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Panorama Extremwetter in Kalifornien - Kein Strom und viele Verletzte
Nachrichten Panorama Extremwetter in Kalifornien - Kein Strom und viele Verletzte
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23:03 28.10.2019
Die seit Tagen in Kalifornien wütenden Waldbrände haben am Wochenende Dutzende Häuser zerstört und Zehntausende weitere Menschen in die Flucht getrieben. Quelle: Noah Berger/FR34727 AP/dpa
San Francisco

Verheerende Waldbrände fressen sich weiter durch Teile Kaliforniens. Die seit Tagen wütenden Brände haben bereits Dutzende Häuser zerstört und Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Am verheerendsten sei derzeit das "Kincaid"-Feuer in Sonoma County, einer Weinbauregion rund 120 Kilometer nördlich von San Francisco, teilten die Behörden mit. Die Flammen breiteten sich auf über 100 Quadratkilometern aus - mehr als die Fläche Manhattans. Rund 185 000 Menschen waren aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Rund 80 Anwesen und mindestens zwei Weingüter brannten ab. Mehr als 2800 Helfer waren im Einsatz.

Flammen fordern erste Verletzte und ein Todesopfer

Zwei Feuerwehrleute seien beim Kampf gegen die Flammen verletzt worden, teilte die kalifornische Forst- und Brandschutz-Behörde mit. Einer von ihnen habe schwere Verbrennungen erlitten. Windböen von bis zu 160 Stundenkilometern fachten die Flammen immer wieder an. "Zu sagen, dass die Bedingungen einem Pulverfass gleichen, wäre wahrscheinlich untertrieben", zitierte der "San Francisco Chronicle" den Einsatzleiter Jonathan Cox. Der starke Wind wurde auch für den Tod einer Frau verantwortlich gemacht, die südlich von San Francisco von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde. In 43 der 58 Bezirken Kaliforniens gelte erhöhte Waldbrandgefahr.

Brände könnten sich weiter ausbreiten

Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht: Der Nationale Wetterdienst warnte vor gefährlich starken Winden bei gleichzeitig niedriger Luftfeuchtigkeit bis einschließlich Montag. Diese angesichts der Stärke und Dauer der Winde gefährliche Kombination könnte zur schnellen Ausweitung möglicher Brände führen.

In Südkalifornien wütete das "Tick"-Feuer nahe Santa Clarita. Zwischenzeitlich mussten 40 000 Menschen ihre Häuser verlassen, viele konnten nach kurzer Zeit aber wieder zurückkehren. Bei dem Brand rund 50 Kilometer nördlich von Los Angeles wurden mindestens 16 Gebäude zerstört und 18 weitere beschädigt. Rund 10 000 Bauwerke galten als gefährdet. Eine Fläche von mehr als 18 Quadratkilometern wurde verkohlt. Über 900 Helfer kämpften am Montag gegen das Feuer.

Arnold Schwarzenegger musste seine Villa verlassen

Das Feuer loderte auch in der Nähe von Brentwood und anderen Villenvierteln, in denen viele Prominente leben. Auch der Actionstar und ehemalige kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger musste eigenen Angaben zufolge sein Haus verlassen. Man solle die Evakuierungsanordnungen befolgen, mahnte der Schauspieler auf Twitter. Er dankte den "besten Feuerwehrleuten in der Welt". Sie seien die wahren Actionhelden. Auch Basketball-Superstar LeBron James war betroffen. "Ich bin mit meiner Familie herumgefahren, um eine (neue) Unterkunft zu finden. Bisher kein Glück", schrieb James auf Twitter.

Auch Mexiko von Waldbränden betroffen

Auch im mexikanischen Bundesstaat Baja California - mehrere hundert Kilometer weiter im Süden - wüteten Waldbrände. Am stärksten betroffen war die Gemeinde Ensenada an der Pazifikküste, wie Mexikos Zivilschutzbehörde am Samstag mitteilte. Am Freitag waren bei Bränden in der Region drei Menschen ums Leben gekommen, vier wurden verletzt. Hunderte Soldaten waren zur Brandbekämpfung im Einsatz.

Promi-Villen in Los Angeles evakuiert

Derweil bedroht in den USA ein neuer Brandherd Los Angeles direkt: Die Feuerwehr warnte am frühen Montagmorgen (Ortszeit) vor dem sogenannten "Getty"-Feuer, das nahe einer Autobahn im Norden der Metropole ausgebrochen sei. Laut TV-Sender CNN wohnen in dem Gebiet viele Prominente. Auch Basketball-Superstar LeBron James musste eigenen Angaben zufolge sein Haus verlassen. "Ich bin mit meiner Familie herumgefahren, um eine (neue) Unterkunft zu finden. Bisher kein Glück", schrieb James auf Twitter.

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Wegen der hohen Waldbrandgefahr begann der Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) in Kalifornien am Samstagabend, fast einer Million Haushalten - das entspricht rund drei Millionen Menschen - im Norden und im Zentrum des Bundesstaates den Strom abzustellen. Etwa 940 000 Kunden mussten nach Angaben von PG&E bis Montag ohne Elektrizität auskommen - 90 000 mehr als zunächst geplant.

Blackouts seien Ergebnis "jahrelanger Gier"

Bei starken Winden droht die Gefahr, dass Strommasten umstürzen oder Äste Leitungen abreißen und somit Feuer auslösen. Auch der Waldbrand in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise, der im November vergangenen Jahres 85 Menschen das Leben gekostet hatte, soll durch defekte Stromleitungen verursacht worden sein.

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Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, der für die betroffenen Regionen den Notstand ausgerufen hatte, warf dem privaten Versorger PG&E vor, die Blackouts seien das Ergebnis von "jahrelanger Gier, jahrelangem Missmanagement". PG&E habe es versäumt, seine Anlagen zu modernisieren und sicherer zu machen, etwa durch Investitionen in unterirdische Kabel. Newsom kündigte an, das Unternehmen für die wirtschaftlichen Schäden und für die Kosten zur Kasse zu bitten.

RND/dpa

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