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Panorama Ehemaliger KZ-Häftling Ottomar Rothmann mit 97 Jahren gestorben
Nachrichten Panorama Ehemaliger KZ-Häftling Ottomar Rothmann mit 97 Jahren gestorben
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18:03 18.12.2018
Der Holocaust-Überlebende Ottomar Rothmann 2014 bei einer Gedenkveranstaltung im früheren Konzentrationslager Buchenwald. Quelle: dpa
Weimar

Der ehemalige Buchenwaldhäftling Ottomar Rothmann, einer der letzten Überlebenden des NS-Konzentrationslagers bei Weimar, ist tot. Der Weimarer Ehrenbürger und langjährige stellvertretende Leiter der KZ-Gedenkstätte, starb kurz nach seinem 97. Geburtstag am vergangenen Freitag, wie die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora auf ihrer Internetseite mitteilte.

Der frühere Buchenwald-Häftling Ottomar Rothmann aus Weimar starb kurz nach seinem 97. Geburtstag. Quelle: Martin Schutt /dpa

Der von den Nationalsozialisten wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgte Rothmann war in seiner Heimatstadt Magdeburg im Januar 1943 von der Polizei verhaftet worden, als er selbst gedruckte Anti-Kriegs-Zettel an Haustüren klebte. Im Juli 1943 kam er ins KZ Buchenwald. Er erlebte die Befreiung des KZ am 11. April 1945 als Mitglied des illegalen Lagerwiderstandes im Alter von 23 Jahren.

Die Stadt Weimar machte ihn zum Ehrenbürger

Bis zuletzt sei er als Zeitzeuge ein geduldiger, ruhiger und warmherziger Gesprächspartner für jüngere Gedenkstättenbesucher gewesen, würdigte die Stiftung Rothmann.Er war von 1974 bis 1986 stellvertretender Leiter der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald. Zuvor war er unter anderem am Aufbau der Polizei in Weimar beteiligt. Die Stadt Weimar verlieh ihm 2011 die Ehrenbürgerwürde. Weimars Oberbürgermeister Stefan Kleine (parteilos) und die Landtagsfraktion der Linke würdigten am Dienstag seinen Einsatz als Aufklärer über den Nationalsozialismus.

In das KZ Buchenwald, das im Dritten Reich zu den größten Konzentrationslagern in Deutschland zählte, hatten die Nationalsozialisten zwischen 1937 und 1945 rund 280 000 Menschen aus ganz Europa verschleppt, 56 000 Häftlinge wurden dort ermordert.

Von RND/dpa