kamen erst nach und nach ans Licht. Das ist die Chronologie der Krankenhausmordserie.

1999-2002: Niels Högel arbeitet im Klinikum Oldenburg. Schon damals gibt es nach Ansicht der Ermittler Hinweise, dass ungewöhnlich viele Patienten während seiner Schichten sterben. Der Pfleger wurde mit einem guten Arbeitszeugnis weggelobt.

2002-2005: Der Pfleger arbeitet auf der Intensivstation im Klinikum Delmenhorst. Auch dort gibt es Gerüchte um die Zahl der Todesfälle während seiner Schichten.

Juni 2005: Eine Krankenschwester ertappt Högel, wie er einem Patienten ein nicht verordnetes Medikament spritzt. Der Patient stirbt.

2006: Das Landgericht Oldenburg verurteilt Högel wegen versuchten Totschlags zu fünf Jahren Haft. Der Bundesgerichtshof kippt das Urteil.

Juni 2008: Im Revisionsprozess verurteilt ihn das Landgericht Oldenburg zu siebeneinhalb Jahren Haft wegen Mordversuchs.

September 2014: Högel steht erneut vor Gericht, diesmal wegen fünf Verdachtsfällen. Es gibt jedoch Hinweise, dass er weit mehr Patienten auf dem Gewissen hat.

November 2014: Eine Sonderkommission der Polizei geht mehr als 200 Verdachtsfällen an den beiden Kliniken nach und lässt die Leichen von früheren Patienten exhumieren, um diese auf Rückstände von Medikamenten zu untersuchen.

26. Februar 2015: Das Landgericht Oldenburg verurteilt Högel wegen zweifachen Mordes, zweifachen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung an Patienten in Delmenhorst zu lebenslanger Haft.

28. August 2017: Die Sonderkommission beendet ihre Ermittlungen. Sie geht von der größten Mordserie in der deutschen Nachkriegsgeschichte aus.

30. Oktober 2018: Beginn des Prozesses um den Tod von 100 Patienten.

12. Dezember 2018: Letzter Verhandlungstag 2018: Högel räumt in langen Vernehmungen 43 der ihm zu Last gelegten Taten ein, 5 bestreitet er. An die übrigen kann er sich nicht erinnern. Er schließt aber nicht aus, diese Patienten getötet zu haben.

25. April 2019: Der psychiatrische Gutachter Henning Saß hält Högel für schuldfähig, attestiert ihm aber auffällige Persönlichkeitsstörungen.

16. Mai 2019: Beginn der Plädoyers.

Von rnd/dpa

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