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Panorama Bundesweit per Mail mit Anschlägen gedroht: 32-Jähriger vor Gericht
Nachrichten Panorama Bundesweit per Mail mit Anschlägen gedroht: 32-Jähriger vor Gericht
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06:55 21.04.2020
Nach bundesweiten Drohmails gegen Politiker und Behörden muss sich ein 32-Jähriger von Dienstag an vor dem Landgericht in der Hauptstadt verantworten.
Nach bundesweiten Drohmails gegen Politiker und Behörden muss sich ein 32-Jähriger von Dienstag an vor dem Landgericht in der Hauptstadt verantworten. Quelle: Taylan Gökalp/dpa
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Berlin

Nach bundesweiten Drohmails gegen Politiker und Behörden muss sich ein 32-Jähriger von Dienstag an vor dem Landgericht in der Hauptstadt verantworten. Er soll ab Dezember 2018 unter dem Absender „NationalSozialistische Offensive“ E-Mails an Mitglieder des Bundestages sowie Polizeidienststellen, Gerichte, Medien und Einkaufszentren verschickt und darin Sprengstoffanschläge und weitere Tötungsdelikte angedroht haben. Angeklagt sind 107 Taten bis April 2019. In dem Prozess wird es laut Gericht auch um die Schuldfähigkeit des Angeklagten gehen.

Dem mutmaßlichen Täter sei es in den Schreiben darum gegangen, das von ihm verhasste „kapitalistische System“ anzuprangern. Der Verdächtige habe die Bevölkerung beunruhigen sowie öffentliche Aufmerksamkeit erlangen wollen, hieß es.

Mails auch nach Schleswig-Holstein und Hamburg

Mails gingen laut früheren Angaben der Staatsanwaltschaft an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Baden-Württemberg und Frankfurt. Gedroht wurde mit Bomben sowie Exekutionen auf offener Straße. Im Januar 2019 waren wegen der Drohungen auch Gerichtsgebäude geräumt worden. Sprengkörper wurden aber nicht gefunden.

Die Berliner Strafverfolgungsbehörde hatte die Ermittlungen federführend nach einer gemeinsamen Vereinbarung der deutschen Generalstaatsanwaltschaften übernommen, um Ressourcen zu bündeln.

Auffällig wegen früherer Straftaten

Der mutmaßliche Verfasser wurde in Schleswig-Holstein Anfang April 2019 gefasst und später in eine Haftanstalt nach Berlin überführt. Er war laut Staatsanwaltschaft schon früher wegen Sprengstoff-, Brand- und Körperverletzungsdelikten auffällig geworden.

Die Tatserie begann laut Staatsanwaltschaft wenige Wochen, nachdem der mutmaßliche Schreiber nach einer Haftstrafe auf freien Fuß kam. Ähnlichkeiten zum früheren Vorgehen des Mannes hätten auf seine Spur geführt.

Die Anklage lautet auf Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten, versuchte räuberische Erpressung und Bedrohung.

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Von RND/dpa