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Panorama „Den Schaden hat der Landwirt“: Wolfsangriffe stark angestiegen
Nachrichten Panorama „Den Schaden hat der Landwirt“: Wolfsangriffe stark angestiegen
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11:54 16.02.2019
Bad Wildbad: Mehrere tote Schafe werden von Vertretern der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und der Forstverwaltung Calw untersucht. Ein Wolf hatte vermutlich die Tiere gerissen. Quelle: Christoph Schmidt/dpa
Osnabrück

Die Zahl der Wolfsangriffe auf Nutztiere ist bundesweit stark gestiegen. Auch die Zahl der dabei verletzten oder getöteten Tiere hat deutlich zugenommen. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Sonnabend) unter Berufung auf die offizielle Schadensbilanz 2017 der zuständigen Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW).

Demnach stieg die Zahl der Risse um knapp 66 Prozent auf 472. Die Zahl der dabei getöteten, verletzten oder vermissten Tiere beziffert die Dokumentationsstelle auf 1667, das sind fast 55 Prozent mehr als noch 2016. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) erklärte auf Anfrage der Zeitung: „Der erhebliche Anstieg zeigt, dass wir jetzt Handlungsbedarf haben und sich das Bundesumweltministerium endlich bewegen muss.“

Zwischen Umwelt- und Agrarministerium herrscht seit längerem Uneinigkeit darüber, wie mit dem Raubtier umgegangen werden soll. Klöckner betonte erneut: „Ich setze mich für eine gemäßigte Bestandsregulierung ein, die es rechtssicher ermöglicht, einzelne Wölfe eines Rudels zu entnehmen.“

Wölfe überwinden Schutzzäune

Immer wieder fallen einzelne Wölfe dadurch auf, dass sie wiederholt Schutzzäune überwinden und Schafe oder andere Nutztiere angreifen. Die Umweltminister in Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben deswegen kürzlich je einen Wolf zum Abschuss freigegeben. Im Bericht der Dokumentationsstelle heißt es allerdings, der Abschuss von Wölfen helfe, wenn überhaupt, nur kurzfristig. Die DBBW hält fest: „Um die Probleme dauerhaft möglichst gering zu halten, hilft es nur, Schafe und Ziegen im Wolfsgebiet flächendeckend zu schützen.“

Die Art und Weise der Nutztierhaltung müsse wieder an die Anwesenheit von Wölfen angepasst werden. Die meisten Angriffe gebe es in der Regel dort, wo Wölfe sich neue Territorien suchten, und die Nutztierhalter noch nicht entsprechende Schutzmaßnahmen umgesetzt hätten. „Meist gehen die Schäden in diesen Gebieten nach ein, zwei Jahren zurück, wenn die Tierhalter Herdenschutzmaßnehmen richtig anwenden“, schreibt die Dokumentationsstelle.

Klöckner betonte indes, dass sich die Zahl der Wölfe alle drei bis vier Jahre verdopple: „Den Schaden hat der Landwirt, auch seine Belange sind zu schützen. Darüber hinaus geht es auch um den Schutz der Menschen“, so die CDU-Politikerin. Die Verunsicherung der Menschen in Wolfsregionen sei verständlich.

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Von RND/epd