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Panorama Hamburger Gericht verhandelt über Rechte an Pippi-Langstrumpf-Lied
Nachrichten Panorama Hamburger Gericht verhandelt über Rechte an Pippi-Langstrumpf-Lied
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21:26 25.06.2019
Um das Lied von Pippi Langstrumpf gibt es Streit. Quelle: Pressensbild/epa/dpa
Hamburg

Ein Streit um das Lied „Hey, Pippi Langstrumpf“ beschäftigt am Mittwochvormittag das Hamburger Landgericht. Ein schwedisches Unternehmen, das die Urheberrechte der Autorin Astrid Lindgren (1907-2002) vertritt, hat die Rechteinhaber an der deutschen Textfassung verklagt, wie ein Sprecher des Gerichts mitteilte.

Die Schweden sind der Ansicht, dass die deutsche Fassung eine sogenannte abhängige Bearbeitung des Originals ist, die Urheberrechte blieben dann beim ursprünglichen Autor. „Här kommer Pippi Långstrump, tjolahopp tjolahej tjolahoppsan-sa“, dichtete Lindgren. Der deutsche Autor Wolfgang Franke machte daraus: „Hey, Pippi Langstrumpf, trallari trallahey tralla hoppsasa“.

„Zwei mal drei macht vier“ gibt es im Original gar nicht

Allerdings wenden die Anwälte der verklagten Filmkunst-Musikverlags- und Produktionsgesellschaft und der Witwe von Franke ein, der deutsche Text sei eine freie Benutzung des Kinderbuchstoffs, für die keine Genehmigung erforderlich sei. Tatsächlich kommen die berühmtesten Zeilen im schwedischen Original gar nicht vor: „Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach' mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt“ – dieser von Eva Mattes gesungene Reim zur Filmserie von 1969 stammt aus der Feder von Franke, nicht von Lindgren.

„Das Verfahren berührt sehr komplexe urheberrechtliche Fragen“, sagte der Gerichtssprecher. Die Klage wurde bereits Ende 2017 eingereicht. Ein erster Verhandlungstermin fand vor einem Jahr statt. Wegen eines Richterwechsels gibt es nun erneut eine mündliche Verhandlung. Ein Urteil wird noch nicht erwartet.

Von RND/dpa