Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Panorama Junge (8) vor ICE gestoßen: Verdächtiger ist dreifacher Familienvater und lebt in der Schweiz
Nachrichten Panorama Junge (8) vor ICE gestoßen: Verdächtiger ist dreifacher Familienvater und lebt in der Schweiz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:25 31.07.2019
Polizisten und Feuerwehrleute spannen im Hauptbahnhof eine weiße Plane als Sichtschutz vor einen ICE. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Zürich

Der Verdächtige im Fall der tödlichen Attacke auf einen Achtjährigen im Frankfurter Hauptbahnhof hat bis zuletzt im Kanton Zürich in der Schweiz gelebt. „Er soll seit 2006 in der Schweiz leben, er soll verheiratet sein und Vater von drei Kindern sein“, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Dienstag. „Er hat angegeben, er sei vor wenigen Tagen von Basel mit dem Zug nach Frankfurt gefahren.“ In Deutschland sei er bislang nicht polizeibekannt gewesen.

Die Schweizer Ermittler teilten via Twitter mit, der 40-Jährige habe bis zuletzt im Kanton Zürich gelebt. Er war demnach mit eritreischer Staatsbürgerschaft im Besitz einer sogenannten Niederlassungsbewilligung. Diese wird Ausländern in der Schweiz nach einem Aufenthalt von fünf oder zehn Jahren im Land ausgestellt. Niedergelassene haben damit laut dem Staatssekretariat für Migration ein unbeschränktes Aufenthaltsrecht.

Lesen Sie auch:
Tatort Bahnsteig: Wie kann ich mich an den Gleisen schützen?

Wie der „Blick“ berichtet, ist der Verdächtige dreifacher Familienvater. „Der Eritreer ist verheiratet und hat drei Kinder“, zitiert das Schweizer Onlineportal eine Frankfurter Oberstaatsanwältin.

Verdächtiger stand nicht unter Drogen- oder Alkoholeinfluss

Der Verdächtige soll den Jungen und auch dessen Mutter vor einen ICE gestoßen haben. Der Junge starb noch im Gleisbett, die Mutter konnte sich retten und wurde verletzt. Beide stammen aus dem Hochtaunuskreis. Eine dritte Person, die der Mann auch attackiert hatte, konnte sich in Sicherheit bringen, ohne auf die Gleise zu stürzen. Dabei handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um eine 78-jährige Frau. Sie erlitt einen Schock und eine Schulterverletzung.

Im Video: 400 Menschen gedenken des in Frankfurt getöteten Jungen

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Mordes und des versuchten Mordes. Der Tatverdächtige soll am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Erkenntnisse zum Tatmotiv gibt es bisher nicht: Der Verdächtige habe noch keine Angaben zum Tatgeschehen gemacht. Hinweise, dass der Mann unter Alkohol oder Drogeneinfluss gestanden habe, habe die Staatsanwaltschaft bislang nicht. Eine erste Atemkontrolle auf Alkohol nach der Tat habe 0,0 Promille ergeben, sagte die Sprecherin.

Mehr zum Attentat in Frankfurt

Kind in Frankfurt vor einfahrenden ICE gestoßen – Junge (8) tot

Junge vor Zug gestoßen: Motiv bleibt weiter unklar

Was wir über den Täter und die Tat wissen

Seehofer: „Ausländerkriminalität nicht instrumentalisieren, aber auch nicht verharmlosen“

Chronologie des Schreckens: Wenn Täter fremde Menschen vor einen Zug stoßen

Junge (8) vor ICE gestoßen: „Die Leute sind heulend zusammengebrochen“

Verdächtiger ist dreifacher Familienvater und lebt in der Schweiz

Kriminologe zur Tat in Frankfurt: „Perfekte Voraussetzungen für einen Racheakt“

Tatort Bahnsteig: „Jetzt Angst zu haben, ist völlig normal“

Grablichter, Blumen, Kuscheltiere: Reisende ringen nach Tod von Jungen um Fassung

Chef der Polizeigewerkschaft warnt: „Aufpassen, dass es nicht zu Nachahmungstaten kommt“

Linken-Chef Riexinger wirft AfD nach Attentat in Frankfurt rassistische Hetze vor

„Haltet doch mal den Mund, ihr Hetzer!“: So kommentiert die Presse die Tat von Frankfurt

Von RND/seb/dpa