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Panorama Mann in Stuttgart erstochen: Haftbefehl gegen mutmaßlichen Täter, Verdächtiger gesteht
Nachrichten Panorama Mann in Stuttgart erstochen: Haftbefehl gegen mutmaßlichen Täter, Verdächtiger gesteht
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18:48 01.08.2019
Der Tatort in Stuttgart ist mit einem Band der Polizei abgesperrt. Quelle: Sven Kohls/SDMG/dpa
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Stuttgart

Die Tat hat schockiert: In Stuttgart hat am Mittwoch ein Mann einen anderen auf offener Straße mit einer Art Schwert erstochen. Am späten Mittwochabend nahm die Polizei einen dringend Tatverdächtigen fest. Am Donnerstag teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass es sich beim Verdächtigen um einen syrischen Staatsbürger handelt.

Der 28-jährige Tatverdächtige wurde am Donnerstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt und es wurde Haftbefehl erlassen, wie Polizeisprecher Jens Lauer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mitteilte. Er sitzt nun in Untersuchungshaft. Der Mann hatte die Vorwürfe demnach bei Vernehmungen gegenüber der Polizei eingeräumt.

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„Das Motiv liegt vermutlich im persönlichen Bereich. Es gibt wohl keine islamistischen Hintergründe, wie von manchen vermutet“, sagt er. Der mutmaßliche Täter und das 36-jährige Opfer sollen gemeinsam in einer Wohngemeinschaft gelebt haben.

Tatverdächtiger von Stuttgart war bereits polizeibekannt

Der 28-jährige Verdächtige sei bereits polizeibekannt, so Polizeisprecher Lauer. Details dazu konnte er nicht nennen. Der Syrer soll vermutlich 2015 nach Deutschland gekommen sein. „Seine Identität ist allerdings noch nicht hundertprozentig geklärt“, sagt Lauer.

Nach der Tat waren zahlreiche Videos davon im Netz aufgetaucht. Die Videos waren auch noch Stunden später online. Die Weiterverbreitung des Videos hält der Polizeisprecher für sehr bedenklich. „Darin erkennt man Opfer eines Gewaltverbrechens. Ein strafrechtlicher Hintergrund der Verbreitung wird sicher geprüft werden.“

Das Bundeskriminalamt (BKA) erfasste 2018 insgesamt 430 Straftaten gegen das Leben, bei denen mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger ermittelt wurde. Bezogen auf alle in der Statistik erfassten aufgeklärten Straftaten gegen das Leben lag der Anteil der Taten, an denen ein Zuwanderer beteiligt war, im Jahr 2018 bei 14 Prozent. Die meisten dieser Straftaten waren Versuche, 61 von ihnen wurden unter „vollendet“ geführt. Als Zuwanderer gelten für das BKA unter anderem Asylbewerber und Asylberechtigte. Ob einem Tatverdächtigen am Ende vor Gericht eine Schuld nachgewiesen werden konnte, lässt sich aus der BKA-Statistik nicht erkennen.

Von RND/hsc