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Panorama Mob prügelt 17-jährigen Austauschschüler aus Deutschland ins Koma
Nachrichten Panorama Mob prügelt 17-jährigen Austauschschüler aus Deutschland ins Koma
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14:05 10.06.2019
In Canterbury wurde ein 17-jähriger Austauschschüler aus Deutschland brutal angegriffen – er musste notoperiert werden. Quelle: Jane Barlow/PA/dpa
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Canterbury

Ein brutaler Überfall erschüttert Canterbury: Ein 17-jähriger Austauschschüler aus Deutschland wurde Opfer eines brutalen Angriffs. Mehrere Teenager sollen den Jugendlichen bereits am Donnerstagabend in Canterbury auf der Straße angegriffen haben. Der 17-Jährige wurde mit einem Helikopter ins Krankenhaus gebracht und notoperiert. Er soll laut einem Bericht des britischen „Guardian“ im Koma liegen.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben fünf Teenager und einen 44-Jährigen, offenbar Wohnungslosen, noch am Donnerstagabend festgenommen, allerdings gegen Kaution später wieder freigelassen. Ein weiterer 17-Jähriger wurde am Samstagabend verhaftet und befindet sich noch in Untersuchungshaft.

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Bei der Tat geht die Polizei in Canterbury von einem rassistischen Hintergrund aus. Die Eltern des Opfers kommen ursprünglich aus dem Libanon.

Wegen Visa-Anträgen: Eltern konnten nicht sofort zum verletzten Sohn reisen

Da sie keine EU-Bürger sind, mussten sie ein Visum für den Besuch ihres schwer verletzten Sohnes in Großbritannien beantragen – doch das würde fünf Tage dauern, wurde ihnen von den Behörden mitgeteilt.

Politiker schalteten sich ein, um das Verfahren in diesem Ausnahmefall zu beschleunigen: So hat die Labour-Abgeordnete Rosie Duffield, die Canterbury in der Grafschaft Kent ihren Wahlkreis hat, den Innenminister Sajid Javid kontaktiert. Er erwirkte nach Aussage von Duffield ein Notfall-Visa, was in Ausnahmefällen möglich ist.

So konnte zumindest die Mutter des 17-jährigen Opfers nach Großbritannien reisen, um bei ihrem Sohn im Krankenhaus zu sein.

Abgeordnete Rosie Duffield: „Canterbury ist offen für Besucher“

„Wir möchten klarstellen, dass Canterbury offen für Besucher ist und dass wir andere Nationen respektieren und bewundern. Wir sind so aufgebracht über diesen Angriff und möchten der Familie des Opfers so viel Unterstützung wie möglich bieten. Nach einem solchen Angriff wollen wir uns auf das konzentrieren, was wir gemeinsam haben, und nicht auf die Politik der Spaltung“, sagte Duffield nach dem Angriff. Außerdem schrieb sie bei Twitter, dass der Angriff ein „entsetzlichen und beschämenden Makel“ für die Stadt sei.

Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen des Angriffs.

Von RND/goe