Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Panorama Fotos von Verletzten, Prügel für Einsatzkräfte: Das sind die schlimmsten Gaffer-Vorfälle
Nachrichten Panorama Fotos von Verletzten, Prügel für Einsatzkräfte: Das sind die schlimmsten Gaffer-Vorfälle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:23 17.01.2019
Schaulustige beobachten einen Unfall in Berlin – hier immerhin mit Abstand. Quelle: Lino Mirgeler/dpa
Pforzheim

Wie skrupellos waren die Gaffer bei einem Lkw-Unfall bei Pforzheim? Machten sie tatsächlich die Tür eines Rettungswagens auf, in dem ein Mann reanimiert wurde? Das DRK widerspricht zwar dem Polizeibericht, einig sind sich beide Institutionen aber: Schaulustige haben nicht nur den Einsatz behindert, sie machten auch immer wieder Aufnahmen von den Unfallopfern.

Straßenbahn-Unfall: Drängeln um die besten Plätze

Immer wieder kommt es zu skurrilen und erschreckenden Szenen mit Gaffern. So drängelten sich Passanten in Leipzig 2014 um die beste Sichtposition, nachdem ein Mann von einer Straßenbahn erfasst worden war. Während einige Erste Hilfe leisteten, stritt man sich am Rande um die besten Plätze.

Feuerwehrleute beim Löschen behindert

Schaulustige behinderten die Arbeit der Feuerwehr bei einem Einsatz im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Nach einem Unfall mit zwei Leichtverletzten standen 2017 vier Fahrzeuge in Brand, die Feuerwehr wurde zunächst wegen einer fehlenden Rettungsgasse aufgehalten, später sollen Personen die Ausrüstung beiseite geräumt haben und Bilder zum Andenken geschossen haben.

Schaulustige prügeln sich mit Polizisten

Nachdem in Bremervörde 2015 ein Auto in eine Eisdiele fuhr und ein zweijähriges Kind sowie ein Senior starben und zwei Menschen schwer verletzt wurden, hielt sich ein 25-Jähriger nicht an Absperrungen der Polizei. Als diese den jungen Mann aufforderte, das Filmen zu unterlassen, ging er zusammen mit seinem Bruder auf die Beamten los. Zwei Polizisten wurden verletzt.

In Bremervörde behindern Männer erst die Rettungskräfte und greifen dann Polizisten an, als sie aufgefordert werden, das Filmen zu unterlassen. Quelle: Theo Bick/dpa

Anfeuern bei Suizid-Versuch

Landesweit hatte der Suizid eines 15-jährigen somalischen Flüchtlings in Schmölln 2016 für Schlagzeilen gesorgt. Während Helfer den jungen Mann davon abhalten wollten, aus dem Fenster zu springen, forderten ihn andere mit Rufen zum Springen auf. In sozialen Netzwerken wurden Fotos und Videos geteilt, wie der 15-Jährige aus dem Fenster sprang. Er starb später im Krankenhaus.

Absperrungen bei Bombensprengung ignoriert

In Kiel verzögerte sich vor rund einem Monat die Sprengung einer Weltkriegsbombe, weil Neugierige immer wieder in den gesperrten Bereich eintraten. In Greifswald sprach die Polizei 2017 nach einem Unfall mit sechs Verletzten Platzverbote gegen Schaulustige aus. Sie hatten versucht, an Absperrungen vorbei zu kommen.

Aus dem Auto heraus Unfallstelle gefilmt

In Potsdam wurde 2017 gegen einen 17-Jährigen ermittelt. Nachdem ein Mann auf der Straße zusammenbrach und starb, war ein Auto sehr langsam am Einsatzort vorbeigefahren, der Beifahrer des Wagens machte aus dem Fenster heraus Fotos. Sein Telefon wurden beschlagnahmt, die Bilder gelöscht und Anzeige gegen ihn erstattet.

Fahrer steigen auf Autobahn aus Auto aus

Ebenfalls bei Postdam stiegen 2017 Dutzende Menschen im Stau aus ihren Autos aus, um die Rettungsarbeiten rund um einen schlimmen Verkehrsunfall zu beobachten. Die Polizei schickte die Autofahrer zurück hinter die Absperrung.

Gaffer behindern Löschen eines brennenden Hauses

In Wilhelmshaven wurden 2018 Rettungskräfte massiv von Gaffern dabei behindert, 19 Menschen zu retten, die in einem brennenden Wohnhaus eingeschlossen waren. Die Einsatzkräfte beschlagnahmten zwei Mobiltelefone und ließen Video- und Fotoaufnahmen von verzweifelten Bewohnern löschen.

Gaffer verursachen Folgeunfall

Auf der Autobahn 4 in Sachsen kam es im April 2018 während einer Unfallreihe gleich mehrfach zu problematischen Vorfällen mit Schaulustigen. Zunächst kam es zu einem Unfall, als Verkehrsteilnehmer einen Konvoi der US Army auf der Gegenfahrbahn beobachteten. Wenig später ereignete sich auf eben jener Gegenfahrbahn ein Auffahrunfall – dort, wo die erste Unfallstelle bereits geräumt war, blieben Autos teilweise stehen, um den anderen Unfall zu beobachten.

Bei Dresden kam es 2018 ebenfalls zu einem Gaffer-Unfall infolge eines Lkw-Unfall. Dabei fuhren insgesamt sechs Autos aufeinander auf.

Haftstrafe bis zu zwei Jahren

Das Strafgesetz sieht für Menschen, die Bilder oder Videos von wehrlosen Personen machen, eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Dazu können Geldstrafen kommen, auch darf die Polizei Mobiltelefone im Zweifel konfiszieren.

Von RND/msk

Vier Zebras, die durch Dresden marschierten, sorgten in der Adventszeit für Furore. Die Polizei versuchte die Zirkustiere, die an der Elbe spazieren gingen, einzufangen. Das wird für den Zirkusdirektor nun teuer: Er muss für den nicht günstigen Einsatz zahlen.

17.01.2019

Handschuhe und Schal sollte jeder griffbereit haben: Mit dem Tiefdruckgebiet Henne kommt ab Donnerstag der Winter nach Deutschland. Meteorologen sagen eiskalte Temperaturen voraus – und das nicht nur in den Alpen.

17.01.2019

Muhammad Ali ist der wohl bekannteste Sohn der US-Stadt Louisville – jetzt wird die Boxlegende dort auf ganz besondere Weise geehrt.

17.01.2019